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HB-LL: Nümbrecht und Oberwiehl weiter oben auf - Wallefeld gibt Lebenszeichen ab - Ausschluss in Bergneustadt

pn; 13. Dec 2005, 00:00 Uhr
Oberberg Aktuell
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HB-LL: Nümbrecht und Oberwiehl weiter oben auf - Wallefeld gibt Lebenszeichen ab - Ausschluss in Bergneustadt

pn; 13. Dec 2005, 00:00 Uhr
(pn/27.11.2005-20:20 AKTUALISIERT) Oberberg - Während Nümbrecht den Aufstiegsfavoriten aus Brühl in der Tabelle weiter distanziert, dreht Oberwiehl ein bereits verloren geglaubtes Spiel - Wallefeld schickt Niederseßmar mit deutlicher Niederlage nach Hause - Strombach verschenkt Punkte. Die Handball-Landesliga der Männer wird präsentiert von der 'Bäckerei Lange'.
TV Wallefeld - TV Niederseßmar 22:15 (11:6).

Die bisher "schwächste Vorstellung der gesamten Saison" zeigte gestern Nachittag das Team vom Dreieck in Wallefeld. Die Gastgeber hingegen konnten ihren bisher höchsten Sieg seit dem Aufstieg in die Landesliga feiern. Die Anfangsphase der Begegnung war geprägt vom hohen Abstiegsdruck, der auf beiden Seiten lastete, wobei Wallefeld in Frank Canisius den besser aufgelegten Torhüter hatte und nach zehn Minuten auch 4:1 führte. Nun stand auch endlich die Abwehr und der Vorsprung wurde bis zum 10:3 (27) konstant ausgebaut. Niederseßmar gelang vor der Pause jedoch noch etwas Ergebniskosmetik.

Nach Wiederanpfiff gelang zwar sogar noch das 7:11 aus Sicht der Gäste, "doch dann reihte sich wieder Fehler an Fehler", wie TVN-Abteilungsleiter Horst Vorbach monierte. Bis zur 40. Minute erspielten sich die Wallefelder, bei denen Sascha Dehn ein gutes Comeback gab, eine 14:7-Führung. Damit war die Sache schon so gut wie gegessen. Beim TVW hatten sich die Feierlichkeiten um Schorsch Lahrs Geburtstag auch spielerisch niedergeschlagen. Endlich knüpfte das Team an die Leistung von vor der Herbstpause an und sämtliche offensiven Schwächen der letzten Wochen waren wie weggeblasen.




[Bilder: Michael Kleinjung ---- Andre Gerhardt ist hier nicht mehr zu stoppen.]

Beim TVN stemmte sich hingegen nur Marc Bubenzer gegen die klare Niederlage. So war auch der Rückraum ein Totalausfall bis zur 55. Minute. Bis dahin hatten es Granzin und Bauer gerade einmal auf vier gemeinsame Tore gebracht. Erst in der Schlussphase ließ der TVW etwas nach und ließ die Seßmarer noch einmal Ergebniskosmetik betreiben. Geburtstagskind Schorsch Lahr freute sich natürlich enorm über den klaren 22:15-Erfolg: "Wenn wir so weiterspielen, können wir den ein oder anderen mit Sicherheit noch ärgern." Vorbach dagegen war über die fehlende Einstellung einiger Spieler enttäuscht, die sich nach dem frühen Rückstand zu schnell aufgaben.

Tore TV Wallefeld: Markus Deubel (5), Sascha Dehn (4), Andre Gerhardt (4), Meinolf Hassinger (4/4), Holger Kleinjung (2), Stefan Breitenfeld (1), Frank Küsters (2).

Tore TV Niederseßmar: Marc Bubenzer (5), Andreas Granzin (4/2), Dennis Bauer (4/2), Andreas Becker (1), Tobias Hufe (1).

CVJM Oberwiehl - SC Fortuna Köln 33:31 (12:19).

[Dennis Bauer fand selten ein Durchkommen gegen die gut stehende Abwehr der Gastgeber.]

"Das war ein ganz komisches Spiel", fasste CVJM-Coach Rolf Schuster den gestrigen Auftritt seines Teams zusammen. "Wir haben 15 Minunten super Handball gespielt, aber was in den 45 Minuten davor geschehen ist, kann ich mir heute noch nicht erklären", zeigte er sich überrascht über das Zustandekommen des Sieges. Vom 4:4 bis zum 8:9 (20) entwickelte sich eine relativ offene Partie, in der keine der beiden Mannschaften sich absetzen konnte. Doch nun verlor die Oberwiehler völlig den Faden und produzierten reihenweise technische Fehler. Als Konsequenz stand zur Halbzeit ein Sieben-Tore-Rückstand zu Buche.

