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A4 nach über 27 Stunden wieder frei

Red; 13. May 2017, 15:20 Uhr
Bilder: Michael Kleinjung (1,3,4), Nils Hühn (2, Galeriebilder).
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A4 nach über 27 Stunden wieder frei

Red; 13. May 2017, 15:20 Uhr
Oberberg - Die Autobahn war wegen eines verunglückten Gefahrguttransporters bis zum frühen Samstagmorgen in beide Fahrtrichtungen gesperrt (AKTUALISIERT).







+++8. Update (15:50 Uhr)+++

Nach dem stundenlangen Einsatz auf der A4 ziehen die Rettungskräfte ein erstes Fazit. Für das Deutsche Rote Kreuz war es einer der größten Verpflegungseinsätze in der Region. Mit sämtlichen Einheiten aus dem Kreisgebiet war man von Freitagnacht um 0:30 Uhr auf der A4 vor Ort.

Die Aufgabe des DRK war es, eine Vollverpflegung der im Einsatz befindenden Helfer zu gewährleisten und die rettungsdienstliche Versorgung des Einsatzes sicherzustellen.

Zu Beginn wurden die DRK-Kräfte der Einsatzeinheit Süd, der Kreisvorhaltung sowie der Einsatzzentrale mit dem Stichwort „Verpflegung III“ alarmiert. Der zuständige Einsatzleiter des Kreisverbandes, das Krisenmanagement sowie ein Führungsassistent der Einsatzzentrale rückten umgehend an die genannte Einsatzstelle aus, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Einsatzeinheit Süd sammelte sich zwischenzeitlich in Wiehl und verlegte im Anschluss ihren Standort im geschlossenen Verband an die Einsatzstelle auf der Autobahn.



[Bild: DRK Oberberg.]

Neben Bockwurst, Suppe, sowie Kalt- und Heißgetränken wurde den eingesetzten Kräften ein Aufenthaltszelt zur Verfügung gestellt. Gegen 6:30 Uhr wurden nach Rücksprache mit dem zuständigen Einsatzleiter des DRK sowie dem Zugführer der Einsatzeinheit Süd, die Ortsvereine Derschlag sowie Gummersbach-Bergneustadt zur Ablösung der Einsatzeinheit Süd alarmiert. Diese befanden sich bis zu zum Ende im Einsatz. Der Einsatz ging bis nach Mitternacht.

Insgesamt befanden sich gegen 20 Uhr noch immer etwa 160 Einsatzkräfte an der Einsatzstelle, davon elf Helfer des DRK. „Dieser Einsatz war einer der größten und zeitintensivsten Verpflegungseinsätze der vergangenen Jahre“, so der stellvertretende Krisenmanager Volker Schmidt. „Wir sind froh, dass wir für solche Einsätze gut gerüstet sind und in Lindlar ein Hilfeleistungs- und Logistikzentrum auf- und ausgebaut haben“, fügte Kreisgeschäftsführer Rolf Braun an.

+++7. Update (Samstag, 9 Uhr)+++ 

Nach über 27 Stunden Vollsperrung ist die A4 vergangene Nacht wieder freigegeben worden. Um kurz vor 20 Uhr hatte ein Bergungsunternehmen damit begonnen, den havarierten Lastwagen wieder aufzurichten, um ihn danach abzuschleppen. Hierfür musste die Vollsperre weiter aufrechterhalten werden. Um 1 Uhr gab die Polizei schließlich die Richtungsfahrbahn Köln frei, rund eine Stunde später konnte der Verkehr auch in Richtung Olpe wieder rollen.

+++6. Update (16:55 Uhr)+++

Wie die Polizei mitteilte, haben die Feuerwehr und die Fachfirma um 16:15 Uhr damit begonnen, den Gefahrguttransporter zu entleeren. Allerdings wird sich dieser Vorgang sehr lange hinziehen. Bis zu zehn Stunden kann es dauern, ehe der Tank vollständig leer ist. Anschließend muss das Fahrzeug aufgerichtet und abschleppt werden. Das Technische Hilfswerk aus Waldbröl wird die Unglückststelle bei Einbruch der Dämmerung ausleuchten.

+++5. Update (14:20 Uhr)+++

Mittlerweile ist die Fachfirma an der Unfallstelle eingetroffen und in Kürze soll damit begonnen werden, den Gefahrguttransporter zu entleeren. „Es laufen die letzten Vorbereitungen, damit wir den Tank ohne Unterbrechung leeren können“, erklärte Kreisbrandmeister Frank-Peter Twilling. 24.000 Liter hoch entzündliches Methylacrylat müssen abgepumpt werden. Der Einsatz wird sicher noch acht Stunden dauern“, sagte Twilling. Damit würde die Sperrung in beide Fahrtrichtungen noch bis 22 Uhr aufrechterhalten bleiben.

Derzeit sind 100 Einsatzkräfte an der Unfallstelle im Einsatz. „Der Faktor Zeit ist natürlich ein Problem“, so Twilling. Immer wieder werden Helfer ausgetauscht, da der Einsatz mittlerweile seit 16 Stunden andauert. Während das Fahrzeug leergepumpt wird, müssen Feuerwehrleute unter Atemschutz in Bereitschaft stehen, um im Ernstfall löschen zu können. Erst wenn der Gefahrguttransporter komplett entleert ist, kann er mit einem Kran, der bereits vor Ort ist, aufgerichtet werden. Viele Oberberg-Aktuell-Leser melden, dass die Nebenstrecken, wie die L 136 in Engelskirchen-Ründeroth, stark überlastet sind und es zu großen Verkehrsbehinderungen kommt.
  

