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HB-Landesliga: Wallefeld kämpft weiter - VfL so gut wie durch - TVS Derbysieger
(pn/11.3.2007-23:50) Oberberg - Im ersten Derby des Spieltages verliert der TVN in Wallefeld Punkte und einen Spieler - Der CVJM unterliegt unglücklich im Duell mit Strombach - Gummersbach kann den Aufstieg planen - Nümbrecht verliert unglücklich.
[Bilder: Michael Kleinjung ---- Im Kellerduell wurde mit harten Bandagen gekämpft.]
TV Wallefeld - TV Niederseßmar 24:21 (11:10).
Während die Gastgeber die letzte Chance beim Schopf packten, verdunkeln sich die Wolken für Mannschaft vom Dreieck mehr und mehr. Nicht nur, dass das Team von Bernd Freitag die elfte Auswärtsniederlage beim elften Auftritt in der Fremde kassierte, zudem holte sich Daniel Rodriguez zwei Minuten vor Ende auch noch eine Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung ab. In einem typischen Lokalderby war der Sieg für die Wallefelder aber auch nicht unverdient. Zu oft mussten die Gäste einem Rückstand hinterherrennen. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase setzte sich der TVW von 4:4 auf 10:6 (20.) ab. Nun leisteten sich die Hausherren jedoch einige konditionelle Schwächen, so die Freitag-Schützlinge bis zur Pause auf 11:10 verkürzen konnten. Oberwasser sollten sie dadurch jedoch nicht bekommen.
[Markus Deubel brachte es nach zuletzt eher durchwachsenen Leistungen diesmal auf vier Treffer.]
Nach dem Wiederanpfiff der Unparteiischen gingen die Wallefelder früh wieder mit drei Treffern in Führung, was das Team bis zum 17:14 (43.) verteidigte. Dem TVN gelang der erneute Anschlusstreffer, der Ausgleich blieb trotz zahlreiche Chancen jedoch versagt, so dass die Gastgeber diese Schwäche über 19:16 bis zum 22:17 (56.) nutzten. In der hektischen Schlussphase gelang den Seßmarern nur noch 'Ergebniskosmetik'. TVW-Coach Klaus Küsters hob aus einer "starken" Mannschaft derweil Fabian Thom und Torhüter Frank Canisius hervor: "Wenn wir so letzte Woche gespielt hätten, wäre Oberwiehl chancenlos gewesen." TVN-Sprecher Horst Vorbach haderte dagegen erneut mit der mangelhaften Chancenauswertung, zu der sich auch zahlreiche technische Fehler gesellten. So stufte er den Sieg der Wallefelder auch als absolut verdient ein. Die Rote Karte gegen Rodriguez charakterisierten derweil beide als zu hart: "Er hat sich nach einer Zeitstrafe mit dem Ball gegen den Kopf geschlagen, was als Vogel zeigen interpretiert wurde."
Tore Wallefeld: Fabian Thom (5), Uwe Merten (5/2), Andreas Eulenhöfer (4), Markus Deubel (4), Karsten Zirkel (3), Andree Gerhardt (1), Holger Kleinjung (1), Stefan Breitenfeld (1).
Tore Niederseßmar: Tobias Hufe (6/3), Andreas Becker (5), Marc Bubenzer (5), David Rodriguez (3), Daniel Rodriguez (1), Christian Sauerborn (1).
[Tobias Hufe erwies sich noch als sicherste Seßmarer Schütze, konnte die Niederlage aber auch nicht verhindern.]
SG Königsdorf/HHV - SSV Nümbrecht II 31:30 (18:13).
Auf den Hiltmann-Schützlingen scheint ein Fluch zu liegen. Zwar zeigen die Oberberger seit Wochen gute Leistungen, Punkte hat ihnen dies bisher aber kaum gebracht. So geschehen auch beim neuen Tabellenvierten aus Königsdorf. Der SSV zeigte zwar ein starkes Spiel, verpennte aber die Anfangsphase völlig: Das hat uns leider das Genick gebrochen. Da half es auch nicht, dass der freigespielte Patrick Seebaum für die zweite Mannschaft spielberechtigt war und eine starke Leistung zeigte. So lagen die Gäste nie in Führung. Königsdorf nutzte den verschlafenen Beginn hingegen, um schnell auf fünf Treffer davonzuziehen. Beim 11:7 schienen sich die Oberberger sogar gefangen zu haben, doch ein weiterer Zwischenspurt sorgte für ein deutliches 14:7. Bis zum Pausenpfiff gelang es jedoch nochmals etwas zu verkürzen.
Ganz anders nun der Beginn der zweiten Hälfte. Nümbrecht dominierte plötzlich das Geschehen und lag nach zehn Minuten nur noch mit zwei Treffern hinten. Ein weiterer Einbruch ließ die Gastgeber jedoch erneut auf fünf Treffer vorlegen. Zwar zeigte sich in der Folge der SSV weiter als die bessere Mannschaft, dem Rückstand lief das Team aber bis zum Schlusspfiff hinterher. Die Hänger waren sehr ärgerlich, grantelte Hiltmann über den unnötigen Punktverlust. Neben Seebaum lobte er zudem Christian Heß. Durch die erneute Niederlage trennt die Südkreisler nur noch das bessere Torverhältnis vom letzten Platz.
Tore SSV Nümbrecht: Patrick Seebaum (9/2), Christian Heß (8), Jörg Beger (5), Gregor Henze (4), Jörg Weber (3), Hansi Ritter (2).
[TVW-Coach Klaus Küsters war mit der Leistung seines Teams äußerst zufrieden. Karsten Zirkel kann rechts erfolgreich einnetzen.]
