Archiv

Lage entspannt sich langsam, aber Bäume auf Autos und Häuser gestürzt, Straßen gesperrt und längere Stromausfälle

Red; 2. Feb 2007, 00:00 Uhr
Oberberg Aktuell
ARCHIV

Lage entspannt sich langsam, aber Bäume auf Autos und Häuser gestürzt, Straßen gesperrt und längere Stromausfälle

Red; 2. Feb 2007, 00:00 Uhr
(Red./19.1.2007-0:45 AKTUALISIERT vom 18.1.200715:25) Oberberg – Sturmtief „Kyrill“ traf am Abend auch Oberberg mit voller Kraft: Mehrere hundert Einsätze für die Feuerwehren und das THW im gesamten Kreisgebiet - Strommasten knickten ab, Bäume stürzten auf Autos und Häuser.
[Bilder: Michael Kleinjung, Björn Loos, Christian Herse, Martina Hoffmann, Peter. Lenz --- Gegen 19:30 Uhr waren alle Einheiten der Neustädter Feuerwehren und das THW im Einsatz. Größte Einsatzstelle war dabei ein umgestürzter Baum auf ein Haus in der Marktstraße unterhalb des Feuerwehrerholungsheims und umgestürzte Fichten auf der Straße zum Baldenberg - dort drohen weitere Bäume umzustürzen.

Langsam zieht das Orkantief "Kyrill" aus Oberberg ab, aber die Schäden, die es angerichtet hat, sind noch nicht zu überschauen. So fuhren - und fahren zum Teil noch die Feuerwehren, Polizei und THW am Nachmittag und Abend mehrere hundert Einsätze. In der besonders stark betroffenen Gemeinde Reichshof, wo einzelne Ortschaften zwischenzeitlich abgeschitten waren, stärken sich zurzeit Teile der Einsatzkräfte bei einem Essen für die noch anstehenden Arbeiten in der Nacht. In erster Linie hielten umgeknickte Strommasten und Bäume die Rettungskräfte in Atem. Stromausfälle, Verkehrsunfälle und Brände waren die Folge. Ob und wie viele Menschen in Oberberg verletzt wurden, wird erst morgen zu erfahren sein. In NRW forderte der Orkan jedenfalls bereits zwei Todesopfer: Eine 23-Jährige Frau wurde in ihrem Auto in Lippstadt von einem Baum erschlagen, im Kreis Viersen starb ein 39-jähriger Feuerwehrmann bei einem sturmbedingten Einsatz - auch er wurde von einem Baum getroffen und lebensgefährlich verletzt.

Trotz aller Tragik muss man von Glück reden, dass nicht auch noch die angekündigten heftigen Regenfälle über Oberberg hereinbrachen. So blieben - mit ein paar Ausnahmen - die meisten Keller in Oberberg verschont. Zwar trocken, aber dafür im Dunkeln verbrachten jedoch etliche Haushalte Teile des Abends aufgrund von Stromausfällen.

Neben der Kreisstraße 36 am Ortsausgang Belmicke Richtung Drolshagen knickte bereits am Nachmittag ein Strommast mit einer 10.000 Volt-Leitung um. Belmicke und Freischlade waren ohne Strom, Mitarbeiter von RWE und AggerEnergie waren schnell vor Ort. Auch in weiteren Teilen Oberbergs gab es Probleme mit der Elektrizitätsversorgung, da immer wieder Bäume in die Stromleitungen fielen. So kam es beispielsweise in den Ortschaften Scheel und Unterlichtinghagen (Lindlar) zu einem Ausfall, genauso wie bei der Firma Dörrenberg in Ründeroth. Auch in Teilen von Marienheide gingen zwischenzeitlich die Lichter aus, Außenbezirke von Waldbröl haben auch jetzt gegen Mitternacht noch keinen Strom - und dies seit 20 Uhr.

