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Starke Kollektivleistung hält den VfL weiter im Rennen um die Champions League-Quali
(pl,sl/11.5.2006 AKTUALISIERT vom 10.5.2006) Gummersbach Vier Spieltage vor Saison-Ultimo haben die Handballer des VfL Gummersbach durch einen überzeugenden Auftritt gegen die HSG Nordhorn ihre Ambitionen, sprich die Qualifikation für die Champions League, untermauert.
[Bilder: Michael Kleinjung --- Gudjon Valur Sigurdsson war auch im letzten Saisonspiel in der Eugen-Haas-Halle wieder einmal bester Werfer der Blau-Weißen.]
Na also, es geht ja doch noch: Nach zuletzt glanzlosen Siegen gegen Wilhelmshaven und Pfullingen hat der VfL Gummersbach am Abend durch einen starken Auftritt dem Liga-Sechsten HSG Nordhorn mit 31:25 klar die Grenzen aufgezeigt und sich bestens auf den schweren Saison-Schlussspurt eingestimmt. Mit nunmehr 50:10 Zählern ziehen die Oberberger nach Punkten mit dem Zweiten SG Flensburg-Handewitt (gestern mit 25:30 in Lemgo unterlegen) gleich.
[Garant für den VfL-Sieg: Torwart Steinar Ege.]
VfL Gummersbach HSG Nordhorn 31:25 (14:11).
Um es vorweg zu nehmen: dies war eine blitzsaubere Leistung des VfL Gummersbach. Und zwar in allen Belangen. Egal ob 5:1-Deckung, Angriff, kämpferische Einstellung oder spielerisches Potenzial die Fans hatten heute Abend beim Saisonabschied aus der Eugen-Haas-Halle allen Grund, rundum zufrieden zu sein. So auch VfL-Trainer Velko Kljaic: Das war eine starke mannschaftliche Geschlossenheit, alles hat gepasst.
Zum Spielverlauf: Wie die Feuerwehr legten die Hausherren los und ließen gleich zu Beginn keinen Zweifel aufkommen, wer hier Herr im Haus ist. Besonders Steinar Ege im Tor der Gummersbacher hatte sich offenbar an die Worte des Trainers vor der Partie erinnert: Eine gute Leistung der Keeper ist die halbe Miete. Und so startete Stoney auch gleich mit drei Paraden furios. Vorne trafen zweimal der wie entfesselt aufspielende Kyung-Shin Yoon, Daniel Narcisse und Michael Spatz, sodass es nach einem Anschlusstreffer von Holger Glandorf in der sechsten Minute 4:1 für die Blau-Weißen stand.
[Trainer Velimir Kljaic konnte mit der Leistung "seiner" Jungs zufrieden sein - Keeper Christian Ramota wurde derweil nur für zwei Siebenmeter eingesetzt.]
War dies nur ein kleines Strohfeuer, was die VfL-Cracks in den Anfangsminuten abfackelten? Nur kurze Zeit später hatten die Gäste wieder ausgeglichen. Und mehr noch, HSG-Schooter Robert Arrhenius markierte gar das 6:5 (13.) aus Nordhorner Sicht. Doch die Freude der Lindgren-Truppe währte nur kurz, per Zwischenspurt sprintete der Liga-Dritte erneut davon: Dreimal Gudjon Valur Sigurdsson sowie Spatz und Narcisse beruhigten die Gummersbacher Gemüter mit fünf Toren in Folge 10:6 nach 19. gespielten Minuten.
Das war zu viel für den Gästecoach, Ola Lindgren zückt die grüne Karte. Und siehe da, die Auszeit zeigt Wirkung. Holger Glandorf und Jan Filip verkürzen auf 8:10. Beim 12:9 gönnt dann Velimir Kljaic seinen Schützlingen eine Verschnaufpause, ehe Daniel Narcisse per Doppelpack den VfL bis zur Pause mit 14:11 in Führung bringt.
