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"Kein Wallenstein oder Nichts als Theater"

Red; 17. Apr 2008, 00:00 Uhr
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"Kein Wallenstein oder Nichts als Theater"

Red; 17. Apr 2008, 00:00 Uhr
(Red./2.4.2008-15:25) Wipperfürth - Dramatische Lesung in zehn Aufzügen in der Wipperfürther Drahtzieherei.
Fast wäre es ein Theaterstück geworden. Aber dann wurde es doch eher eine Satire über das Theater. Die Geschichtenschmiede der Volkshochschule Volmetal lädt am Donnerstag, 10. April zu „Kein Wallenstein oder Nichts als Theater“ in das Kultur- und Veranstaltungszentrum „Alte Drahtzieherei“ in Wipperfürth ein. Eine dramatische Lesung in zehn Aufzügen und drei musikalischen Intermezzi, so der Untertitel, der einiges an Vergnügen und literarisch ausgefeiltem Sprachwitz verspricht. Ort der Handlung ist das Theater einer kulturell ambitionierten Kleinstadt. Man spielt Schillers Wallenstein. Meint der Regisseur. Die Theaterautorin Adelgunde Herzich ist sich jedoch sicher, dass man ihr Stück, eine Neufassung des Wallenstein, in Auftrag gegeben hat. Die anderen Mitglieder der Theatertruppe sind sich nicht sicher, was hier überhaupt gespielt werden soll.

Und außerdem haben sie ganz andere Sorgen. Da streitet ein Schauspieler mit Schiller um große Worte und die erste weibliche Hauptrolle wurde von ihrem schuftigen Ehemann verlassen. Die zweite weibliche Hauptrolle erinnert sich an große Zeiten, der Kritiker an einen Skandal, der seiner Karriere in jähes Ende bereitete.

Der Comedian wähnt sich im Tollhaus und hält überhaupt nichts von Tragödien, die Souffleuse hat das Manuskript verlegt, die Requisite hat ihre Karriere als Schauspielerin vertrunken, der Inspizient dreht am Ende allen das Licht aus und der Hausmeister betreibt heimliches Kultursponsoring. Insgesamt zehn Autoren haben ihre respektlosen Federn gewetzt an den Säulen des modernen Theaters. Martina Schnerr-Bille, Anette Klingelhöfer und Hans Halbfas aus Kierspe, Werner Sinnwell, Bärbel Wengenroth und Regina Haupt aus Halver, Doris Filippek und Heidemarie Eberle-Ringel aus Lüdenscheid, Jürgen Wilmsen aus Mülheim und Doris Althof aus Werdohl. Den Hausmeister gibt Michael Malinowski. Die Lesung beginnt um 20 Uhr. Karten gibt es ausschließlich an der Abendkasse zum Preis von vier €.

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