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Letzte Jugendleiter-Versammlung des Fußballkreises Oberberg

es; 13. Feb 2001, 20:44 Uhr
Oberberg Aktuell
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Letzte Jugendleiter-Versammlung des Fußballkreises Oberberg

es; 13. Feb 2001, 20:44 Uhr
(es/13.2.2001-18:40) Oberberg - Die letzte Jugendleiter-Versammlung des "Altkreises" Oberberg vor der Fusion mit dem Kreis Rhein-Berg fand gestern Abend in Drabenderhöhe statt.
Auf der letzten Jugendleiter-Versammlung des "Altkreises" Oberberg berichtete der Kreisjugendobmann Heiko Möller von der Zusammenlegung der beiden Kreise Oberberg und Rhein-Berg ab der nächsten Spielzeit 2001/2002 im Rahmen der Strukturreform des Fußball-Verbandes-Mittelrhein. Hauptargumente der Reform seien vor allen Dingen die finanziellen Gesichtspunkte, wie Einsparungen im Verwaltungsbereich und die sportliche Konzentrierung von leistungsgerechteren Staffeln im neuen Kreis Berg.



Im Juniorenbereich bedeute dies, dass die zahlenmäßig schwachen Jahrgänge der heutigen A- und B-Junioren zusammengefasst werden könnten, um die Mannschaften entsprechend ihrer Spielstärke in leistungsgerechte und spieltechnisch kompakte Staffeln einzugliedern. Möller sieht gerade im sportlichen Bereich in der Kreiszusammenlegung nur Vorteile für die Oberbergischen Vereine.



Seit dem letzten Kreisjugendtag am 31. März 1998 lägen drei arbeitsintensive Jahre, in denen unter anderem die Wechselbestimmungen im Juniorenbereich überarbeitet, zusätzliche 4:4-Spielangebote für die Kleinsten als feste FVM-Maßnahme erarbeitet und kreisintern das Spielsystem und die Bezirksliga-Qualifikation überarbeitet wurden, so Möller.



"Gewalt im Sport" und Rückzüge



Ebenso wichtige Themen der letzten drei Jahre sei die Stichtagsänderung in den Junioren-Altersklassen, das Thema "Gewalt im Sport" und die Strukturreform im FVM gewesen. Aber auch einige negative Punkte wurden von Möller angesprochen. Nicht nachzuvollziehen seien die vielen Mannschafts-Zurückziehungen während der laufenden Spielzeiten, nicht nur der aktuellen Saison 2000/2001, sondern während der ganzen Zeit, in der er als Jugend-Obmann im Fußballkreis Oberberg tätig war.



Möller betonte, das er und insbesondere seine Kollegen im technischen Ausschuß vor jeder Saison die Vereine darum bäten, zwecks der Planungen für den Meisterschaftsbetrieb, die Mannschaftsmeldungen abzugeben. Die Vereinsjugendleiter und Jugendtrainer müssten sich doch ernsthafte Gedanken darüber machen, welche Altersklassen im Verein mit ausreichend Spielern bestückt seien, um den Spielbetrieb über das ganze Jahr zu gewährleisten.



Deshalb verstehe er einige Vereine im Kreis nicht, die Fantasiemeldungen abgäben und nach Fertigstellung der Spielpläne und des Terminkalenders einzelne Mannschaften wieder vom Spielbetrieb zurückzögen, obwohl der Kreisjugend-Ausschuss bei der Staffelbesprechung vor Saisonbeginn nochmals die einzelnen Meldungen abgefragt und von den jeweiligen Jugendleitern bestätigt bekommen habe.



Mangelndes Pflichtbewusstsein



Dass diese Art und Weise der Meldungen nicht gerade vom Pflichtbewusstsein gegenüber den Jugendlichen und dem Verein zeuge und nicht dazu beitrage, einen geregelten Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, müsste eigentlich jedem verantwortungsbewusstem Jugendleiter klar sein, zumal die Staffelleiter in "schöner Regelmäßigkeit" die Staffeln neu erstellen müssten.



Ebenso schade wäre es, das manche Spiele des Juniorenbereichs am "grünen Tisch" gewertet werden müssten, weil wenige Vereine es nicht auf die Reihe bekämen, anstehende Spiele zum angesetzten Termin durchzuführen, oder bei Ausfall entsprechend kurzfristig nachzuholen. Dabei würde es sich aber immer wieder im die gleichen Vereine handeln, so Möller weiter.



