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Einer, dem die Nähe zu den Bürgern immer wichtig war

mp; 15. Feb 2008, 00:00 Uhr
Oberberg Aktuell
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Einer, dem die Nähe zu den Bürgern immer wichtig war

mp; 15. Feb 2008, 00:00 Uhr
(mp/31.1.2008-14:00) Waldbröl - Christoph Waffenschmidt wurde gestern Abend im Festsaal des Krankenhauses offiziell als Waldbröler Bürgermeister verabschiedet.
[Bilder: Mischa Peters --- Karl-Heinz Neusinger (von links), Bodo Löttgen, Joachim Finklenburg, Christoph Waffenschmidt, Hagen Jobi und Werner Becker-Blonigen im voll besetzten Festssaal des Waldbröler Krankenhauses.]

Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat Christoph Waffenschmidt in den letzten Wochen immer wieder gesagt, wenn er zu seinem Abschied aus dem Waldbröler Rathaus und dem Wechsel als Geschäftsführer zur Hilfsorganisation World Vision gefragt wurde. Und auch gestern, bei seiner offiziellen Verabschiedung im bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal des Waldbröler Krankenhauses, betonte der scheidende Bürgermeister, dass „ich mich nicht gegen Waldbröl sondern für einen neue Herausforderung entschieden habe.“ Waldbröl sei immer seine Heimat gewesen und werde es auch weiterhin bleiben.

Dass Waffenschmidt, der 1999 als damals 29-Jähriger zum jüngsten Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen gewählt wurde, sich in seiner Heimatstadt auch nach mehr als acht Jahren im Amt größter Beliebtheit erfreut, zeigte sich an den vielen Waldbröler Bürgern, die gekommen waren, um ihrem Rathauschef „Lebewohl“ zu sagen. Aber auch die Zahl von nicht weniger als 14 Rednern und Laudatoren zeugt von dem Respekt, der dem christlich geprägten CDU-Mann aus allen politischen und gesellschaftlichen Lagern entgegen gebracht wird. In den vielen Beiträgen wurde immer wieder vor allem eines deutlich: Waldbröl verliert einen Bürgermeister, dem die Nähe zu den Bürgern immer besonderes wichtig war.

[Die letzte Rede von Christoph Waffenschmidt als Waldbröler Bürgermeister.]

Eine Aussage, mit der sich auch Waffenschmidt identifizieren konnte, als er seine Zeit im Bürgermeisteramt noch einmal Revue passieren ließ. „Mir war immer besonders wichtig, die Menschen in den Mittelpunkt zu rücken und für Waldbröl zu begeistern.“ Denn es lohne sich für Waldbröl Flagge zu zeigen. Es sei bereits viel getan worden, „aber es ist auch noch viel zu tun“, gab Waffenschmidt einem potenziellen Nachfolger mit auf den Weg.

Sein erster Dank galt der Familie, und dabei ganz besonders seiner Frau Christine. „Ich war oft weg, und Du hast mich immer unterstützt und ermutigt.“ Aber auch Inge Prilipp, „die treueste und fleißigste Mitarbeiterin, die man sich im Vorzimmer wünschen kann“, alle Verwaltungs- und Ratsmitglieder sowie die Waldbröler Bürger, „die mich zweimal gewählt und mir damit Vertrauen gegeben und viel anvertraut haben“, waren Adressaten der Dankesworte Waffenschmidts. Der Saal verabschiedete den scheidenden Rathauschef schließlich mit stehenden Ovationen.


Auszug aus den Redebeiträgen:

Joachim Finklenburg, Geschäftsführer des Waldbröler Krankenhauses: „Der Bürgermeister verlässt die Stadt. Das ist nicht alltäglich. Sie, Herr Waffenschmidt können sagen: ‚Dieser Acker ist bestellt.’ Sie haben in der Sache hart für das Krankenhaus gerungen.“

Landrat Hagen Jobi: „Ich kenne Dich nicht mit bitterer Miene. Der Optimismus ist deine große Stärke. Als Kind der Stadt sind Dir immer die Anliegen der Bürger wichtig gewesen. Bei World Vision wirst Du Dich nun um die Menschen in anderen ärmeren Regionen kümmern.“

Bodo Löttgen, Mitglied des Landtags: „Unser Verhältnis ist geprägt von gegenseitigen Vertrauen und Zutrauen. Du bist jemand, der immer nachhakt. Als ich mich für das Mandat im Ladtag beworben habe, erschienst Du mir schon fast zu gut vorbereitet. Aber ich habe mich an einen Satz erinnert: ‚Wie klug jemand ist, erkennt man an seinen Fragen und nicht an seinen Antworten’.“

Karl-Heinz Neusinger, Stellvertretender Bürgermeister: „Ich erinnere mich noch gut an die Schlagzeilen 1999: ‚Jüngster Bürgermeister in NRW’ oder ‚Noch nicht mal 30 und schon Bürgermeister’. Und gleichzeitig traten alle Nörgler und Zweifler auf den Plan: ‚Der schafft das nie’ oder ‚Wie kann man nur einen so jungen…’. Du hast sie alle eines Besseren belehrt, Christoph.“

Sylke Dickmann, Beigeordnete: „Es gibt viele Verdienste, die es zu würdigen gilt. Ich möchte dabei besonders den Aspekt Bürgernähe in den Fokus rücken. Die Menschen hier sagen nicht: ‚Das ist Bürgermeister Waffenschmidt’, sie sagen: ‚Das ist unser Bürgermeister, Christoph’.“

Norbert Krämer, Personalrat: „1999 haben sich viele im Rathaus gedacht: ‚Wie soll das funktionieren? Ein Bürgermeister mit 29 Jahren.’ Die meisten von uns waren ja älter als Sie. Aber mit ihrer unkomplizierten Art haben Sie schnell alle Vorbehalte abgebaut.“

Werner Becker-Blonigen, für die Bürgermeister im Oberbergischen: „Als Du anfingst, war Waffenschmidt schon ein großer Name in Waldbröl. Du verbindest Redegewandtheit, persönliche Offenheit und natürliche Selbstsicherheit mit einer Neugier, die weit über den Tellerrand hinausgeht. So hast Du die Nachbarkommunen erforscht, Netzwerke erkennen und verstehen wollen. Du hast immer auch einen Sinn fürs Globale gehabt, das Klein-Klein ist etwas, dass Dir nicht lag.“



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