ARCHIV
Gute Nachrichten für Lindlar: Krankenhaus bleibt und LVR investiert Millionen in Schloss Heiligenhoven
(ch/13.3.2008-1:05 Uhr) Lindlar - Der Lindlarer Rat wurde bei seiner Sitzung über die positive Zukunft des Krankenhauses informiert. Auch der Streitpunkt "Lidl-Markt" und ein möglicher Umbau des Schlosses standen zur Diskussion.
Die Erleichterung konnte man förmlich spüren, die am Dienstagabend im Alten Ratssaal in Lindlar herrschte. Durchweg nur positive Nachrichten hatten Hans-Josef Dumm als Geschäftsführer der Katholischen Kliniken Oberberg und Harry Voigtsberger vom Landschaftsverband Rheinland im Gepäck. Auch sonst herrschte überraschenderweise eine ausgesprochen gute Stimmung im Gemeinderat.
Düster waren 2005 noch die Aussichten für das Krankenhaus Lindlar. Damals machte die Gesellschaft "Katholische Kliniken Oberberg" (KKO) einen Verlust von knapp 1,7 Millionen Euro. Für 2006 wurde zunächst sogar ein Defizit in Höhe von über 2,6 Millionen Euro erwartet. Doch durch den intensiven Sparkurs, der unter anderem zur Schließung der Gynäkologie in Engelskirchen und Stellenstreichungen in beiden Häusern führte, ist es gelungen, die Verluste 2006 auf 300.000 Euro zu drücken. Für das vergangene Jahr wird sogar mit einem leichten Gewinn von circa 60.000 gerechnet.
Damit beide Krankenhäuser auch in der Zukunft weiter existieren können, kündigte Geschäftsführer Dumm allerdings weitere Einschnitte an: Bis Ende des Jahres werden wir die HNO- Abteilung und die Urologie nach Engelskirchen verlegen, sodass wir keine Anästhesie mehr in Lindlar benötigen. Operative Eingriffe werden dann nur noch unregelmäßig in ambulanten Tages-OPs stattfinden. Wir müssen uns auf einzelne Bereiche spezialisieren, um weiter erfolgreich sein können. Deswegen werde ein Schwerpunkt auf den Bereich Magen und Darm gelegt. In Lindlar sollen vor allem geriatrische und internistische Patienten behandelt werden, während in Engelskirchen das Hauptaugenmerk auf chirurgische Eingriffe gelegt wird.
Damit wir auch weiterhin in beiden Orten eine flächendeckende Gesundheitsversorgung garantieren können, wird die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten weiter verbessert. Auch am Notarzt- und Rettungsdienststandort Engelskirchen wird ohne weiteres festgehalten., so Dumm. Kritik kam von Seiten der FDP-Fraktionsvorsitzenden Jutta Fleischhauer: Vielleicht sollte versucht werden, die Mitarbeiter mehr zu motivieren. Damit stellte sich die KKO in letzter Zeit nicht glücklich an. Eine Spezialisierung im Bereich Psychiatrie, Kinderheilkunde oder Kardiologie schloss Dumm kategorisch aus: Das gibt es in Oberberg bereits zu genüge und ist nicht rentabel.
Gute Nachrichten hatte auch Harry Voigtsberger, erster Landesrat und Kämmerer des Landschaftsverbandes Rheinland, im Gepäck. Nach jahrelangem Stillstand kündigte er gravierende Veränderungen am Schloss Heiligenhoven an. Insgesamt fünf Millionen Euro wird der LVR in den kommenden Jahren in den Standort Lindlar investieren, um eine große und moderne Tagungsstätte mit Übernachtungsmöglichkeiten für 40 Besucher einzurichten. Dazu muss ein Großteil des jetzigen Schlosses umgebaut werden.
Auch über eine Verpachtung des Restaurants werde derzeit nachgedacht, berichtete Voigtsberger: Wir haben mit der Gaststätte eine soziale und ökologische Verantwortung, derer wir bewusst sind. Wir müssen versuchen, die Räume möglichst günstig zu vermieten. Aber nicht zu jedem Preis. Achim Gebert von den Grünen schlug vor, ortsnahe Firmen dafür anzusprechen, um eine höhere Verbindung mit der Bevölkerung zu erreichen. Darüber werde nachgedacht, bemerkte Voigtsberger. Er gehe davon aus, dass im Herbst die Maßnahmen beschlossen und Anfang 2009 die Umbauarbeiten begonnen werden können.
Fast zu einer Sensation kam es bei der Abstimmung zur Ansiedlung des Lidl-Marktes in Lindlar. Da sich zwei Mitglieder der Mehrheitspartei CDU zu diesem Zeitpunkt außerhalb des Saales befanden, wurde der Antrag nur knapp mit 17 zu 16 Stimmen genehmigt. Die SPD kritisierte, dass es noch unklar sei, welche Flächen als Ersatz für das dann zur Bebauung ausgeschriebene Gelände Kirschbäumchen genutzt und aufgeforstet werden können. Bürgermeister Hermann-Josef Tebroke widersprach diesem und erklärte, dass mit zwei Besitzern Verhandlungen im fortgeschrittenen Stadium geführt werde.
Außerdem stimmten die Mitglieder bei der Sitzung über die Erhebung der Elternbeiträge für die Offene Ganztagsschule ab. Unter der harschen Kritik von SPD-Vorsitzenden Jürgen-Dreiner Wirz, der erwartet, dass diese Anhebung voll zu Lasten der Geringverdiener geht, verabschiedete der Rat mit Gegenstimmen der Opposition den Antrag. Auch der interkommunale Bauhof Lindlar-Engelskirchen wurde auf den Weg gebracht. Mehrheitlich beauftragten die Ratsmitglieder die Verwaltung damit, alles Nötige für die Zusammenlegung zu veranlassen. Des Weiteren wurde dem Ausbau der Janusz-Korczak-Förderschule zu einem sonderpädagogischen Kompetenzzentrum und der Erweiterung der Parkplätze des Bergischen Freilichtmuseums zugestimmt. Ebenfalls stand erneut die Diskussion zum Leitbild Lindlar 2020 auf der Tagesordnung.