„Über hundert Freileitungen wurden von umstürzenden Bäumen zerrissen. Im gesamten Versorgungsgebiet kam es zu schweren Zerstörungen an den Stromversorgungsanlagen der AggerEnergie“, so Unternehmenssprecher Thomas Michel. In weiten Teilen von Gummersbach, Wiehl, Bergneustadt, Engelskirchen und Overath wurden Mittelspannungs- und Niederspannungsleitungen zerrissen; hier waren ganze Ortsteile, einzelne Häuser oder Straßenzüge stundenlang ohne Strom.

Sämtliche Spezialmonteure der AggerEnergie und der Partnerunternehmen waren im Einsatz, um die Schäden schnellstmöglich zu beheben. Behindert wurden die Spezialisten durch zeitweise komplett gesperrte Straßen. Ein Vorankommen war wegen der vielen umgestürzten Bäume teilweise kaum möglich. Bis kurz vor Mitternacht konnten aber fast alle der betroffenen Kunden wieder mit Strom versorgt werden.

„Die Einsatzkräfte sind weiter die ganze Nacht im Einsatz, um auch die letzten Schäden möglichst schnell zu reparieren. Die vielen hundert Anrufe unserer Kunden haben sehr geholfen, die einzelnen Schadensorte schnell zu lokalisieren“, so Michel. AggerEnergie wird morgen mit den Reparaturarbeiten fortfahren, um spätestens zum Wochenende das Stromversorgungsnetz wieder im Normalzustand betreiben zu können.

Glück im Unglück hatte ein aus Richtung Lindlar kommender Autofahrer auf der L284 in Höhe Hommerich. Ihm fiel in voller Fahrt ein circa zwanzig Zentimeter dicker Baum auf die Windschutzscheibe. Ein weiteres Auto aus der Gegenrichtung konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen und wurde ebenfalls getroffen. Während an diesem Fahrzeug nur geringer Sachschaden entstand und weiterfahren konnte, ist der andere Wagen ein Totalschaden und musste abgeschleppt werden. Die beiden Fahrer kamen mit dem Schrecken davon. Die Strecke ist inzwischen gesperrt.

Im ganzen Kreisgebiet behindern abgeknickte Bäume und Äste den Verkehr auf den Straßen. Auch etliche Stromleitungen sind schon in Mitleidenschaft gezogen. In Reichshof-Müllerheide ist die Straße in Richtung Sinspert aufgrund umgekippter Bäume zurzeit komplett gesperrt, die Einsatzkräfte haben sich zurückgezogen. "Es ist zu gefährlich", hieß es vor Ort. Auf der K 57 zwischen Reichshof-Alpe und Merkhausen gab es ebenfalls kein Vor und Zurück mehr. Ein Baum stürzte in Lindlar auf ein Wohnhaus, was nach Angaben vor Ort nun nicht mehr bewohnbar ist. Das Dach eines Hauses in Radevormwald-Landwehr wurde abgedeckt.

Ein umgestürzter Baum verursachte in Ehreshoven einen Verkehrsunfall, bei dem eine Person leicht verletzt und ins Krankenhaus gebracht wurde. Auch in Morsbach krachte eine Tanne auf einen Pkw. Die Fahrerin konnte inzwischen befreit werden. Ob sie verletzt wurde, ist nicht bekannt.

In Hückeswagen unterstützt der THW-Ortsverband die Feuerwehr beim beseitigen von Bäumen und mit einem Notstrom-Aggregat. Seit dem Nachmittag sind rund 30 THW’ler im Stadtgebiet im Dauereinsatz. Die mobile Netzersatzanlage (NEA) und die Fachgruppe Elektro wurden in den frühen Abendstunden durch die Wipperfürther Feuerwehr zur Notstromversorgung in einem Außenbezirk angefordert. Ein weiteres Notstromaggregat wurde zur Unterstützung der Feuerwehr in Radevormwald abgestellt. „Wir arbeiten eng mit den örtlichen Feuerwehren zusammen“, betont Anders Bubke, stellvertretender Ortsbeauftragter des für den oberbergischen Nordkreis zuständigen Ortsverband Hückeswagen. Ein Ende des Einsatzes für die Helferinnen und Helfer ist laut dem Ortsbeauftragten Andreas Müller derzeit noch nicht absehbar.

