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Zu Gast in Europa Lindlarer Schulen begaben sich auf Reise
(nis/21.6.2006-12:45) Lindlar Polen, Kroatien und London: In alle Himmelsrichtungen begaben sich über 120 Lindlarer Schüler aus allen drei Schulen.
[Bilder: privat --- Schüler der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums bereisten Polen, Kroatien und London.]
Erstmals nahmen auch Lindlarer Gymnasiasten an der traditionellen Gedenkstättenfahrt von Haupt- und Realschule nach Krakov und Auschwitz teil. Gemeinsam erlebten sie ein eindrucksvolles Programm in Polen.
Die Gedenkstättenfahrt hat in Lindlar bereits eine lange Tradition. Zunächst organisiert von der GHS Lindlar, haben sich vor einigen Jahren Hauptschule (HS) und Realschule (RS) zu diesem Projekt angeschlossen. Nach dem Aufbau des Gymnasiums (GY) Lindlars waren dieses Jahr auch erstmalig Gymnasiasten dabei. Die Fahrtenleitung übernahm Marlies Muhl von der GHS, Jochen Schütz von der RS und Elisabeth Ebert vom Gymnasium Lindlar. Als die 57 Schüler in Krakau ankamen, weilte dort zu diesem Zeitpunkt auch Papst Benedikt. Eine Millionen Gläubige befanden sich daher in die Stadt, so konnte das Jugendhotel Zaczek erst einmal nicht erreicht werden. Nach der Einquartierung lernten die Teilnehmer schon am Abend den Marktplatz Glòwny Rynek und die Tuchhallen im Zentrum der Altstadt kennen.
[Die Schüler legten Blumen an der "Todeswand" in Auschwitz nieder.]
Am nächsten Morgen begann dann das offizielle Programm. Ganz oben auf dem Plan stand der Besuch des ehemaligen jüdischen Viertels im Stadtteil Kazimierz und die Fahrt in das von der deutschen Besatzungsmacht 1939 errichtete Konzentrationslager Auschwitz. Die Schüler erfuhren von den polnischen Stadtbegleiterinnen sehr viel über die Ansiedlung der jüdischen Bevölkerung im Stadtgebiet von Krakau und die Gettoisierung in Kazimierz. So lebten vor der Besetzung Polens durch die Nationalsozialisten über 200.000 Juden in Krakau, heute sind es lediglich circa 150. Am Abend besuchten die Schüler ein Restaurant mit populärer Klezmer-Musik und koscheren Speisen.
Am Dienstag folgte dann der Besuch in Auschwitz. Dort besichtigten die Lindlarer unter sachkundiger Museumsbegleitung die Blöcke des ehemaligen Lagers und legten an der Todeswand sowie im Krematorium die mitgebrachten Blumen nieder und zündeten Kerzen für die Opfer an. Eine Gruppe konnte sich mit einem hochbetagten Zeitzeugen, der als einer der ersten Zeitzeugen in Auschwitz inhaftiert wurde und überlebt hat, unterhalten. Außer dem Stammlager wurde auch das Lager Auschwitz-Birkenau besucht. Keiner der Jugendlichen blieb von diesem Besuch unberührt. Gegen Ende besichtigten die Schüler noch die Wawelburg und die Marienbasilika am Glòwny Rynek.
[Mit der Fähre ging es aufs offene Meer zum Fischfang.]
Der Schüleraustausch Lindlar-Kastela wird ebenfalls von Hauptschule, Realschule und Gymnasium organisiert und wird ergänzt durch eine Schulpartnerschaft des Gymnasium Lindlar mit dem Marko-Marulic-Gymnasium in Split. 41 Schüler machten sich unter der Leitung von Johanna Dessol (GHS), Erika Zander (RS) und Angela Stolz (GY) auf den Weg. Die vorwiegend aus den siebten Klassen stammenden Schüler fanden Unterkunft bei ihren gleichaltrigen Gastgebern und ihren Familien in der Osnovna Skola BIJACI im Stadtteil Kastel Novi. Die zehn Schüler aus den Klassen neun bis elf waren zu Gast bei Schülern des Marko-Marulic-Gymnasiums in der Nachbarschaft in Split, Kroatiens zweitgrößter Stadt.
Gemeinsam lernte die Gruppe Kastel Novi mit dem biblischen Garten und die Kastelle der benachbarten Stadtteile kennen. Neben einem Familientag konfrontierten die Gastgeber ihre Gäste mit einem heimischen Thema: Dem Fischfang. Gemeinsam ging es aufs Meer hinaus, um mit dem Netz zu fischen. Eine Gruppe wurde persönlich vom Bürgermeister der Stadt begrüßt, während die anderen den Ortsteil Sucurac und das Rathaus erkundeten. In Split beschäftigte man sich mit dem Thema Meer beim Besuch des Meeresinstitutes an der Meeresenge der Bucht von Kastela.
Auch die antike Stadt Salona wurde besichtigt, ebenso die Insel Brac, von der aus es weiter in eine Bucht ging. Dann wanderten die Schüler zum Kloster Blaca. Bei schönem Wetter konnten die Lindlarer auch den Nationalpark Krka besuchen, bevor es wieder Richtung Heimat ging.
[In London besuchten die Schüler viele Sehenswürdigkeiten.]
Die Weltstadt London erhielt schließlich Besuch von Zehntklässlern der GHS Lindlar, die ihre Sprachkenntnisse testen wollten. Die Reise startete von Düsseldorf. Die Unterkunft der Reisenden war am Piccadilly Circus. Gemeinsam besuchte die Gruppe unter anderem Horse Guards, Big Ben, Westminster, Victoria Stadion, Millenium Bridge, London Eye und Tate Modern. Ein Abendspaziergang klang mit einer Fahrt im Doubledecker aus. Natürlich wurde auch der Buckingham Palace besichtigt. Auch die Verabredung mit alten Freunden aus Shaftesbury, der Partnerstadt in Dorset, lief ohne Probleme ab. Den letzten Tag konnte die Gruppe nach eigenem Interesse gestalten. Einige nutzten die Zeit, um zu Mme Tussaud's zu fahren. Schließlich kehrte auch diese Gruppe mit schönen Erinnerungen zurück.