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Mangelhaftes Angebot und teure Parkgebühren - Auch Positives bei Kundenbefragung

om; 31. Mar 2001, 06:39 Uhr
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Mangelhaftes Angebot und teure Parkgebühren - Auch Positives bei Kundenbefragung

om; 31. Mar 2001, 06:39 Uhr
(om/31.3.2001-6:00) Von Oliver Mengedoht
Gummersbach - Im Großen und Ganzen war die Citymanagement GmbH mit dem Ergebnis der Kundenbefragung zufrieden, dass gestern in einer Pressekonferenz bekannt gegeben wurde.
[Die Ergebnisse der Kundenumfrage erläuterten Peter Stuckert (l.) und Bürgermeister Schmitz.]



Zehn Faktoren konnten die Kunden Anfang des Jahres in der Befragung mit Schulnoten bewerten, die Ergebnisse wurden gestern im Rathaus von Bürgermeister Paul-Gerhard Schmitz, Citymanagement-Geschäftsführer Peter Stuckert und Carl Helge Zapp, dem Vorsitzendem der Innenstadtgemeinschaft Gummersbach, vorgestellt. Das Projekt "Service", dem Vertreter aus Handel, Gastronomie und Dienstleistung angehören. Mit der Befragung, erklärte Stuckert, Geschäftsführer der Citymanagement GmbH, sollte ein Stimmungsbild eingefangen werden. "Die Befragung ist gut aufgenommen worden, 807 Fragebögen wurden beantwortet."



Die Kunden- und Besucherbefragung, stellte Stuckert klar, sei aber keine repräsentative Umfrage, sei vielmehr der TED-Befragung im Fernsehen vergleichbar. Auf gut deutsch: Wer Dampf ablassen wolle, werde sicher eher einen Fragebogen ausfüllen als Menschen, die mit allem zufrieden seien, erklärte Stuckert. Neben der Befragung mittels Karten sei am 20. Januar ein Infostand im EKZ Bergischer Hof aufgebaut worden, zur Verifizierung sei zudem an zwei Tagen eine Zufallsbefragung unter 172 Passanten an zwei Standorten durchgeführt worden: Die Ergebnisse seien nahezu gleich.

[Vorsitzender der Innenstadtgemeinschaft: Carl Helge Zapp.]



Erwartungsgemäß recht schlecht wurde die Angebotsvielfalt im Zentrum beurteilt: Ganze 1,4 Prozent beurteilten das Angebot in der Kreisstadt mit "sehr gut", 15,1 Prozent mit "gut". Immerhin 30,5 Prozent entdeckten in Gummersbach ein "befriedigendes" Angebot, aber 28,4 Prozent nur ein "ausreichendes" und sogar 19,8 ein "mangelhaftes" (bewertet wurde nach Schulnoten). Immer noch 4,9 Prozent vergaben bei diesem Punkt ein "ungenügend" (=6).



Nötige Lehren ziehen - Service verbessern



"Die wenigsten Geschäfte sind im Besitz der Eigentümer", gab der Sprecher der Innenstadtgemeinschaft, Carl Helge Zapp, zu bedenken. Aus den Umfrageergebnissen - "manche haben uns positiv überrascht" - werde man die nötigen Lehren ziehen. So sollten Service und Freundlichkeit möglichst weiter verbessert werden, ergänzte Stuckert.



"Wir müssen auf die Stärken von Gummersbach aufmerksam machen!" Auf die Angebotsvielfalt könne man aber leider kaum Einfluss nehmen - "auch wenn wir da nachsteuern wollen, aber da müssen auch die Eigentümer mal Verantwortung zeigen".



Wesentlich besser weg kam der Service: 30,3 Prozent bewerteten ihn mit "gut" und 42,2 Prozent mit befriedigend - insgesamt positiv, wertete Stuckert dies zu Recht. Ähnlich gut wurden die Freundlichkeit in den Läden, das Einkaufsumfeld, die Sauberkeit und die Öffnungszeiten beurteilt, wenngleich immerhin 18,9 Prozent die Öffnungszeiten als "mangelhaft" oder "ungenügend" empfanden - der überwiegende Teil war aber zufrieden. "Service und Freundlichkeit stimmen, das ist wichtig", urteilte auch Stuckert. Sauberkeit sei im Sinne von "das Auge isst mit" ein wichtiger "Wohlfühlfaktor".



Die Öffnungszeiten, gestand Innenstadt-Sprecher Zapp, seien ein echtes Problem, "ideal wäre es natürlich, wenn alle Geschäfte einheitlich offen hätten". Das bleibe aber wohl ein Wunschtraum. Zu unterschiedlich seien zum Beispiel die Bedürfnisse von Bäcker und Modehändler, von Jung (spät einkaufen) und Alt (früh einkaufen) und den Möglichkeiten von großen Ketten mit viel Personal im Gegensatz zu kleinen Geschäften mit wenig Verkäufern. Auch in manchen Nebenlagen mache ein langes Öffnen keinen Sinn, berichtete Zapp.



75 Prozent: Parkgebühren sind zu teuer



Selbst in Sachen Parkraumangebot kam die Stadt noch recht anständig weg, bei den Parkgebühren wurde denn aber - trotz einer halben Stunde kostenlosen Parkens für kurze Besorgungen - das schlechteste Ergebnis der Umfrage erzielt: Gerade einmal 26,5 Prozent befanden diese für "gut" oder "befriedigend", jeweils annähernd ein Fünftel der Befragten stufte die Parkgebühren als "ausreichend", "mangelhaft" oder gar "ungenügend" (17,9 Prozent) ein.



"Die halbe Stunde freies Parken haben wir extra eingeführt, aber ob sie bei der Befragung schon allen bekannt war, weiß ich nicht", bekannte Bürgermeister Schmitz. "Damit kann aber nicht Schluss sein", kündigte er weiteres Engagement an. So solle geprüft werden, ob Einkaufenden nicht die Parkgebühren erstattet werden können, "aber das wird frühestens 2002 etwas". Wegen der Umstellung auf den Euro müssten aber eh' neue Automaten aufgestellt werden, so Schmitz, insofern gebe es zumindest technisch keine Probleme.



Die Feste und Veranstaltungen, die die Innenstadtgemeinschaft im letzten Jahr durchführte, scheinen gut angekommen zu sein: 24.6 Prozent gaben diesen ein "gut" und weitere 33,4 Prozent ein "befriedigend" (62 Prozent vergaben eine Note zwischen "1" und "3").



Nie wieder so "gruseliger" Weihnachtsmarkt wie `99



"Wahrscheinlich war aber noch die Vorweihnachtszeit gegenwärtig", bekannte Stuckert. Auch wenn in Sachen Weihnachtsmarkt nicht alle Wünsche erfüllbar seien, "wir sind eben nicht Köln -, so einen gruseligen Markt wie '99 wird es nicht wieder geben - dazu stehe ich".



Zum Schluss wurde eine nicht einfache Frage gestellt: "Welche Gesamtnote geben Sie der Innenstadt?" Erstaunlich: 44,1 Prozent gaben hier ein "befriedigend" an, nur 38,2 Prozent gaben schlechtere Noten - aber immerhin 17,1 Prozent plädierten für ein "gut". "Sehr gut" freilich gaben auch nur 0,6 Prozent.



An der Umfrage teilgenommen hatten vor allem Innenstadt-Besucher zwischen 16 und 70 Jahren, nur 4,7 Prozent waren älter.

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