ARCHIV
In 125 Jahren den Dienst am Nächsten in den Vordergrund gestellt
(Red./4.6.2007-13:55) Lindlar Feuerwehr Lindlar feiert sein Jubiläum vom 8. bis zum 10. Juni.
[Bilder: privat --- Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten vor allem Frauen die Last der Feuerwehrarbeit schultern.]
Die Anfänge des Feuerschutzes in Lindlar liegen, trotz Feuerscheines, im Dunkeln. Zum ersten Mal notariell erwähnt wurde der Löschzug Lindlar am 27.Oktober1882. Zu dieser Zeit bestand der Löschzug aus 65 Mitgliedern und einer neuen Saug- und Druckspritze. Bis 1918 durchlebte die Feuerwehr eine stürmische Zeit. Im Kriegsjahr 1918 waren nur noch sechs verfügbare Mitglieder in der Feuerwehr. Bis 1926 konnte sich die Feuerwehr wieder erholen, es wurde sogar eine Motorspritze damals weit und breit eine Sensation angeschafft. Zum Ende des 2.Weltkrieges waren praktisch keine Männer mehr in Lindlar, und deshalb wurden zahlreiche Frauen in die Feuerwehr aufgenommen. Namentlich bekannt sind noch Anneliese Streit und Helmi Nieß. Die Feuerwehrfrauen haben mit großem Mut die schweren Einsätze dieser Zeit bewältigt. Unter anderem waren das der Einsatz in Breidenbach, wo ein Bombenteppich niedergegangen war, und der große Bombenangriff auf Engelskirchen.
Eine andere Geschichte erzählt davon, dass beim Einmarsch der Amerikaner in Lindlar die Feuerwehrfahne als Beute mitgenommen wurde. 1953 tauchte diese Fahne dann plötzlich wieder in einem Postpaket bei Richard Stein im Bürgermeisteramt auf. Die Amerikaner hatten die Fahne später in Württemberg einfach liegen gelassen. Dort war sie gefunden und aufgehoben worden, bis die Zeiten ruhiger waren und es möglich war, die Fahne nach Lindlar zurück zu schicken. Später hat Pfarrer Braun die Fahne geweiht und so ist sie auch heute noch bei offiziellen Anlässen Zeichen für die Tradition des Löschzuges Lindlar. Nach Beendigung des Krieges war die Wehr, trotz des Verlustes verschiedener Löschgeräte durch Diebstahl, wenn auch beschränkt, einsatzfähig.
[Wasser wurde in früheren Zeiten am Löschteich "getankt".]
In den 50er Jahren musste neue Aufbauarbeit durchgeführt werden. Von 1962 bis 1972 wurde die Ausrüstung der Wehr modernisiert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Es fehlte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch ein geräumiges und modernes Gerätehaus. Dem Löschzug Lindlar, der zu diesem Zeitpunkt in sehr primitiven Räumlichkeiten an der Eichenhofstraße untergebracht war, wurde im Rahmen eines Festaktes zugesichert, dass Rat und Verwaltung sich bemühen würden, dem Löschzug Lindlar baldmöglichst eine neue Unterkunft zu stellen.
Die Grundsteinlegung erfolgte dann auch 1975, die Fertigstellung und Übergabe des Hauses im Mai 1976. Der Löschzug verfügte nun über Räumlichkeiten, die einer sachgemäßen Unterbringung von Mannschaften und Geräten dienten. Auch die kommunale Neuordnung brachte Veränderungen bei der Freiwilligen Feuerwehr. Durch eine Umstellung der Katastrophenschutzeinheiten wurde dem Löschzug Lindlar ein Hilfsrüstwagen zugeteilt.Der Löschzugführer Oberbrandmeister Richard Werner vollendete im Februar 1975 sein 65. Lebensjahr und schied somit aus dem aktiven Dienst aus. Sein Nachfolger wurde Brandmeister Josef Brügge, der später auch Wehrführer und stellvertretender Kreisbrandmeister wurde.
[Nach jahrelangen Diskussionen wurde 2005 im Rat eine Erweiterung des Gerätehauses beschlossen.]
Um die Schlagkraft noch zu erhöhen, erhielt der Löschzug im November 1977 ein neues Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 8. Im Oktober fand abermals ein Führungswechsel beim Löschzug Lindlar statt. Die Führung des Löschzuges Lindlar übernahm nunmehr der bisherige stellvertretende Löschzugführer Manfred Lüdenbach. Im Jahr 1982 bestand der Löschzug Lindlar aus 35 Feuerwehrmännern. 1986 konnte endlich ein moderner Rüstwagen in Dienst genommen werden. Dieses Fahrzeug war vor allem ausgerüstet zur technischen Hilfeleistung, insbesondere bei Verkehrsunfällen. Im April 1992 wurde das 32 Jahre alte Tanklöschfahrzeug TLF16 außer Dienst gestellt und an die Partnergemeinde Sorno in Brandenburg verschenkt. Neben Bürgermeister Sax, Vertretern von Rat und Verwaltung, waren auch zahlreiche Mitglieder des Löschzuges nach Brandenburg zur Übergabe mitgereist. Im Mai.1992 konnte dann das neue TLF16 dem Löschzug offiziell übergeben werden.
Anfang 2004 war es dann soweit, ein 27 Jahre altes LF8 wurde endlich durch ein neues FF 8/6 Allrad ersetzt. In den vergangenen zehn Jahren ist der Löschzug entsprechend den gestiegenen Anforderungen personell sehr stark gewachsen. Der Fahrzeugbestand wurde vergrößert und das Gerätehaus an der Vossbrucher Straße zu klein. Eine Erweiterung des Gerätehauses wurde deshalb zwingend notwendig. Nach jahrelangen Gesprächen und Verhandlungen mit Rat und Verwaltung war es 2005 so weit, dass der Rat der Gemeinde die Erweiterung des Grätehauses um drei Einstellplätze beschloss.
Dem Löschzug Lindlar gehören im Jubiläumsjahr 2007 insgesamt 52 Männer und Frauen im aktiven Dienst an. Diese verrichten zahlreiche Schulungen, Übungen und Arbeiten, um ständig gut ausgebildet und einsatzbereit den Dienst am Bürger zu verrichten. Um das Ausmaß der freiwilligen Leistungen zu verdeutlichen, sei nur darauf hingewiesen, dass der Löschzug Lindlar alleine im Jahr 2005 über 100 Einsätze gefahren hat, von der einfachen Hilfeleistung über die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen bis zum Brandeinsatz.