Archiv

VfL-Akademie: Ein Unfall, der sich nicht wiederholen soll

bv; 22. Jul 2009, 13:25 Uhr
Oberberg Aktuell
ARCHIV

VfL-Akademie: Ein Unfall, der sich nicht wiederholen soll

bv; 22. Jul 2009, 13:25 Uhr
Gummersbach - Der Weggang der beiden Jugendnationalspieler Dennis Backhaus und möglicherweise auch Sören Kress sorgt beim VfL Gummersbach für einigen Gesprächsstoff.
Von Bernd Vorländer

Noch vor wenigen Wochen schien die heile Welt der Gummersbacher Handball-Akademie in allerbester Ordnung. Schließlich hatte die B-Jugend als Aushängeschild den Sprung ins deutsche Endspiel geschafft und war der SG Flensburg nur knapp unterlegen. Eine tolle Leistung des VfL-Nachwuchses, doch aktuell hat sich Ernüchterung  breit gemacht. Schließlich kehrt mit Kreisläufer Dennis Backhaus eine der Stützen der Mannschaft der Akademie den Rücken und wechselt zur HSG Düsseldorf. Und Mittelmann Sören Kress, der eng mit Backhaus befreundet ist, könnte folgen. Dies alles in einer Situation, in der auch die Bundesligamannschaft verstärkt auf eigene Talente setzen will und die engere Verzahnung mit der Akademie beschlossene Sache ist.


[Neben Dennis Backhaus könnte auch Sören Kress (Bild) zur HSG Düsseldorf wechseln.]

Für Akademie-Projektleiter Peter Kammer ist der Weggang von zwei herausragenden Akteuren natürlich ein Tiefschlag, dennoch sieht er den Weg der Akademie weiter positiv. „Dass Dennis Backhaus geht, und möglicherweise auch Sören Kress, bei dem ich noch Hoffnung habe, dass er bleibt, tut sehr weh. Aber ich bin sicher, dass uns das nicht wieder passiert.“ Bekanntlich rückt die Akademie enger an die Bundesliga-GmbH heran, was auch bedeutet, dass künftig alle Akademie-Spieler einen 5-Jahres-Vertrag unterzeichnen, der sie bis zum 21. Lebensjahr an den VfL bindet. Natürlich ist eine Ausleihe möglich, doch bei einem kompletten Wechsel, dürfte dann eine Ablösesumme fällig werden. Bei Dennis Backhaus hat Kammer sogar Verständnis, „denn er kehrt in sein altes Umfeld in Düsseldorf zurück“. Und nach dem Aufstieg der HSG in die Bundesliga hat er dort auch eine zeitnahe Perspektive.

Grundsätzlich sieht Kammer einen immer größeren Wettbewerbsdruck bereits im Jugendbereich. Noch im vergangenen Jahr habe es einen Run auf die Akademie-Absolventen gegeben, „aber jetzt sehen wir schon im B-Jugendbereich aggressive Abwerbungsversuche“. Was zum einen  die hervorragende Akademie-Arbeit bestätige, erzwinge natürlich auch Schutz-Mechanismen wie die vertragliche Bindung. Unabhängig von den jüngsten Ereignissen wird man bei der Akademie das Scouting verändern und will in der Akademie insgesamt nur noch höchstens acht auswärtige Spieler (zwei pro Jahrgang) aufnehmen, bei denen eine positive Prognose für die Leistungsspitze besteht. Ansonsten gilt die Devise, dass man sich verstärkt im oberbergischen Umfeld umsehen will. „Die Zusammenarbeit mit den Schulen und Vereinen ist herausragend und trägt Früchte, was man an den Entwicklungen einzelner Spieler im Akademiebereich ablesen kann“, meint Kammer.
WERBUNG