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Die Verbandsliga als Überholspur für die VfL-Youngster

pn; 4. Aug 2008, 12:20 Uhr
Oberberg Aktuell
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Die Verbandsliga als Überholspur für die VfL-Youngster

pn; 4. Aug 2008, 12:20 Uhr
(pn/6.8.2007-13:40) Von Peter Notbohm
Gummersbach - Oberberg-Online präsentiert den Handball-Verbandsligisten VfL Gummersbach II.
[Bilder: Peter Notbohm --- Die "jungen Wilden" wollen auch in der Verbandsliga für Furore sorgen.]

Als herausragend darf man die vergangene Saison der Gummersbacher Reservemannschaft sicherlich bezeichnen. Mit nur drei Seniorenspielern und vielen A-Jugendlichen wurde die Landesliga dominiert und bei nur einer einzigen Niederlage stieg die Juniorentruppe nicht nur auf, sondern ebnete gleichzeitig auch mehreren Spielern den Weg in den Bundesligakader des VfL.

Kommen und Gehen

Personell machen "die jungen Wilden" erneut einen kleinen Schnitt. Mit Goalgetter Julian Krieg verlor das Team nicht nur ihren Abwehrorganisator, sondern auch den Mann, der häufig zu Beginn der Partien mit seinen Toren die Weichen auf Sieg stellte. Ihn glaubt Teamchef Axel Renner trotz der großen Lücke, die er reißt, aber ersetzen zu können. Anders sieht er dies bei der Personalie Stanislaw Gorobtschuk, der in den Bundesligakader des VfL aufrückt und sein Zweitspielrecht in der Regionalliga bei Meisterschaftsfavorit Leichlingen wahrnimmt. Mit ihm verlieren die Kreisstädter erst einmal ihren Fels in der Brandung, auch wenn für genügend Ersatz gesorgt zu sein scheint: „Sein Abgang wird trotzdem schwer zu kompensieren sein." Die Abgänge von Michael Brose (Bayer Dormagen II) und Sebastian Raymund (TV Rodt-Müllenbach) reißen dagegen keine Löcher in die Stammsieben, da sie vornehmlich in der A-Jugend eingesetzt wurden.

Zugänge erhält man dagegen nur aus der letztjährigen B-Jugend: „Wir wollen lieber ausbilden, als von Außen dazuholen." Was dort an Qualität heranwächst, scheint jedoch noch stärker als vergangenes Jahr zu sein. Sebastian Beyer ist aktueller Juniorennationalspieler. Steffen Fischer und Markus Hammerschmidt befinden sich im erweiterten DHB-Kader. Marco Wyss ist zudem Schweizer Jugendnationaltorwart. Mit Niklas Kammer und Stephan Mürtz schafften es zudem auch zwei echte Oberberger in den Kader. Vervollständigt wird die Liste durch Markus Bluhm und Jonathan Eisenkrätzer.

Allerdings könnten der Mannschaft auch noch einige Abgänge drohen. Robin Teppich wurde bereits in den Kader der Bundesligamannschaft aufgenommen. Ole Rahmel, Adrian Rother und Jan Lars Gaubatz sind ebenfalls im Trainingslager des VfL mit an Bord. Sollten diese vier Akteure drei Bundesligaspiele gemacht haben, müssten sie Verträge bekommen und wären für die Verbandsligamannschaft nicht mehr einsetzbar. Renner will dann allerdings anders als im Fall Gorobtschuk die Spieler beim VfL halten und sie weiterhin in der A-Jugend auflaufen lassen.

[Die Neuen bei der Zweiten des VfL.]