Düster waren 2005 noch die Aussichten für das Krankenhaus Lindlar. Damals machte die Gesellschaft "Katholische Kliniken Oberberg" (KKO) einen Verlust von knapp 1,7 Millionen Euro. Für 2006 wurde zunächst sogar ein Defizit in Höhe von über 2,6 Millionen Euro erwartet. Doch durch den intensiven Sparkurs, der unter anderem zur Schließung der Gynäkologie in Engelskirchen und Stellenstreichungen in beiden Häusern führte, ist es gelungen, die Verluste 2006 auf 300.000 Euro zu drücken. Für das vergangene Jahr wird sogar mit einem leichten Gewinn von circa 60.000 gerechnet.
Damit beide Krankenhäuser auch in der Zukunft weiter existieren können, kündigte Geschäftsführer Dumm allerdings weitere Einschnitte an: Bis Ende des Jahres werden wir die HNO- Abteilung und die Urologie nach Engelskirchen verlegen, sodass wir keine Anästhesie mehr in Lindlar benötigen. Operative Eingriffe werden dann nur noch unregelmäßig in ambulanten Tages-OPs stattfinden. Wir müssen uns auf einzelne Bereiche spezialisieren, um weiter erfolgreich sein können. Deswegen werde ein Schwerpunkt auf den Bereich Magen und Darm gelegt. In Lindlar sollen vor allem geriatrische und internistische Patienten behandelt werden, während in Engelskirchen das Hauptaugenmerk auf chirurgische Eingriffe gelegt wird.
Damit wir auch weiterhin in beiden Orten eine flächendeckende Gesundheitsversorgung garantieren können, wird die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten weiter verbessert. Auch am Notarzt- und Rettungsdienststandort Engelskirchen wird ohne weiteres festgehalten., so Dumm. Kritik kam von Seiten der FDP-Fraktionsvorsitzenden Jutta Fleischhauer: Vielleicht sollte versucht werden, die Mitarbeiter mehr zu motivieren. Damit stellte sich die KKO in letzter Zeit nicht glücklich an. Eine Spezialisierung im Bereich Psychiatrie, Kinderheilkunde oder Kardiologie schloss Dumm kategorisch aus: Das gibt es in Oberberg bereits zu genüge und ist nicht rentabel.
Gute Nachrichten hatte auch Harry Voigtsberger, erster Landesrat und Kämmerer des Landschaftsverbandes Rheinland, im Gepäck. Nach jahrelangem Stillstand kündigte er gravierende Veränderungen am Schloss Heiligenhoven an. Insgesamt fünf Millionen Euro wird der LVR in den kommenden Jahren in den Standort Lindlar investieren, um eine große und moderne Tagungsstätte mit Übernachtungsmöglichkeiten für 40 Besucher einzurichten. Dazu muss ein Großteil des jetzigen Schlosses umgebaut werden.
Auch über eine Verpachtung des Restaurants werde derzeit nachgedacht, berichtete Voigtsberger: Wir haben mit der Gaststätte eine soziale und ökologische Verantwortung, derer wir bewusst sind. Wir müssen versuchen, die Räume möglichst günstig zu vermieten. Aber nicht zu jedem Preis. Achim Gebert von den Grünen schlug vor, ortsnahe Firmen dafür anzusprechen, um eine höhere Verbindung mit der Bevölkerung zu erreichen. Darüber werde nachgedacht, bemerkte Voigtsberger. Er gehe davon aus, dass im Herbst die Maßnahmen beschlossen und Anfang 2009 die Umbauarbeiten begonnen werden können.
Fast zu einer Sensation kam es bei der Abstimmung zur Ansiedlung des Lidl-Marktes in Lindlar. Da sich zwei Mitglieder der Mehrheitspartei CDU zu diesem Zeitpunkt außerhalb des Saales befanden, wurde der Antrag nur knapp mit 17 zu 16 Stimmen genehmigt. Die SPD kritisierte, dass es noch unklar sei, welche Flächen als Ersatz für das dann zur Bebauung ausgeschriebene Gelände Kirschbäumchen genutzt und aufgeforstet werden können. Bürgermeister Hermann-Josef Tebroke widersprach diesem und erklärte, dass mit zwei Besitzern Verhandlungen im fortgeschrittenen Stadium geführt werde.
Außerdem stimmten die Mitglieder bei der Sitzung über die Erhebung der Elternbeiträge für die Offene Ganztagsschule ab. Unter der harschen Kritik von SPD-Vorsitzenden Jürgen-Dreiner Wirz, der erwartet, dass diese Anhebung voll zu Lasten der Geringverdiener geht, verabschiedete der Rat mit Gegenstimmen der Opposition den Antrag. Auch der interkommunale Bauhof Lindlar-Engelskirchen wurde auf den Weg gebracht. Mehrheitlich beauftragten die Ratsmitglieder die Verwaltung damit, alles Nötige für die Zusammenlegung zu veranlassen. Des Weiteren wurde dem Ausbau der Janusz-Korczak-Förderschule zu einem sonderpädagogischen Kompetenzzentrum und der Erweiterung der Parkplätze des Bergischen Freilichtmuseums zugestimmt. Ebenfalls stand erneut die Diskussion zum Leitbild Lindlar 2020 auf der Tagesordnung.