+++4. Update (11:20 Uhr)+++

Die Bergung des verunglückten Gefahrguttransporters gestaltet sich als sehr schwierig. Zwölf Stunden nach dem Unglück konnte noch kein Tropfen Methylacrylat abgepumpt werden. „Die Fachfirma ist nun auf dem Weg hierher“, erklärte Kreisbrandmeister Frank-Peter Twilling. 200 Einsatzkräfte der Feuerwehren Bergneustadt, Engelskirchen, Marienheide, Reichshof und Wiehl, das Deutsche Rote Kreuz, der Oberbergische Rettungsdienst, die Polizei und die Untere Wasserbehörde sind vor Ort. Die Feuerwehr stellt den Brandschutz her.


[Die Feuerwehr musste das Führerhaus aufschneiden, um den eingeklemmten Fahrer zu befreien. Der Oberbergische Rettungsdienst brachte den Mann mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus.]

Nach der erfolgreichen Bergung des eingeklemmten tschechischen Lastwagenfahrers, „was absoluten Vorrang hatte“ (Twilling), kontrollierten die Feuerwehrleute regelmäßig den Tank des Fahrzeugs. „Es ist glücklicherweise kein Gefahrstoff ausgetreten“, sagte Twilling, dass bislang alle Messungen negativ waren. Für die Bevölkerung habe auch keine Gefahr bestanden. Am 26. August 2004 war nur wenige Kilometer entfernt ein Tanklaster von der Autobahnbrücke gestürzt. „Natürlich denkt man kurz daran“, erklärte Twilling, dass die Unfälle aber nicht zu vergleichen seien.

Aufgrund der Verzögerungen schätzt die Polizei, dass die Autobahn noch mindestens bis 17 Uhr in beide Fahrtrichtungen gesperrt bleibt. Da Methylacrylat hoch entzündlich ist, wurde eine Schutzzone eingerichtet.

+++3. Update (9:15 Uhr)+++    


Wie die Polizei erklärte, wurde der Fahrer bei dem Unfall im Cockpit eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt. Zurzeit sei sein Zustand stabil, so eine Sprecherin. Der Mann war um 21:40 Uhr in Fahrtrichtung Köln unterwegs, als er im Baustellenbereich zwischen Gummersbach und Bielstein aus ungeklärter Ursache die Kontrolle über das Gefährt verlor, das gegen eine mobile Fahrbahnabtrennung prallte. Anschließend kam der Lkw nach rechts von der Strecke ab, kippte an einer Böschung auf die Fahrerseite und blieb im Straßengraben liegen.

In dem Auflieger befinden sich 24.000 Liter Methylacrylat, das hoch entzündlich ist und aufwändig abgepumpt sowie in einen Ersatz-Tanklaster umgefüllt werden muss. Erst danach kann der Sattelzug mit einem Kran aufgerichtet und geborgen werden. Zusätzliches Problem: Es gibt Hinweise auf eine undichte Stelle an dem Auflieger, bestätigte die Polizei. Ob etwas von dem Gefahrstoff ausgetreten ist, ist unklar. Die Feuerwehr führt an der Einsatzstelle Messungen durch.  

In Fahrtrichtung Olpe hat sich gegenwärtig ein Stau mit einer Länge von sieben Kilometern gebildet.   

+++2. Update (8:25 Uhr)+++  


Die Sperrung der Autobahn wurde ausgeweitet: In Fahrtrichtung Köln ab dem Kreuz Olpe-Süd bis Engelskirchen. Erst dort kann man wieder auf die A4 fahren. In Gegenrichtung müssen die Verkehrsteilnehmer die Strecke in Engelskirchen verlassen und dürfen an der Anschlussstelle Gummersbach auf die Autobahn zurückkehren. Viele Nebenstrecken wie die L 136 sind stark überlastet, vor allen Dingen an der Baustelle in Ründeroth. Die Bergung des verunglückten Fahrzeugs wird mindestens bis zum Nachmittag dauern.    

  
+++1. Update (7:00 Uhr)+++ 

Die Autobahn ist zwischen Gummersbach und Bielstein weiterhin komplett gesperrt. Der Transporter aus Tschechien war mit einem leicht entzündlichen Stoff beladen, der aufwändig abgepumpt werden muss. Womöglich dauert die Sperrung bis in die Nachmittagsstunden. Die Polizei rät, das Gebiet weiträumig zu umfahren. In Gummersbach, Wiehl und Engelskirchen ist mit größeren Behinderungen zu rechnen. Fahrer, die Richtung Olpe unterwegs sind, werden an der Anschlussstelle Engelskirchen abgeleitet. In Gegenrichtung kann man in Bielstein auf die Autobahn auffahren.

+++1. Meldung (Freitag, 0:15 Uhr)+++

Die Autobahn 4 ist nach einem Unfall zwischen den Anschlussstellen Gummersbach und Bielstein voraussichtlich bis 6 Uhr komplett gesperrt. Auf dem Streckenabschnitt war gegen 21:45 Uhr aus ungeklärter Ursache ein Gefahrguttransporter verunglückt. Der stark beschädigte Sattelzug liegt in Fahrtrichtung Köln im Straßengraben und muss mit einem Kran geborgen werden. Die Unfallstelle ist abgeriegelt worden, wartende Fahrzeuge wurden von der Polizei entgegen der Fahrtrichtung zu den Ausfahrten zurückgeführt. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Wie schwer der Fahrer verletzt wurde, ist unbekannt. Auch zur Art der Ladung liegen noch keine Informationen vor. 

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