Stärken und Schwächen

Schwächen hat das Team, das ein Durchschnittsalter von 18 Jahren hat, im Vergleich zu anderen Verbandsligisten nur wenige. Die Spieler wurden aus ganz Deutschland zusammengesucht, so dass fast nur große Talente im Kader sind. Nun ist die Mannschaft ein Jahr weiter und hat sich trotz der Abgänge im Seniorenbereich etabliert, auch wenn Renner warnt, dass in der Verbandsliga die Gegner schon deutlich ernster zu nehmen seien. Doch welcher Verein kann seinen Spielern schon tägliches Training in Taktik, Kondition und Kraft bieten? So kann man als einzige Schwäche vielleicht anführen, dass acht ehemalige B-Jugendspieler nicht nur künftig in der A-Jugend antreten müssen, sondern direkt auch in den Herrenbereich wechseln. Technisch werden zwar auch sie den meisten Gegnern überlegen sein, doch im körperlichen Bereich werden sie anfangs wohl noch etwas Lehrgeld zahlen müssen.

Verletzungspech kann den VfL dagegen kaum schrecken. Der Kader umfasst derzeit 23 Spieler, so dass auch der Konkurrenzkampf angeheizt werden kann. Mit ihrem Tempospiel werden sie die meisten Gegner wahrscheinlich ähnlich wie Bayer Dormagen letzte Saison überrennen - mit dem Unterschied, dass beim VfL auch auf die Abwehrarbeit Wert gelegt werden soll. Und auch dahinter im Tor ist Gutes zu erwarten. Tobias Uding stand bisher etwas im Schatten von Gorobtschuk und muss nun aus diesem heraustreten. Doch dahinter lauern bereits die beiden Jugendnationalspieler Hammerschmidt und Wyss. In den ersten Testspielen ließen sie bereits erahnen, zu welchen Leistungen sie fähig sind. Insgesamt wird das Spiel außerdem noch variabler. Waren es letzte Saison im Rückraum meist die selben Akteure, die für die Tore zuständig waren, ist nun jede Position doppelt stark besetzt.

Fazit

Im Grunde kann sich die VfL-Reserve nur selbst schlagen. Zwar will Axel Renner davon noch nichts hören: „Der Aufstieg ist kein Muss. Wir wollen uns vor allem weiterentwickeln." Doch dies wird von den gegnerischen Teams wohl eher als Tiefstapeln ausgelegt werden. Einzig Alfred Gislason könnte vielleicht "den Aufstieg verhindern". Sollte er aufgrund von Verletzungen im Bundesligakader mehrere Spieler hochholen, könnte dies zu einem Qualitätsverlust führen.

Tests und Tore

VfL Gummersbach II – ASV Senden 45:40
VfL Gummersbach II – Bielefeld 36:27
VfL Gummersbach II – Sparta Münster 29:29
Sieger des Turniers des SSV Nümbrecht

Abgänge

Michael Brose (TSV Bayer Dormagen II)
Stanislaw Gorobtschuk (VfL Gummersbach/Leichlinger TV)
Julian Krieg (SG Schalksmühle/Halver)
Sebastian Raymund (TV Rodt-Müllenbach)

Zugänge

Sebastian Beyer (eigene A-Jugend)
Markus Bluhm (eigene A-Jugend)
Jonathan Eisenkrätzer (eigene A-Jugend)
Steffen Fischer (eigene A-Jugend)
Markus Hammerschmidt (eigene A-Jugend)
Niklas Kammer (eigene A-Jugend)
Stephan Mürtz (eigene A-Jugend)
Marco Wyss (eigene A-Jugend)

Spielerkader

Tor:

Markus Hammerschmidt
Stephan Mürtz
Marco Wyss
Tobias Uding

Feld:

Sven Andersen
Tibor Benedek
Sebastian Beyer
Markus Bluhm
Frederic Burmeister
Jonathan Eisenkrätzer
Steffen Fischer
Jan-Lars Gaubatz
Fabian Hamacher
Lars Jakubowski
Niklas Kammer
Florian Lammering
Marcel Mesenhöler
Marc Multhauf
Timo Pasemann
Ole Rahmel
Adrian Rother
Robin Teppich
Phillip Jonas Wilhelm

Teamchef:

Axel Renner

Trainer:

Klaus Westebbe

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