ARCHIV
Projekt der Generationen - Kindergarten aus Drespe besucht Altenheim in Sterzenbach
(Red./9.6.2008-16:50) Reichshof - Der Kindergarten "Unterm Schirm" beteiligt sich an der NRW-Aktion "Projekt der Generationen" - Kinder schon jetzt von den Besuchen begeistert.
[Bilder: privat --- Walter Kurth (li.) ist Ergotherapeut im Haus Entenhof und freut sich, wenn die Kinder aus Drespe zu Besuch sind.]
Hurra, heute fahren wir wieder zum Entenhof, so freuen sich die Kinder im Familienzentrum des ev. Kindergartens Unterm Schirm in Drespe. Denn die Kinder, die einmal mit im Altenheim waren, möchten auch gerne beim nächsten Mal wieder mit dabei sein. Seit November letzten Jahres besteht das generationsübergreifende Projekt zwischen dem Kindergarten in Drespe und dem Senioren- und Pflegeheim Entenhof in Sterzenbach. Einmal im Monat besuchen die Kinder die Senioren, um mit ihnen zu spielen, zu singen und zu feiern.
[Kontakte werden schnell geknüpft wenn nicht über die Sprache, dann über die Musik.]
Es ist faszinierend, wie belebend und aktivierend die Kinder auf die alten Menschen wirken, sagt Walter Kurth, Ergotherapeut im Entenhof. Kurth war es auch, der die Idee hatte, sich am Wettbewerb Projekt der Generationen, ausgeschrieben vom Familienministerium des Landes NRW, zu beteiligen. Bei dementen Menschen, die in ihrer eigene Isolierung leben, öffnen sich plötzlich Türen und sie nehmen durch die Kinder wieder ihre Umwelt mit anderen Augen wahr, so Kurth. Und Martha Torkler, die Leiterin des Familienzentrums, sagt dazu: Den Alltag der Senioren in einem Pflegeheim zu erleben, ihre körperliche Gebrechlichkeit und ihre Unbeweglichkeit, wirkte erst einmal fremd auf die Kinder. Aber durch die große Freude der Senioren ergab sich schnell eine beiderseitige Aufgeschlossenheit und die Kinder lernten, mit Menschen in anderen Lebensumständen unbefangener und vorbehaltloser umzugehen. Deshalb seien diese Begegnungen für die Bildung sozialer Kompetenzen von hohem Wert für die Kinder.
So erleben es auch die Mütter, die Torkler bei den Ausflügen nach Sterzenbach unterstützen. Je länger Altenheim und Kindergarten zusammenarbeiten, umso mehr Ideen und Möglichkeiten wachsen auf beiden Seiten, wie die Begegnungen gestaltet werden können. Dazu gehören das gemeinsame Singen, Fingerspiele und basteln, Plätzchen backen und Boggia spielen. Ende diesen Monats wird eine unabhängige Jury bekannt geben, welches der beim Ministerium eingereichten Projekte gewonnen hat. Aber auch ohne Prämierung wissen Torkler und Kurth schon jetzt, dass sie mit ihrer Arbeit gewonnen haben. Denn die Freude, die sich in den Gesichter der Jungen und Alten wider spiegelt, ist Auszeichnung genug.