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VfL beim 26:27 gegen Lemgo von Schiedsrichtern um den Erfolg gebracht

pl; 20. Jul 2001, 20:44 Uhr
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VfL beim 26:27 gegen Lemgo von Schiedsrichtern um den Erfolg gebracht

pl; 20. Jul 2001, 20:44 Uhr
(pl/28.10.2000-20:15) Von Peter Lenz
Nach vier Spielen ohne Niederlage unterlag heute der VfL Gummersbach in eigener Halle dem TBV Lemgo nach einer spannenden Partie knapp mit 26:27.

[Bilder: Oliver Mengedoht --- Trotz seiner sieben verwandelten Strafwürfe konnte auch Kyung-Shin Yoon die unglückliche Niederlage nicht abwenden. Lemgos Volker Zerbe (links) bekamen die Gummersbacher zunächst überhaupt nicht in den Griff.]



Der VfL Gummersbach hat es nicht geschafft. Am Ende fehlte der Mannschaft von Trainer Thomas Happe gegen das Star-Ensemble aus Lemgo die letzte Durchschlagskraft und auch das nötige Quentchen Glück.



VfL Gummersbach - TBV Lemgo 26:27 (14:15).



Angesichts der tollen kämpferischen Leistung hätten die Gummersbacher einen Punkt verdient gehabt, aber da schienen die Herren Schiedsrichter etwas dagegen zu haben. Mit zahlreichen krassen Fehlentscheidungen unterstützten die Magdeburger Frank Lemme und Bernd Ullrich den TBV kräftig. Für den VfL eigentlich nichts Neues, denn in den letzten neun Jahren haben die beiden die Gummersbacher schon einige Punkte gekostet. "Eigentlich hätten die Schiris ein gelbes Lemgoer Trikot tragen müssen", ärgerte sich nach dem Spiel ein aufgebrachter VfL-Fan zu recht.

[Jörn Ilper, der hier unfair gestoppt wird, fehlte in den letzen 18 Minuten nach seiner 3. Hinausstellung besonders in der Deckung.]



Dennoch, die Niederlage hat sich der VfL größtenteils selbst zuzuschreiben. Vor allem die eklatante Abschlussschwäche gerade beim Überzahl-Spiel sollte am Ende mit ausschlaggebend sein. In einer entscheidenden Phase beim 22:24 standen die Gummersbacher mit zwei Mann mehr auf dem Feld - Daniel Stephan und Jens Lause saßen auf der Bank ihre Strafen ab. Völlig überhastet schloss Oleg Khodkov von Linksaußen ab, und im Gegenzug besorgte Andrei Siniak das 25:22.



Aber der Reihe nach: Nach anfänglichen Problemen - Gummersbach stand viel zu passiv in der Deckung und bekam zunächst Lemgos Volker Zerbe überhaupt nicht in den Griff - konnte der VfL nach einem zwischenzeitlichen 9:13-Rückstand (24.) bis zur Pause wieder aufschließen (14:15). Zwar schafften die Gastgeber unmittelbar nach dem Wiederanpfiff durch Kapitän Ian-Marko Fog zunächst sogar den Ausgleich (15:15), aber Hans-Henrik Walther und Marc Baumgartner legten erneut vor.

[Hatte einen schweren Stand gegen die kompakte Lemgoer Deckung: Andreas Blank. Dennoch konnte er sich in den ersten fünf Minuten zweimal gegen Torwart Marco Stange durchsetzten.]



In der 34. Minute dann eine taktisch gute Entscheidung von VfL-Trainer Thomas Happe: Lemgo bekam einen Strafwurf zugesprochen, und der Coach schickte Stefan Hecker für den keineswegs enttäuschenden Jan Stankiewicz erstmals zwischen die Pfosten. Daniel Stephan trat an, und Stefan Hecker parierte den Siebenmeter. Zwar konnten die Gäste aus Ostwestfalen zunächst dennoch ihren Vorsprung ausbauen (38. 20:16), aber mit einigen starken Paraden (am Ende waren es derer acht) hielt Hecker den VfL im Spiel.



Nach schönem Anspiel von Francois-Xavier Houlet startete Geburtstagskind Sead Kurtagic (23) mit dem 17:20 die Aufholjagd. Kyung-Shin Yoon glich nach 46 Minuten erstmals wieder aus (21:21). Zu diesem Zeitpunkt aber war der ohnehin schon geschwächte Kader des VfL (Umberto Brajkovic fehlte noch wegen einer Lungenentzündung) bereits weiter dezimiert. Abwehrspezialist Jörn Ilper hatte in der 42. Minute wegen angeblichen Meckerns die dritte Zwei-Minuten-Strafe bekommen und konnte vorzeitig Duschen gehen. "Das war für mich spielentscheidend", äußerte sich Thomas Happe später bei der Pressekonferenz.

