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Wiehler Eishalle: Arbeiten weit vor dem Zeitplan

lo; 8. Dec 2006, 00:00 Uhr
Oberberg Aktuell
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Wiehler Eishalle: Arbeiten weit vor dem Zeitplan

lo; 8. Dec 2006, 00:00 Uhr
(lo/23.11.2006-17:50) Wiehl – Die Wiehler Eishalle kann bereits vor Weihnachten wiedereröffnet werden – Fachfirma liegt vor dem Zeitplan – Sanierungsmethode erstmalig in Deutschland angewendet.
[Bilder: Björn Loos --- Vier der acht Trägerbalken sind bereits saniert; zu erkennen sind die Köpfe der eingesetzten Spezialschrauben.]

Genau die Hälfte ist schon fertig. Die mit den Sanierungsarbeiten beauftragte Firma Wiedmann aus Rheinfelden hat bereits vier der acht Trägerbalken der Wiehler Eishalle wiederhergestellt. Seit Anfang November sind die Arbeiter um Bauleiter Hubert Sutter damit beschäftigt, den für das Zusammenkleben der Trägerbalken-Mittelfuge benutzten Harnstoffharzleim auszukratzen und durch Epoxidharz zu ersetzen sowie oberflächliche Risse auszubessern. Gleichzeitig werden zur Stabilisierung 12.000 Spezialschrauben angebracht.

[Firmenchef Lothar Wiedmann, Prof. Heinz Brüninghoff. der Beigeordnete Thomas Gaisbauer, Andreas Zurek vom Bauamt und Hubert Sutter (v.l.) können mit dem Fortschreiten der Arbeiten sehr zufrieden.]

Die Verantwortlichen liegen mit den Arbeiten, die bereits Ende kommender Woche abgeschlossen sein sollen, weit vor dem Zeitplan. Ursprünglich wollte man den Betrieb im Januar wieder aufnehmen, jetzt kann die Halle schon am 22. Dezember geöffnet werden – zufälligerweise das Datum, das auch in der Ausschreibung angegeben war. „Wir hätten diesen Termin nicht einhalten können, wenn die Firma Wiedmann nicht mit Hochdruck gearbeitet hätte“, lobte Andreas Zurek vom städtischen Bauamt. Am 22. Dezember geht es mit einer Eröffnungsparty los, der normale Betrieb läuft unmittelbar danach an. Und auch die Mitglieder des TuS Wiehl Eissportclubs können endlich wieder auf heimischen Eis trainieren und spielen.

Die Sanierungsarbeiten in Wiehl sind die ersten ihrer Art in Deutschland. Die Methode, die Mittelfuge auf ihrer gesamten Länge neu zu verkleben, wurde so noch nicht durchgeführt und trägt deshalb auch den Namen des Gutachters Prof. Heinz Brüninghoff, der die gesamte Maßnahme federführend begleitet. „So ein Schaden ist auf diese Weise noch nicht behoben worden“, so Brüninghoff. Ob eine Katastrophe wie in Bad Reichenhall, wo im vergangenen Winter das Holzdach der Eishalle unter großen Schneemassen zusammenbrach und 15 Personen unter sich begrub, auch in Wiehl möglich gewesen wäre, hält Brüninghoff für fast ausgeschlossen. „Dennoch bin ich froh, dass man in Wiehl die Gefahrenpunkte entdeckt hat und beheben lässt.“


[Prof. Brüninghoff erklärt, wie die Mittelfuge (im Hintergrund) neu verklebt wird.]

Für den 1. Beigeordneten Thomas Gaisbauer war es dennoch „fünf vor Zwölf“, als man die Schäden im vergangenen Frühjahr entdeckte. „Da haben wir einen gehörigen Schrecken bekommen“, so Gaisbauer. Inklusive Nebenkosten wird die Sanierung 360.000 bis 370.000 € kosten. Höher als ursprünglich veranschlagt, aber ungleich günstiger als der Austausch des Daches, wofür man über 1 Millionen € hätte ausgeben müssen. Und die Beteiligten sind von der jetzigen Lösung überzeugt. „So stabil wie jetzt waren die Träger noch nie“, erklärte Firmenchef Lothar Wiedmann. Dennoch empfiehlt Experte Brüninghoff alle drei bis fünf Jahre eine Überprüfung.

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