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Podiumsdiskussion brachte viel Lob für die freien Schulen

ls; 21. Mar 2008, 00:00 Uhr
Oberberg Aktuell
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Podiumsdiskussion brachte viel Lob für die freien Schulen

ls; 21. Mar 2008, 00:00 Uhr
(ls/6.3.2008-12:55) Von Leif Schmittgen Gummersbach – Die gestrige Podiumsdiskussion zum Thema "Bekenntnisschulen in unserer Schullandschaft - Chancen und Grenzen" brachte zwar viele Daten und Fakten, aber das eigentliche Thema "Kind" schien auf der Strecke geblieben zu sein.
[Bilder: Leif Schmittgen --- Dr. Jürgen Franzen (von links), Michael Solf, Annette Tillmann, Matthias Weichert, Helmut E. Klein und Thomas Sieling hatten gestern auf dem Podium zum Thema "Bekenntnisschulen in unserer Schullandschaft" Platz genommen.]

Hochkarätige Gäste hatten gestern Abend auf dem Podium in der Aula des Freien christlichen Schulzentrums in Karlsbach Platz genommen und die wenigen Besucher sollten eine Aneinanderreihung von Zahlen, Wirtschaftsfakten zu hören bekommen. Eingeladen hatte der evangelische Arbeitskreis der CDU-Oberberg unter Leitung von Annette Tillmann, die auch die Moderation des Infoabends übernommen hatte.

[Der Bergneustädter Lehrer und Pfarrer Matthias Weichert hatte sich für einen stärkeren Austausch zwischen öffentlichen und privaten Schulen ausgesprochen.]

Helmut E. Klein vom Institut der deutschen Wirtschaft verdeutlichte dem Podium anhand von vielen Statistiken und Tabellen wie die privat getragenen Schulen in Deutschland angesiedelt sind. „Beispielsweise ist der Anteil der Privatschüler in Deutschland mit 7,3 % im Vergleich zu den Niederlanden, wo ¾ der Kinder und Jugendlichen auf eine Nichtstaatliche Schule gehen, sehr gering“, hatte Klein gesagt. Eine mangelnde Förderung durch offizielle Stellen wurde von Klein außerdem bemängelt, er stellte aber gleichzeitig dar, dass die Privatschüler bei der Pisastudie wesentlich besser abschnitten als die Pennäler auf öffentlichen Schulen.

Die Vorteile von Bekenntnisschulen sind laut dem Referenten unter anderem ein gutes Schulklima, ein diakonisches Bildungsverständnis und eine gute Beziehung zwischen Lehrern und Schülern. Zuvor hatte der Rektor des Hauptschulzweiges, Thomas Sieling die Gäste über die Geschichte der christlichen Bekenntnisschulen im Oberbergischen, die 1994 begann, aufgeklärt. „Inzwischen besucht auch eine muslimische Schülerin unser Haus, hatte der Schulleiter die Offenheit seines Schulsystems, in dem der evangelische Religionsunterreicht verbindlich ist, beschrieben.

Auch die Politik kam gestern Abend zu Wort: Der CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Schulausschusses Michael Solf schob die durch seinen Vorredner mangelnde Förderung der Privatschulen, auf die ehemalige Landesregierung. Diese habe viele Schulden gemacht, die es erst einmal abzubauen gelte.

Ein wirkliches Contra zu den Privatschulen war gestern Abend nicht zu vernehmen: Lediglich Matthias Weichert, seines Zeichens Pfarrer und Lehrer am städtischen Gymnasium in Bergneustadt hatte deutlich gemacht, dass die Schulsysteme nicht gegeneinander arbeiten sollten, sondern voneinander Früchte tragen müssten um das jeweilige System zu verbessern.

Sein Vorredner Dr. Jürgen Franzen, Dezernent für Schulen der evangelischen Kirche im Rheinland hatte nämlich festgestellt, dass die öffentlichen Schulen viele Dinge von den Privaten übernommen hätten. Das Thema „Kind“, was nach der Erwartung Vieler im Mittelpunkt hätte stehen sollen, wurde nur ganz kurz beleuchtet. „Wir haben mit 26 Schülern pro Klasse, zu viele Kinder in einer Klasse“, hatte Schulleiter Sieling festgestellt.


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