Neben attraktiven Veranstaltungen, wie zum Beispiel den "Sepp-Herberger Tagen", den 4:4-Veranstaltungen im Kreis, dem Spielfest anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Deutschen Fußball-Bundes in Hennef und dem Talenttag in Overath, wurde nach einem Jahr Pause wegen mangelhafter Hallengestellung, in diesem Jahr wieder die gewohnte Winterhallenrunde für Bambinis bis D-Junioren durchgeführt.



Wie auch schon in den vergangenen Jahren nahm auch im abgelaufenden Amtszeitraum wieder eine Mannschaft am kostenlosen Ferienaufenthalt für eine Woche in der Sportschule Hennef teil. In den letzten drei Jahren waren dies die Teams von der SG Ellinger Grund, dem SSV Denklingen und dem TuS Derschlag. Die Sepp-Herberger-Ehrung für besonders angagierte Jugendarbeit brachte auch den Vereinen Anerkennung in Form von Urkunden verbunden mit einer Ballspende.



Produktive Unterstützung der Jugendarbeit



Möller dankte ganz herzlich den Jugendspielern in den Vereinen, den Vereinsvertretern, den Trainern und Betreuern in den Vereinen, den Eltern der Spieler für die ausgezeichnete Mitarbeit und seinen Kollegen aus den verschiedenen Kreisjugendgremien für die hervorragende produktive Unterstützung seiner Arbeit. Dank sagte er auch dem Kreisvorstand für die angenehme Zusammenarbeit während seiner Amtszeit. Er wünschte dem Kreisjugendtag Berg, am 16. März in der Aula des Aggertal-Gymnasiums Engelskirchen, einen fairen Verlauf und eine glückliche Hand bei der Wahl der einzelnen Ausschussmitglieder.



Siegbert Neumann, der im Juni 1999 kommissarisch die Tätigkeit als Kreisjugendwart übernahm, berichtete von seiner Zielsetzung, die Ausbildung für den Jugendbereich zu organisieren. So wurde der erste Schnupperkurs im Kreis Oberberg im September 1999 durchgeführt, bei dem 24 Teilnehmer acht Stunden lang geschult wurden.



Als Fortsetzung des Schnupperkurses wurde im Januar 2000 in Drabenderhöhe mit 19 Teilnehmern der 40-stündige Grundkurs zur Erlangung der Jugendleiterlizenz durchgeführt. Für 17 Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurde von Mai bis Juni 2000 der 80-stündige C-Lizenzkurs durchgeführt und die Prüfung vom Verbandssportlehrer Markus Schenk in Weiershagen abgenommen.



Ende Juli wurden 57 A- und B-Jugendkapitäne und deren Betreuer auf einem Info-Abend in Nümbrecht und Berghausen über die Strukturreform des FVM informiert. Über die auch im Oberbergischen auftretende Gewalt im Sport wurden die Jugendlichen von dem "Sozialen Talent" Markus Schümmer, der in der Verbandsjugendspruchkammer arbeitet, bestens unterrichtet und gleichzeitig über die Tätigkeiten eines "Sozialen Talentes" informiert.



Vom Weiterbildungskurs begeistert



Zum erneuten 8-stündigen Schnupperkurs wurden am 1. November 2000 die Vereine mit einer Pflichtveranstaltung aufgefordert. 43 Teilnehmer waren so begeistert, dass sich für den 40-stündigen Grundkurs im Januar 2001 in Weiershagen anmeldeten. Sehr erfreut zeigte sich Neumann von der Bereitschaft von Ferdi Hennecken, einen Weiterbildungsabend pro Quartal für alle Betreuer und Trainer der Bambinis bis einschließlich der C-Vereisjugendmannschaften durchzuführen. Neumann bedankte sich für die Unterstützung durch seine Referenten. Ebenso sprach er den vielen Jugendleitern, die ohne Scheu und mit spontanen Entscheidungen seine Arbeit persönlich und auch vereinsmäßig wohlwollend vorangetrieben haben, Dank aus.



Die Junioren-Trainingsübungsleiter der Kreisauswahlmannschaften, Horst Semrau (Jahrgang 1987), Martin Borrmann (86) und Eckhardt Demmer (85 und 88), bedankten sich bei allen Vereinen für die Unterstützung bei der Abstellung von Spielern und bei der Bereitstellung von Trainingsmöglichkeiten.



