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Gummersbach jubelt: "Hamburg, wir kommen!"
(pl/11.3.2009-23:35) Von Peter Lenz
Gummersbach - Es ist geschafft: Am Abend besiegte der VfL Gummersbach im Pokal-Viertelfinale die HSG Nordhorn-Lingen und löste so das Ticket für das "Final Four" Anfang Mai in Hamburg - Kiel, Rhein-Neckar Löwen und Hamburg die übrigen Finalisten.
[Bilder: Michael Kleinjung --- Gummersbach jubelt: "Hamburg, wir kommen!"]
Noch nie hatte der VfL Gummersbach die Endrunde des Deutschen Handball-Pokals in der Hamburger Color Line Arena erreicht, spätestens im Viertelfinale war für die Blau-Weißen in der Vergangenheit immer Schicht im Schacht gewesen. Heute endlich brach der Bann. Mit 25:24 besiegte die Mannschaft von Trainer Sead Hasanefendic die HSG aus Nordhorn in der leider wieder nicht ausverkauften Eugen-Haas-Halle und darf nun am 9. Mai im Rahmen des so genannten Final Fours in Hamburg um den Einzug ins Finale, das tags darauf ausgetragen wird, kämpfen. Die Paarungen der Runde der letzten Vier mit Gummersbach, Kiel, Hamburg und den Rhein-Neckar Löwen werden morgen durch Fußball-Legende Uwe Seeler ausgelost.
VfL Gummersbach HSG Nordhorn-Lingen 25:24 (13:11).
[VfL-Kapitän Momir Ilic war heute gegen Nordhorn einmal mehr erfolgreichster Werfer. Neunmal ließ er die HSG-Keeper Gentzel und Katsigiannis hinter sich greifen.]
Hamburg, wir kommen, stimmen Fans und Spieler nach dem Abpfiff gemeinsam an. Jubelnd liegen sie sich in den Armen, tanzen auf dem Parkett der alt-ehrwürdigen Eugen-Haas-Halle mit Freudentränen in den Augen. Nach Nerven aufreibenden 60 Minuten steht fest: der VfL Gummersbach hat die heiß begehrten Tickets für die Endrunde in der Tasche.
Dabei stand der Gummersbacher Erfolg bis zur letzten Sekunde auf des Messers Schneide. Nordhorns Kreisläufer Stojkovic und Przybecki glichen drei Minuten vor Schluss zum 23:23 aus. Mit seinem fünften Tor des Abends legte Viktor Szilagyi zwar wieder vor, aber nach Nordhorns Auszeit war es Rechtsaußen Verjans, der abermals egalisierte bei 100 Sekunden Rest.
[Geschafft: Ein erlöster VfL-Trainer Sead Hasanefendic nach dem wichten Sieg, an dem Torwart Goran Stojanovic mit 16 Paraden maßgeblichen Anteil hatte.]
Nach zuvor vier vergebenen Gummersbacher Strafwürfen übernahm jetzt VfL-Kapitän Momir Ilic höchstpersönlich die Verantwortung: Er schreitet zur Sieben-Meter-Marke, täuscht an und versenkt dann eiskalt das Leder im Gehäuse von HSG-Schlussmann Nikolas Katsigiannis. Die Halle jubelt, aber noch sind 41 Sekunden zu überstehen. Nordhorn-Coach Ola Lindgren nimmt den Torwart raus und schickt Pavel Mickal als siebten Mann aufs Feld. Aber als Verjans zwölf Sekunden vor Ultimo nur den Pfosten trifft, und der letzte Wurf von Spielmacher Szücs durch Audray Tuzolana geblockt wird, kennt die Freude keine Grenzen.
[Viktor Szilagyi bekam nach der Pause seine Nerven in den Griff und glänzte fortan mit guten Aktionen und fünf Toren.]
Es war ein richtiger Pokalfight mit allem, was dazu gehört. Es war kein qualitativ gutes Spiel, aber am Ende ein verdienter Zittersieg für uns, resümierte Sead Hasanefendic, der vor allem die tolle Unterstützung der 1.800 Zuschauer betonte. Trainerkollege Lindgren ergänzte bei der Pressekonferenz: Für Gummersbach war es ein hart erkämpfter Sieg. Wir haben denen alles abverlangt, sodass ich meiner stark dezimierten Mannschaft auch keinen Vorwurf machen kann.
Geprägt war die über weite Strecken ausgeglichene Partie von einer hohen Fehlerquote auf beiden Seiten und zwei starken Abwehrreihen vor jeweils hervorragend aufgelegten Torleuten. Kam Goran Stojanovic aufseiten der Gummersbacher am Ende auf 16 Paraden, teilten sich bei Nordhorn Peter Gentzel (zehn Paraden inklusive drei Siebenmetern) und der mögliche künftige VfL-Keeper Nikolas Katsigiannis (sechs Paraden mit einem Siebenmeter) die Lobeshymnen.
Ferner überzeugten beim VfL Momir Ilic, Vedran Zrnic und Viktor Szilagyi (2. Halbzeit). In der Deckung stand zudem Drago Vukovic seinen Mann, während Alexis Alvanos, Adrian Pfahl und Audray Tuzolana deutlich unter ihren Möglichkeiten spielten. Enttäuschend auch die bereits erwähnte nicht ausverkaufte Halle bei solch einem wichtigen Spiel.
[Vedran Zrnic im Anflug auf das Gehäuse von Peter Gentzel, der gegen den Kroaten sechs Mal das Nachsehen hatte.]
VfL Gummersbach
Nándor Fazekas (n.e.)
Goran Stojanovic (1. - 60. / 16 Paraden, darunter ein Siebenmeter)
Geoffroy Krantz
Drago Vukovic
Momir Ilic (9/4)
Robert Gunnarsson (3)
Alexis Alvanos (1)
Viktor Szilagyi (5)
Adrian Pfahl
Ole Rahmel (n.e.)
Jonathan Eisenkrätzer (n.e.)
Vedran Zrnic (6)
Audray Tuzolana (1)
HSG Nordhorn-Lingen
Peter Gentzel (1. 40. / 10 Paraden, darunter 3 Siebenmeter)
Nikolas Katsigiannis (40. 60. / sechs Paraden, darunter 1 Siebenmeter)
Nicky Verjans (1)
Tobias Karlsson
Pavel Mickal
Jan-Richard Lislerud Hansen
Steffen Weinhold (7)
Piotr Przybecki (5)
Goran Sprem (5/1)
Rastko Stojkovic (5/1)
Steffen Lüning
Csaba Szücs (1)
Zuschauer: 1.800.
Schiedsrichter: Lars Geipel, Marcus Helbig.
Siebenmeter: 8/4 4/2 (Zrnic, Ilic (2) und Szilagyi vergeben beim VfL, Sprem und Stojkovic bei der HSG).
Zeitstrafen: 4:10 Minuten (Gunnarsson, Ilic Karlsson (zweimal), Weinhold, Stojkovic, Szücs).
Spielfilm: 0:1 (4.), 5:4 (10.), 6:7 (16.), 9:8 (23.), 12:9 (26.), 13:11 (Halbzeit) 13:12 (33.), 16:13 (37.), 18:17 (46.), 20:20 (50.), 23:21 (54.), 24:24 (58.), 25:24 (Endstand).