Nach dem Seitenwechsel hält der Drei-Tore-Vorsprung bis zum 17:14, Yoon, Gunnarsson und Narcisse mit Treffer Nummer fünf lassen die Gastgeber dann bis auf 20:15 (41.) davon ziehen eine kleine Vorentscheidung , zumal Ege bis zu diesem Zeitpunkt bereits 13 Würfe der Nordhorner entschärft hatte und sich weiterhin glänzend präsentierte. Am Ende sollte der norwegische Nationalkeeper nicht weniger als 16 Paraden zu Buche stehen haben.
Über 23:18 (48.), 26:22 (54.) und 28:24 (57.) ließen die konzentriert zu Werke gehenden Gummersbacher dann auch nichts mehr anbrennen und fuhren völlig verdient die beiden wichtigen Punkte ein. Unter dem Strich also eine überzeugende Vorstellung, die Mut und Selbstvertrauen für die kommenden schweren Aufgaben namens Hamburg, Magdeburg, Flensburg und Kiel geben sollte.
Trainerstimmen
Velimir Kljaic (Gummersbach): Glückwunsch an meine Mannschaft. Sie haben super gekämpft und sowohl im Angriff, wie auch in der Abwehr super gespielt. Und das, obwohl Nordhorn wie die Vergangenheit zeigt ein schwerer Gegner ist. Ich muss zufrieden sein. Wir haben immer geführt und die Partie kontrolliert.
Ola Lindgren (Nordhorn): Gummersbach hat das Spiel verdient gewonnen. Aber ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat alles versucht und hat gekämpft. Im Vergleich zu den letzten Spielen haben wir uns gesteigert, aber um Gummersbach zu ärgern oder einen Punkt zu holen fehlte uns einfach die Aggressivität.
[Bei seinem Abschiedsspiel in der Eugen-Haas-Halle wusste Kyung-Shin Yoon in Angriff und Abwehr zu gefallen - Licht und Schatten hingegen bei Daniel Narcisse, der aber in der Abwehr seinen Mann stand.]
VfL Gummersbach
Steinar Ege (1.-60. / 16 Paraden)
Christian Ramota (für zwei Siebenmeter eingesetzt)
Kyung-Shin Yoon (6)
Frank von Behren
Francois-Xavier Houlet (1)
Denis Bahtijarevic (n.e.)
Daniel Narcisse (7)
Alexander Mierzwa (n.e.)
Ian Marko Fog (n.e.)
Robert Gunnarsson (3)
Michael Spatz (3)
Michael Hegemann (2)
Gudjon Valur Sigurdsson (9/2)
Denis Zakharov
HSG Nordhorn
Peter Gentzel (31.-60. / 8 Paraden, darunter zwei Siebenmeter)
Jesper Larsson (1.-30. / 7 Paraden)
Maik Machulla (1/1)
Mathias Franzén (3)
Robert Arrhenius (3)
Pavel Mickal
Jan Filip (8/3)
Holger Glandorf (6/1)
Chris Bode
Piotr Przybecki (2)
Ljubomir Vranjes (2)
Frank Schumann
Mark Bult
Nick Ferjans (n.e.)
Kai Schlakmann (n.e.)
Zuschauer: 1.454.
Schiedsrichter: Matthias Brauer (Hamburg) und Kay Holm (Hagen).
Siebenmeter: 4:5 / 2:4 (Sigurdsson und Zakharov scheitern an Gentzel Filip verwirft).
Zeitstrafen: 8:6 (Yoon, Narcisse, Gunnarsson, Hegemann Machulla, Arrhenius, Schumann).
Spielfilm: 4:1 (6.), 5:5 (12.), 5:6 (13.), 10:6 (19.), 11:8 (24.), 14:11 (Halbzeit), 16:13 (33.), 19:14 (38.), 22:16 (43.), 23:20 (49.), 25:22 (53.), 28:23 (56.), 31:25 (Endstand).
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