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Leserbrief von Dirk Binding zur Kommunalwahl in Marienheide

Red; 22. Apr 2009, 10:37 Uhr
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Leserbrief von Dirk Binding zur Kommunalwahl in Marienheide

Red; 22. Apr 2009, 10:37 Uhr
(Red./22.4.2009) Der CDU-Kandidat bei der letzten Bürgermeisterwahl in Marienheide arbeitet jetzt in Berlin und antwortet auf einen Leserbrief von Helmut Gebske.
Mit großem Interesse und gleichzeitig Sorge habe ich die Leserbriefe zur Kommunalwahl 2009 gelesen. Auf die Frage von Herrn Gebske „Wo bleibt Binding?“ möchte ich natürlich keine Antwort schuldig bleiben.

In Berlin habe ich als Bundesgeschäftsführer der Wirtschaftsjunioren Deutschland die Möglichkeit, mich aktiv für das Gemeinwohl zu engagieren, wie es auch schon in Marienheide mein Wunsch war. Die Wirtschaftsjunioren sind mit rund 15.000 aktiven Mitgliedern und Förderern der größte Verband junger Unternehmer und Führungskräfte in Deutschland. Sie tragen die Verantwortung für rund 300.000 Arbeitsplätze, 35.000 Ausbildungsplätze und mehr als 120 Milliarden Euro Umsatz. Für diesen Verband die Geschäftführung zu übernehmen, ist eine große Herausforderung. Deshalb möchte ich nicht von Wortbruch sprechen, sondern vielmehr von einer neuen beruflichen Perspektive. Es war eine Entscheidung für die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung und keine Entscheidung gegen Marienheide.

Warum ich die Leserbriefe auch mit Sorge betrachte? Weil ich die Gefahr sehe, sich in parteipolitischen Diskussionen zu verlieren, anstatt längst überfällige richtungweisende Entscheidungen für die Gemeinde zu diskutieren. Es kann nicht darum gehen, WER etwas für die Gemeinde Marienheide tut, sondern WAS getan werden soll. Nachhaltige und mutige Entscheidungen sind mehr als überfällig.

Diese Probleme der aktuellen Wirtschaftslage (Millionen Schulden, Niedergang des Facheinzelhandels, leerstehende Gewerbegebiete, sanierungsbedürftige Schulen, gebeutelte Vereine) sind nicht allein hausgemacht; der gesamtwirtschaftliche Konjunktureinbruch verstärkt die schwierige Situation. Marienheide sieht sich großen Herausforderungen gegenüber. Diese Herausforderungen können aber nur gemeinsam gemeistert werden. Gemeinsam mit der Kraft aller Beteiligten - der Bürger, der Vereine, der Unternehmer und der Politik.

Bei allen Entscheidungen ist es wichtig, das beeindruckende bürgerschaftliche Engagement zu nutzen und die Vereine aktiv einzubinden. Vereine sollten nicht als Kostenverursacher und Störer gesehen werden – vielmehr gebührt ihnen Respekt und Anerkennung für ihre Arbeit. Gemeinsam sollte an neuen Konzepten gearbeitet und sich von alten Denkweisen verabschiedet werden. Es gibt viele Ansätze: eine engere Verzahnung von Wirtschaft und Schulen, eine aktive Wirtschaftsförderung, touristisches Destinationsmarketing, Gemeinschaftsarbeit, Entschuldung, Beteiligung an Europäischen Forderprogrammen, modernes Standortmarketing, ...

„Nicht wählen“ darf keine Lösung sein. Bei der letzten Kommunalwahl haben nicht mal die Hälfte aller wahlberechtigten Bürger die Politik des Bürgermeisters bestätigt (4294 Stimmen; 10.585 Wahlberechtigte) - das ist zu wenig um mutige, richtungweisende und demokratisch legitimierte Entscheidungen treffen zu können. Deshalb sollten alle ihr demokratisches Recht wahrnehmen und zur Wahlurne gehen - nur so haben sie die Möglichkeit Zustimmung oder Ablehnung der bisherigen Politik zum Ausdruck zu bringen. Nutzen Sie Ihr demokratisches Grundrecht.

Ich hoffe, dass ein gemeinsamer Weg für Marienheide gefunden wird - für ein attraktives und lebenswertes Marienheide - so wie ich es kennen und lieben gelernt habe.


Dirk Binding, Berlin

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