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Gäste aus Übersee begeisterten sich für Schwarz-Rot-Gold
(mho/29.6.2008-19:00) Von Martina Hoffmann
Gummersbach - Nach Zwinger, Loreley und Neuschwanstein beendeten amerikanische Schüler ihren Deutschland-Trip im Oberbergischen und waren begeistert.
[Bilder: Martina Hoffmann --- Die Gäste aus den USA begeisterten sich sofort für die deutschen Farben bei der Fußball-EM.]
Die 10-köpfige Gruppe aus dem Staat Oregon war auf Einladung von Justus Hoffmann, Schüler des Grotenbach-Gymnasiums nach Gummersbach gekommen. Ich war im vergangenen Jahr Austauschschüler in Corvalis, Oregon, und als mir die Geschichtslehrerin von der Europaklassenreise berichtete, habe ich sie spontan eingeladen, so Justus. Mit gut 40 Schülern war Lehrerin Melanie Sloughterhouse vor gut zwei Wochen gestartet. Natürlich hatten wir uns ein enormes Programm vorgenommen, schließlich reist man nicht jedes Jahr 5000 Meilen, und längst nicht jeder Schüler bekommt in seinem Leben die Chance, Europa kennen zu lernen, so Sloughterhouse. Begeistert aber war sie von der Einladung ins Bergische, denn neben den touristischen Sehenswürdigkeiten wollte sie ihren Schülern vor allen Dingen die Gelegenheit geben die Menschen kennen zu lernen.
Gerne würde ich hier auch eine Partnerschule finden, mit der man eine Schulpatenschaft aufbauen und auch einen Austausch organisieren kann, hofft Sloughterhouse auf wachsende Verbindung. Sorgen hat sich der Schüler nur über das Programm für seine Gäste gemacht. Was zeigt man Schülern die gerade alle Highlights Europas im Schnelldurchgang besichtigt haben. No more Castels also bitte keine Schlösser mehr, war die Bitte, berichtet er grinsend. Nachdem Unterbringung und Fahrdienst mit bewährter Nachbarschaftshilfe des Ratsherrn Paul Esser und des Aufzugsunternehmers Detlef Eggert geregelt waren, ging es an das Programm. Neben dem Museum der Deutschen Geschichte in Bonn wurden die Villa Engels und das Rathaus besichtigt.
[Landrat Hagen Jobi nahm die Besucher aus Oregon persönlich in Empfang.]
Landrat Hagen Jobi lud die jungen Leute spontan zu einem Gespräch. Er stellte ihnen Oberberg in Zahlen und Fakten dar und man entdeckte viele Gemeinsamkeiten. Auch wir haben einen hohen Anteil an Forstwirtschaft, und als eher ländlich geprägter Raum konzentriert sich unser Mittelstand auf die Produktion von Maschinen, Präzisionsgeräte und Transportfahrzeuge, berichteten die Schüler. Die Stärkung des Mittelstandes und die Steigerung der Region gerade auch im Hinblick auf den demografischen Faktor, den Landrat Hagen Jobi hervorhob, nahmen Schüler und Lehrer als einen Denkanstoß mit. Im schnelllebigen Amerika machen wir uns darüber viel zu wenig Gedanken, so Betreuer John.
Die zahlreichen türkischen Fahnen zum EM-Spiel warfen bei den amerikanischen Schülern die Frage der Integration auf. Wichtigster Punkt hier ist die Bildung und die Sprachkompetenz der ausländischen Mitbürger, hob der Landrat hervor. Ich möchte Ingenieurwissenschaften studieren und gerne einmal nach Deutschland kommen, nehmen sie mich, so die Frage eines Abschlussschülers. Wenn sie gut sind, sind sie herzlich willkommen, versicherte der Landrat. Zum Schluss erhielt die Gruppe noch einen Überblick über die Kreisstadt vom Dach des Verwaltungsgebäudes aus. Eine Kletterpartie im Lindlarer Hochseilgarten, der Besuch im Freilichtmuseum und die Abschlussfeier des Grotenbach Gymnasiums waren weitere Programmpunkte. Beim Shopping stürzte sich die Gruppe auf Schokolade, Gummibärchen und dekorative Fan-Utensilien. Denn natürlich ging es auch zum Public Viewing. Wir drücken Deutschland für heute Abend die Daumen, versicherten die Schüler, die hofften, dass dies nicht ihr letzter Besuch im Bergischen war.
Wer Interesse an dem Aufbau einer Patenschaft oder einem Schüleraustausch hat kann sich gerne bei Justus Hoffmann info@justushoffmann.de melden.
