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Carsten Sauer: "Gegen Eisenach ist ein Sieg Pflicht" - Houlet spielt am Samstag

pl; 8. Feb 2001, 13:54 Uhr
Oberberg Aktuell
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Carsten Sauer: "Gegen Eisenach ist ein Sieg Pflicht" - Houlet spielt am Samstag

pl; 8. Feb 2001, 13:54 Uhr
(pl/8.2.2001-12:50) Gummersbach - Am Samstag hat das lange Warten endlich ein Ende: Nach der WM-Pause greifen die Bundesliga-Handballer wieder in des Geschehen ein.
[Archiv-Bild: Oliver Mengedoht --- Kann nach seiner schweren Verletzung am Samstag gegen Eisenach endlich wieder auflaufen: VfL-Spielmacher Francois-Xavier "Susu" Houlet.]



Für den VfL Gummersbach heißt der Gegener am Samstag um 20 Uhr in der Eugen-Haas-Sporthalle ThSV Eisenach. Seitens der Gummersbacher darf man gespannt sein, wie die WM-Teilnehmer Kyung-Shin Yoon und Oleg Khodkov die Strapazen der letzten Wochen überstanden haben. Eins ist jedenfalls sicher: Beide kehrte ohne Verletzungen aus Frankreich zurück. Sicher ist zudem auch, dass Spielmacher Francois-Xavier Houlet nach seiner schweren Verletzung (Muskelbündelriss) endlich wieder einsatzfähig ist.



Nach dem 29:26-Sieg bei der SG Solingen kurz vor Jahreswechsel überwinterte die Mannschaft von Trainer Thomas Happe mit 18:22 Punkten auf dem zwölften Rang. Der ThSV Eisennach, in dessen Reihen sich nun bekannlich der Ex-Gummersbacher Eric Amalou befindet, belegt bei einem Spiel weniger mit 13:25 Punkten den 16. Tabellenplatz.



Im letzten VfL-Heimspiel des Jahres 2000 waren die Gummersbacher gegenüber der Glanzleistung gegen die SG Wallau-Massenheim im Duell mit dem VfL Bad Schwartau kaum wieder zu erkennen. Selbst "Nick" Yoon fand gegen die dicht gestaffelte Abwehr der Gäste, die in dieser Saison schon einige Überraschungen geschafft haben und am Ende auch in Gummersbach mit 27:23 gewannen, kaum ein Mittel. Nach der 23:26-Niederlage in Willstätt stand das Team von Coach Happe in Solingen unter Druck, doch es bestand die Nagelprobe. Mit einem erneut bravourös haltenden Stefan Hecker im Tor, einem überragenden Yoon (11 Tore) und einer hervorragenden Trefferquote (73 Prozent) gelang ein verdienter Sieg, womit die Gummersbacher eine Negativ-Serie von 2:12 Punkten beendeten. Den Aufwärtstrend will man im Lager der Gummersbacher natürtlich fortsetzten. VfL-Manager Carsten Sauer vor dem Spiel gegen Eisenach: "Ein Sieg ist absolut Pflicht."



Die Thüringer erwischten zum Saisonbeginn einen klassischen Fehlstart: Nach fünf Spieltagen standen 1:9 Punkte zu Buche, und den einzigen Zähler hatten sie beim 26:26 ausgerechnet gegen den VfL ergattert. Danach sah man in Eisenach akuten Handlungsbedarf – Jürgen Beck, der bis dahin als Technischer Leiter fungiert hatte, löste am 13. November als Interimslösung den langjährigen Cheftrainer Rainer Osmann ab. Diese Maßnahme brachte zumindest ein wenig Ruhe in die Reihen des ThSV, der nach einer knappen Niederlage in Magdeburg immerhin den Deutschen Meister THW Kiel bezwang.



Ende des Jahres präsentierte der Eisenacher Vorstand um Manager Thomas Dröge mit Peter Rost den neuen Coach, der die Mannschaft nun zumindest bis Saisonende aus der bedrohlichen Zone der Tabelle führen soll. Der Vater des Bremer Fußball-Bundesligaprofis Frank Rost absolvierte selbst 216 Länderspiele für die DDR und errang 1980 in Moskau die Olympische Goldmedaille. Der 49-Jährige gilt als besonnener, engagierter Mann, dem der Aufschwung mit dem angeschlagenen Team durchaus zuzutrauen ist. Einen Weg aus der Krise hat er bereits gefunden: "Wir müssen ganz schnell zu den Tugenden zurückfinden, die Eisenach seit jeher ausgezeichnet haben: Kampfgeist und Verschworenheit."



Vor der Saison hatten der ThSV seinen Kader deutlich verkleinert. Neben Eric Amalou kamen der russische Nationalspieler Sergei Pogorelov und Andrei Kourtchev von SKA Minsk. Dem standen aber neun Abgänge gegenüber, sodass der Kader nunmehr nur noch 13 Spieler umfasst. Besonders dürfte die Eisenacher schmerzen, dass die Leistungsträger Robert-Julian Duranova und Titel Raduta den Verein verlassen haben.



Alles in allem steht Rost vor einer schweren Aufgabe, doch in Eisenach herrscht große Zuversicht, dass der neue Mann auch frischen Wind entfacht. Der Bedeutung seiner Mission ist sich der Trainer durchaus bewusst: "Wir müssen so schnell wie möglich auf 30 Punkte kommen, um der Region, die leidenschaftlich hinter uns steht, den Erstliga-Handball zu sichern."



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