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Demographie-Wandel auch für das Marketing nutzen
(ls/13.11.2007-11:55) Von Leif Schmittgen
Gummersbach - Der Kölner Betriebswirtschaftler Prof. Dr. Udo Koppelmann hatte gestern Abend im Rahmen einer Vortragsreihe bei der Firma Terrra Tron über die Chancen der Wirtschaft im demographischen Wandel Deutschlands referiert und bereitete interessante Denkanstöße bei den vielen Anwesenden aus Politik und Wirtschaft.
[Bilder: Leif Schmittgen --- Viele Vertreter aus der oberbergischen Wirtschaft und Politik waren gestern Abend der Einladung der Wirtschaftsjunioren und des Kreises zum Demographieforum in die Räume der Firma Terra Tron gefolgt.]
Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter, das ist hinreichlich bekannt. So wird die Mehrzahl der Menschen im Jahr 2030 über 50 Jahre alt sein. Aus diesem Grund hatten die Wirtschaftsjunioren und der Oberbergische Kreis zu einem Forum in den Räumlichkeiten der Firma Terra Tron in Windhagen eingeladen, um Denkanstöße in der Wirtschaft anzuregen. Ansätze im Umdenken sind laut Prof. Dr. Udo Koppelmann, seines Zeichens Hauptjuror des Abends und Professor an der Universität Köln, bereits getan.
In seinem Vortrag Wirtschaftsmotor Alter - Produktentwicklungen und Tendenzen im Demographischen Wandel Chancen für die Wirtschaft sagte er, dass es bereits in den späten 80er und frühen 90er Jahren einen Wandel in der TV Werbung gegeben habe. Damals sah man fast ausschließlich junge Gesichter im Fernsehen, aber niemals 30-Jährige. Dieses habe sich im Laufe der Jahre gewandelt. Auch die bevorzugte Altersgruppe 14 bis 19 der Werbeindustrie sei absoluter Nonsens, da die Gesellschaft weg vom Allgemeindenken, das Alter sei etwas unschönes, hin zum Individualdenken umschwenken müsse.
[Prof. Dr. Udo Koppelmann warnte die Anwesenden davor, die Wirtschaftskraft der über 50-Jährigen in Zukunft zu unterschätzen.]
Falten seien auch etwas Schönes. Ich bin ich, müsste sich in den Köpfen einbrennen und dieses Denken müsse sich auch die Wirtschaft zu Herzen nehmen. Moderne Hotels beispielsweise würden ihre Zimmer heute behindertengerecht einrichten, was aber auch für viele junge Gäste Vorteile mit sich bringen würde. Genauso sollte man bei der Konstruktion von Betten oder Sesseln auf eine altersgerechte Bauweise achten, da der Absatzmarkt bei den über 50-Jährigen immer größer werde und deshalb angepasst werden müsste.
Alles wird heutzutage für 20-Jährige gebaut. Meine Mutter hat sich mit 65 Jahren noch einmal mit neuen Möbeln eingerichtet, berichtete der Betriebswirtschaftler. Er habe einen Umdenkungsprozess bei seiner Mutter erwirkt, die sich weg vom konservativen Denken neuen Dingen öffnete. Auch die Werbeindustrie müsste den älteren Bevölkerungsschichten die Moderne schmackhaft machen und auch im sozialen Umfeld innerhalb der Familie und im Freundeskreis ansetzen. Wer fährt heute überwiegend Aida? Die Senioren, untermauerte Koppelmann seine Argumente.
Auch der Wissensdurst eines im Ruhestand befindlichen Menschen könne, da er mehr Zeit habe, wieder gestillt werden. Mit Schaubildern hatte der Professor seinen Vortrag untermalt und erntete dafür viel Applaus.
Zuvor hatte der Geschäftsführer der Terra Tron, Wilfried Petsching die Gäste begrüßt und im Anschluss an den Hauptvortrag über wirtschaftliche Entwicklungen in seinem Unternehmen im Zusammenhang des demographischen Wandels referiert, ehe Ralf Eckhoff von der Firma Gira das Thema aus der Sicht seines Unternehmens beleuchtete. Die anschließende Diskussionsrunde Belegschaften im Wandel mit Vertretern der Firmen Jockey-Plastik, Rüggeberg und Dr. Mortsiefer Managment Consulting GmbH rundeten das Demographieforum ab.

Zuvor hatte der Geschäftsführer der Terra Tron, Wilfried Petsching die Gäste begrüßt und im Anschluss an den Hauptvortrag über wirtschaftliche Entwicklungen in seinem Unternehmen im Zusammenhang des demographischen Wandels referiert, ehe Ralf Eckhoff von der Firma Gira das Thema aus der Sicht seines Unternehmens beleuchtete. Die anschließende Diskussionsrunde Belegschaften im Wandel mit Vertretern der Firmen Jockey-Plastik, Rüggeberg und Dr. Mortsiefer Managment Consulting GmbH rundeten das Demographieforum ab.