Pulheimer SC - VfL Gummersbach II 26:32 (12:12).
Das war der erste Satzball, ist VfL-Sprecher Tobias Uding untypisch offensiv. Sogar das bisher bei Strafe verbotene Wort Aufstieg kommt über seine Lippen. Bevor es soweit kam, hatten die jungen Wilden jedoch eine enorm schwierige Aufgabe beim Dritten aus Pulheim zu erledigen. Im äußerst kampfbetonten Spiel hatten die Oberberger auch so ihre Probleme. Während das Team von Axel Renner vorne nicht die richtigen Mittel gegen die offensive Deckung fand, wurde hinten Haus und Hof sperrangelweit geöffnet. So war es einzig Torhüter Stanislaw Gorobtschuk, der erneut überragend agierte, und Phillip Jonas Wilhelm, der mit seinen Toren für den Anschluss sorgte, zu verdanken, dass die Gäste überhaupt im Spiel blieben. Über 7:6 (15.) gelang den Hausherren nur eine knappe 12:10-Führung (24.). Kurz vor der Pause fiel sogar der erste Ausgleich des gesamten Spiels. Das war mehr als glücklich bis dahin, gab auch Uding zu.
In der Kabine fand Renner nun aber die richtigen Worte. Gummersbach legte los wie die Feuerwehr und baute eine eigene Führung von 13:16 auf 21:25 (50.) auf. Die beiden konsequent pfeifenden Schiedsrichter taten ihr Bestes zum starken Spiel hinzu: Ihnen kann man nur ein gutes Zeugnis ausstellen. Doch wie schon im Hinspiel waren die VfL-ler in der zweiten Hälfte zu ausgebufft für den Verbandsligaabsteiger, auch wenn Uding zugab, dass der Sieg mindestens drei Tore zu hoch ausfiel: Dafür hat uns Pulheim zu sehr gefordert. Doch am Ende waren es die Tore der beiden Rückraumschützen Julian Krieg, der eine 60-minütige Sonderbewachung auf die Füße bekam, und Frederic Burmeister die für klare Verhältnisse sorgten. Wir haben unsere Qualitäten bewiesen. Nun wollen wir vor der Osterpause alles klar machen, hofft Uding nun die letzten vier Punkte möglichst schnell einzusammeln.
Tore VfL Gummersbach: Julian Krieg (8/3), Frederic Burmeister (6), Robin Teppich (4), Phillip Jonas Wilhelm (4), Jan Lars Gaubatz (3), Ole Rahmel (2), Adrian Rother (2), Fabian Hamacher (1), Marc Multhauf (1), Florian Lammering (1).
[Bernd Freitag musste erneut die schlechte Chancenverwertung bemängeln Fabian Thom sucht derweil links seinen Kreisläufer.]
TV Strombach CVJM Oberwiehl 34:33 (15:15).
CVJM-Coach Jürgen Pohl haderte noch nach dem Schlusspfiff mit den Unparteiischen: Nach so einer starken Leistungen, mit diesen ganzen Ausfällen, ist es einfach ärgerlich wenn man nach einigen Entscheidungen ohne Punkte dasteht. So mussten die Gäste auf Simon Oberbüscher, Florian Friedrichs und Fabian Mathies verzichten. Trotzdem hielten die CVJM-ler gut mit den favorisierten Strombachern mit. Dies lag allerdings auch daran, dass der TVS ohne Abwehr und Torhüter spielte, wie Andreas Rösmann monierte. So entwickelte sich gerade in der ersten Hälfte ein absolut offener Schlagabtausch, bei dem sich beide Teams nicht das Geringste schenkten. Das Unentschieden zur Pause ging daher auch vollkommen in Ordnung, wie beide Trainer zugaben.
Zwar ging es in der zweiten Halbzeit ähnlich weiter, doch die Strombacher hatten nun den etwas besseren Abschluss vor dem Kasten des Gegners. Aber auch eine 26:23-Führung (45.) sorgte nicht für Ruhe auf dem Feld. Die Pohl-Schützlinge kämpften weiter aufopferungsvoll und erzielten völlig verdient vier Treffer in Folge zum 29:30 (54.). Nach einer Auszeit von Rösmann war das Oberwasser des CVJM jedoch wieder davon geschwemmt. Strombach legte seinerseits immer wieder vor, während die Wiehler nur ausgleichen konnten. So blieb es dem gerade erst eingewechselten Mirko Müller überlassen den Siegtreffer drei Sekunden vor Ende zu verwandeln. Rösmann schloss sich zwar Pohl an, dass die Unparteiischen nicht ihren besten Tag gehabt hätten, wollte sie aber nicht für den Ausgang der Partie verantwortlichen machen. Vielmehr brach er eine Lanze für Robert Fischer, der in der letzten Viertelstunde Verantwortung übernommen hatte, nachdem Kai Samen die dritte Zeitstrafe gesehen hatte. Pohl zog allerdings auch ein positives Fazit: Mit so einer Leistung sind wir absolut Landesligatauglich.
Tore TV Strombach: André Heinrich (9/5), Robert Fischer (7), Dominik Debus (6), Kai Samen (6), Arthur Kunkel (2), Oliver Dax (1), Phillip Nastke (1), Tim Sauermann (1), Mirko Müller (1).
Tore CVJM Oberwiehl: Mirco Groebner (9/3), Christopher Suhr (6), Jens Barf (6), Benjamin Gülicher (4/1), Peter Madel (3), Sven Barf (2), Florian Gebauer (2), Tobias Wohlfromm (1).