[Unmittelbar nach dem Abpfiff sprachen VfL-Trainer Thomas Happe und TBV-Coach Iouri Chevtsov vor der Presse von einem glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg der Gäste.]



In der spannenden Schlussphase dann die bereits erwähnte Überzahl-Chance der Gummersbacher, die aber ungenutzt blieb. Dennoch kämpften sich die Oberberger wieder ran. "Nick" Yoon war es, der mit dem siebten verwandelten Strafwurf 70 Sekunden vor Schluss zum 26:26 ausglich. Nach einer erneuten Zeitstrafe gegen Houlet - zu diesem Zeitpunkt hatte auch schon Volker Zerbe nach der dritten Strafe das Feld verlassen müssen - setzte Lemgos Siniak 26 Sekunden vor dem Abpfiff mit dem 27:26 den Schlusspunkt in der hart umkämpften Partie (insgesamt 32 Strafminuten). Die unglückliche Gummersbacher Niederlage war besiegelt.



Thomas Happe (VfL Gummersbach): "In dem ausgeglichenen Spiel hat Lemgo taktisch sehr gut agiert. Sie haben ein sehr gutes Spielerpotenzial und zählen für mich zu den drei besten Mannschaften der Liga. Ihr derzeitiger Tabellenplatz täuscht. Wir haben nicht gut begonnen und konnten Volker Zerbe zunächst nicht in den Griff bekommen. Daraufhin mussten wir mehrmals einen Rückstand wieder aufholen, was viel Kraft gekostet hat. Knackpunkt war aber die rote Karte gegen Ilper, der in der Deckung bis dahin sehr gut gestanden hat. Letztendlich hat Lemgo seine Cleverness gut ausgespielt und glücklich, aber nicht unverdient gewonnen."



Iouri Chevtsov (TBV Lemgo): "Nach der schlechten Leistung gegen Eisenach hatten wir uns für heute viel vorgenommen. In Gummersbach ist es sehr schwer zu gewinnen, aber meine Mannschaft hat Charakter gezeigt und bis zur letzten Minute gekämpft. Am Ende waren wir die Glücklicheren. Kompliment an Thomas Happe. Er hat eine sehr gute Mannschaft zusammengestellt."

VfL Gummersbach:



Jan Stankiewicz (1. bis 34.)

Stefan Hecker (34. bis 60.)



Kyung-Shin Yoon (11/7)

Francois-Xavier Houlet (4)

Oliver Plohmann

Mirko Naber (n.E.)

Emir Kurtagic (n.E.)

Jörn Ilper (2)

Andreas Blank (2)

Ian-Marko Fog (3)

Oleg Khodkov (2)

Sead Kurtagic (2)





TBV Lemgo:



Marco Stange

Fort Mauri Jaume (bei 3 Strafwürfen)



Daniel Stephan (4/1)

Ulf Ganschow (3)

Andre Tempelmeier

Andrei Siniak (3)

Jens Lause

Volker Zerbe (4)

Marc Baumgartner (7/1)

Florian Kehrmann (2)

Lars-Henrik Walther (4)



Zuschauer: 1.000.



Siebenmeter: 7:4 - 7:2 (Baumgartner scheitert an Stankiewicz, Stefan scheitert an Hecker).



Zeitstrafen: 16:16 Minuten (dreimal Ilper - rote Karte, Houlet, Plohmann, S. Kurtagic, zweimal Blank --- zweimal Stephan, Lause, dreimal Zerbe - rote Karte, Baumgartner, Walther.



Beste Spieler: Stefan Hecker - Marc Baumgartner.



Spielfilm: 4:2 (6.), 5:7 (13.), 9:13 (24.) 14:15 - 15:17 (33.), 16:20 (38.), 19:20 (42.), 21:21 (46.), 22:25 (55.), 24:25 (56.), 26:26 (59.), 26:27.



Tabelle und Ergebnisse



[Rund 1.000 Zuschauer in der Eugen-Haas-Sporthalle mussten mit ansehen, wie der VfL von den Schiedsrichtern mehrmals benachteiligt wurde.]


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