Im Alten- und Pflegeheim Steinberghaus in Reichshof-Brüchermühle wurde ein Brand gemeldet. Die eingesetzten Einheiten konnten nur über die Rölefelder Straße zum Einsatzort vorstoßen, da die anderen Anfahrtswege gesperrt sind. Inzwischen wurde vermeldet, dass keine Personen mehr in Gefahr sind.

Derweil heißt es in Wiehl-Bielstein auf einem Campingplatz bereits „Land unter“. In Engelskirchen, Lindlar und Reichshof-Wildbergerhütte waren die Wehrleute damit beschäftigt, mit Wasser vollgelaufene Keller leerzupumpen. Und auch Gummersbachs Feuerwehr-Einheiten aus Strombach und Hülsenbusch hatten am frühen Abend alle Hände voll zu tun, die Weststraße und die Schwarzenberger Straße von umgekippten Bäumen zu befreien. Die L 307 in Hülsenbusch musste zwischenzeitlich komplett gesperrt werden, eine abgeknickte Fichte hatte eine Stromleitung mit herunter gerissen.

Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wurde der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen komplett eingestellt. Der Handy-Empfang ist vielerorts gestört.

Weiterer Artikel
Kyrill wütete über Oberberg – Eine erste Bilanz



[Der Fahrer dieses BMW kam mit dem Schrecken davon. Ein Baum traf sein Fahrzeug.]



[Am Campingplatz im Bielstein hatte die Wiehl wieder für eine Seenlandschaft gesorgt.]


[Nicht weit hatte es die Hülsenbuscher Feuerwehr: Quasi vor der Tür des
Feuerwehr-Gerätehauses krachte eine Fichte auf die Straße und riss dabei
noch eine Stromleitung mit. Glück im Unglück: Auf der Leitung lag keine
Spannung mehr.]



[Während zurzeit die Hauptarbeit der Wehrmänner noch im Zersägen und
Beseitigen umgestürzter Bäume liegt, werden wohl in der Nacht und morgen die
Pumpen angeschmissen, um vollgelaufene Keller wieder trocken zu legen. So
rechnen die Meteorologen noch mit heftigen Regenfällen.]


[Überall im Kreisgebiet behinderten umgestürzte Bäume den Verkehr.
Zurzeit sollte man aber ohnehin den Aufenthalt im Freien nach Möglichkeit
vermeiden und auch das Auto stehen lassen.]



[Oft wurden auch die Stromleitungen, wie hier in Hülsenbusch, durch
abgeknickte Bäume in Mitleidenschaft gezogen.]



[In Strombach stürzte ein Fichte auf die Weststraße und blockierte den
Verkehr.]


[In Belmicke fiehl am Nachmittag der Strom aus, nachdem ein Strommast umgeknickt war.]

[Einige Straßen im Kreisgebiet mussten wegen umgestürzter Bäume und
akuter Lebensgefahr komplett gesperrt werden.]


[Schwerstarbeit auch für die Ründerother Wehrmänner, die sich bei Ösinghausen auf der B55 durch die Bäume "kämpften".]



[Gegen 18:30 Uhr musste die Straße von Bergneustadt in Richtung Baldenberg wegen einer umgestürzten Fichte gesperrt werden. Die Aufräumarbeiten erwiesen sich als sehr gefährlich, da weitere Bäume umzustürzen drohten.]

[Im ständigen Einsatz die Feuerwehr auch hier in Neustadt - Die Einsatzkräfte haben auch immer ein wachsames Auge auf ihre Umgebung um Kollegen vor weiteren umstürzenden Bäumen früh genug zu warnen.]













































WERBUNG