Als größten Erfolg einer oberbergischen Auswahlmannschaft nannte Semrau den zweiten Platz der U 13-Auswahl bei der Mittelrhein-Meisterschaft im Juni 2000 in Duisburg, wo die Mannschaft nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses hinter der Auswahl aus Köln auf den zweiten Platz kam.



Die altbekannte Form der Kreisauswahlmannschaften wird es ab sofort nicht mehr geben, da durch die Fusion der beiden Kreise Oberberg und Rhein-Berg alle anstehenden Maßnahhmen in Duisburg oder Hennef nur noch mit Stützpunkt-Mannschaften bestritten werden. Ebenso wird in allen anderen Kreisen des Verbandes verfahren, darauf einigten sich die Kreisjugendobleute anlässlich der Jugenbeiratstagung im Dezember und die Kreisjugendübungsleiter während deren Sitzung, ebenfalls im Dezember 2000.



Werner Alzer, Vorsitzender der Kreis-Jugend-Spruchkammer, stellte in seinem Bericht fest, dass seit der Gründung am 8. April 1983 bisher 309 Verfahren durchgeführt und abgeschlossen wurden. Die Anzahl der Verfahren sei in den letzten drei Jahren kontinuierlich angestiegen. In der Spielzeit 1997/1998 waren es insgesamt 12, in den Jahren 98/99 und 99/00 18 und in der laufenden Saison bereits zur Winterpause zehn Verfahren.



Alzer erwähnte, das er in der nächsten Spielzeit aus Altersgründen nicht mehr für den Vorsitz der Spruchkammer kandidieren würde. Er war der Meinung, das es nach 18 Jahren unter seinem Vorsitz an der Zeit sei, diese Arbeit in jüngere Hände zu legen. Abschließend bedankte er sich bei allen Beisitzern für die sehr gute Zusammenarbeit.



Viele Auszeichnungen



Mit der silbernen Verdienstnadel des Fußball-Verbandes Mittelrhein für mehr als 15-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Jugendbereich wurden Eckhardt Demmer (SSV Hochwald), Peter Schneider (FV Wiehl 2000), Klaus Hoffmann (RS 19 Waldbröl), Jürgen Brück (DJK Gummersbach), Werner Schütz (SV Wiedenest), Silke Bremicker (SV Frömmersbach), Dietmar Obst (TuS Derschlag), Robert Pauli (SV Schnellenbach) und Roger Zimmermann (SG Ellinger Grund) ausgezeichnet.



Das silberne Jugendleiter-Ehrenzeichen des Westdeutschen Fußball-Verbandes für mehr als zehn Jahre verdienstvolle Tätigkeit im Jugendbereich erhielten Günter Schneider und Wolfgang Büth (beide TuRa Dieringhausen.



Mit dem goldenen Jugendleiter-Ehrenzeichen für mehr als 20 Jahre verdienstvolle Tätigkeit im Jugendbereich wurden Georg Thamm (VfL Berghausen-Gimborn), Gerhard Tomasetti (TuS Belmicke), Klaus Feld (TuS Eckenhagen) und Hubert Moog (SSV Hochwald) ausgezeichnet.



Jürgen Spies, seit mehr als 15 Jahren in der Vereinsarbeit des TuS Homburg-Bröltal tätig, und seit 1983 Mitglied der Kreisjugend-Spruchkammer, sowie Friedhelm Schmitt vom SSV Homburg-Nümbrecht, seit mehr als 15 Jahren als Staffelleiter im Kreis sowie als Schulfußball-Beauftragter tätig, wurden mit der silbernen Verdienstnadel des Kreissportbundes für ihre besonderen Verdienste um den Sport im Oberbergischen Kreis geehrt.



Die goldene Verdienstnadel für ihre herausragenden Verdienste im Kreis erhielten Werner Alzer, der seit mehr als 20 Jahren in der Vereinsarbeit des RS 19 Waldbröl tätig und zudem seit 1983 Vorsitzender der Kreisjugend-Spruchkammer ist, Volker Küchemann, ebenfalls seit mehr als 20 Jahren im Vereinsleben von TuRa Dieringhausen, seit mehr als 10 Jahren technischer Obmann im Jugendausschuss, Kurt Kriegeskotte für seine mehr als 20-jährige Tätigkeit bei der SG Hunsheim und seit 1983 in der Kreisjugend-Spruchkammer und Karl Fassbender, seit mehr als 10 Jahren Mädchenbeauftragter und Staffelleiter im Kreisjugendausschuss, sowie seit mehr als 20 Jahren für den SV Wiedenest im Vereinsleben tätig.

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