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Nur zwei Punkte fehlten zur perfekten Ausbeute
(mkj/20.11.2008-10:55) Bergneustadt - Das Familienzentrum Hackenberg bekam das NRW-Gütesiegel verliehen und erreichte dabei beinahe die maximal mögliche Bewertung.
[Bilder: Michael Kleinjung --- Das neue Familienzentrum auf dem Hackenberg wurde mit dem Gütesiegel "Familienzentrum NRW" ausgezeichnet.]
Das Familienzentrum der Johanniter und des Neustädter Vereins für soziale Dienste (VfsD) hat das Gütesiegel Familienzentrum NRW erhalten und wurde dabei mit 46 von 48 möglichen Punkten bewertet. Maßgebliche Initiatoren waren neben den Trägern die Leiterinnen der beiden Kindertagesstätten "Krümelkiste" und "Sonnenschein" auf dem Hackenberg. "Unser Vorbereitungsjahr war anstrengend, aber dank der sehr guten Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Trägern sind wir mit dem Gütesiegel belohnt worden", so Leiterin Brigitte Kappenstein, die sich besonders bei den Teams der beiden Kitas bedankte, ohne deren fleißigen Einsatz es nicht zu diesem Ergebnis gekommen wäre. "Wir danken auch für die Mitarbeit aller Eltern, die unsere Angebote im Familienzentrum interessiert wahrnehmen", so Kappenstein weiter.
[Den Hauptverdienst für die Zertifizierung gilt den beiden Kita-Leiterinnen (v.l.) Brigitte Kappenstein von der "Krümelkiste und Silvia
Eickhoff von der Kindertagesstätte Sonnenschein".]
Vier Leistungsbereiche wurden unter anderem für die Verleihung des Gütesiegels unter die Lupe genommen. Betrachtet wird, wie das Familienzentrum die Familien berät und unterstützt, wie Familienbildung, Erziehungs- partnerschaften und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf umgesetzt werden und welche Angebote der Kinderpflege es gibt. Die Überprüfung und Auswertung übernimmt im Auftrag des Landes NRW das unabhängige Institut "Pädquis" mit Sitz in Berlin. Über die gesetzlichen Aufgaben eines Kindergartens hinaus, bietet das Familienzentrum Eltern und Kindern Hilfen und Unterstützungen an. Durch viele unterschiedliche Kooperationspartner ist es so zum Beispiel möglich, die Familien vor Ort bedarfsorientiert zu beraten. Bevor das Familienzentrum seine Arbeit aufnahm, wurde eine so genannte Sozialraumanalyse erstellt: Welche Familien wohnen hier auf dem Hackenberg? Wie ist die Struktur der Bewohner? Welche Hilfen und Unterstützung brauchen Kinder, Eltern und Senioren?
Die Kooperation mit anderen Institutionen wurde weiter ausgebaut und ein Netzwerk geschaffen, um niederschwellige Angebote zur Förderung und Unterstützung von Kindern und Familien in unterschiedlichen Lebenslagen und mit unterschiedlichen Bedürfnissen anzubieten. Dabei richtet sich das Spektrum der Angebote nicht nur an die Familien, deren Kinder die Einrichtungen besuchen, sondern sind als Angebot und Unterstützung für den gesamten Stadtteil zu verstehen. So gibt es unter anderem Elternkompetenzkurse, Krabbelgruppe, Elterncafes, Väterfrühstücke, Seniorensingkreise, interkulturelles Kochen und einen deutsch-türkischen Freundeskreis. Es werden Vorträge zum Beispiel zu den Themen "Wie Mütter Kraft tanken können" und "Die Beziehung der Geschwister untereinander" gehalten. Eine Zusammenarbeit gibt es unter anderem mit dem "Haus früher Hilfen", der Psychologischen Beratungsstelle, ergotherapeutischen und logopädischen Praxen, der Offenen Ganztagsschule, der Begegnungsstätte Hackenberg, der Gemeinschaftsgrundschule, Kinderärzten, Jugendamt, dem GEWOSIE-Nachbarschaftshaus oder dem Tagesmütternetzwerk.
[Der VfsD-Vorsitzende Julius Beucher lobte das gemeinschaftliche Handeln der beiden Träger.]