In der Kabine beschloss das Trainer-Gespann es nun mit einer offenen Manndeckung zu versuchen. Dieser Plan ging anfangs jedoch nach hinten los, so dass sich die Fortuna sogar auf neun Tore bis zur 40. Minute absetzen konnte. Nachdem die Oberberger wieder auf eine defensive Variante umgestellt hatten, lief plötzlich der Ball. Beim 22:27 (50) sah es allerdings noch immer nach einer Heimniederlage aus. Doch aufbauend auf einen nie müde werdenden Mischa Peters, einen gut aufgelegten Jan Balkhausen im Kasten sowie eine erneute offene Manndeckung kämpften sich die Südkreisler Tor um Tor heran und gewannen so schließlich noch mit 33:31, was von den gut 150 Zuschauern natürlich frenetisch gefeiert wurde.

Tore CVJM Oberwiehl: Nils Thönes (14/5), Jörg Dannenberg (7), Sebastian Maaßen (7), Mathias Ullenboom (4), Ole Ullenboom (1).

TV Strombach - SG Königsdorf/HHV 30:34 (12:16).

[Der Rückraum des TVW setzte sich wesentlich öfter in Szene als der des TVN.]

Mit einer normalen Abwehrleistung wäre für die Oberberger heute deutlich mehr drin gewesen. Zu keiner Zeit konnten die Strombacher dem einfachen Kreuzen der Königsdorfer etwas entgegensetzen und zeigten sich teils löchriger als der berühmte Schweizer Käse. Auch TVS-Coach Mirko Müller musste nach Spielschluss zugeben, dass die Partie heute klar über die Defensive verloren wurde. Nur bis zur 10. Minute hatten die Strombacher die Begegnung offen gestalten können. Innerhalb von fünf Minuten wurde aus einem 4:4 ein 4:8. Diesem Rückstand rannten die Gastgeber nun dauerhaft hinterher. Zwar verkürzte man immer wieder, doch näher als zwei Tore kam das Team nie heran. So führten die Gäste zur Halbzeit auch völlig verdient mit vier Toren.

In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild nicht. Beim 18:20 (35) durch den starken Kai Samen war man wieder dran. Doch nach einer Auszeit der Königsdorfer verlor man wieder völlig den Faden und lag sieben Minuten später mit 19:25 hinten. Unverständlich blieb dabei warum der bis dahin beste Strombacher Oliver Dax bis zum Ende der Spielzeit auf der Bank verblieb. Zwar zeigte auch Oli Meyer eine gute Leistung am Kreis, die Effektivität des etatmäißgen Kreisläufers brachte er allerdings nicht. Die Mannschaft kämpfte sich aber nochmals auf drei Tore heran, doch die Gäste spielten am Ende locker einen ungefährdeten 34:30-Sieg heraus.

Spielertrainer Müller monierte vor allem, dass er die kämpferische Einstellung der letzten Wochen vermisst habe. Die erwartete Trotzreaktion auf den Punktabzug blieben die Oberberger, bei denen die beiden Torhüter Grunwald und Mertens eine ordentliche Leistung zeigten, gestern auf jeden Fall schuldig. Positives kann der TVS allerdings auch vermelden: Mit Andre Heinrich konnte man einen Oberligaerfahrenen Spieler holen, der nach seinem Gastspiel in der ersten griechischen Liga heute allerdings äußerst blaß blieb, da er in der kurzen Zeit noch nicht ins Strombacher Spiel eingeglidert werden konnte.

Tore TV Strombach: Kai Samen (7), Oliver Dax (6/1), Oliver Meyer (4), Arthur Kunkel (4/1), Mirko Müller (4/2), Tino Steuck (2), Oliver Gilles (1), Michael Schaldach (1), Andre Heinrich (1).

Tore SG Köngsdorf/HHV: Max Huckauf (7), Tim Hartwig (7), Torsten Lang (6/1), Christian Sauerbier (5), Thomas Steindorf (3), Martin Blickhan (3), Heiko Simmendinger (2), Patrick Halberschmidt (1).


[Geburtstagskind Lahr (links) hatte einen ruhigen Abend, da die Seßmarer (rechts) selten so gut zupackten.]

SSV Nümbrecht - Brühler TV 23:21 (9:11).

Die Südkreisler ziehen weiterhin einsam ihre Kreise an der Tabellenspitze. Auch der Brühler TV konnte den oberbergischen Siegeszug nicht stoppen, auch wenn dies zu Anfang der Partie ganz anders aussah. Der Gast legte los wie die Feuerwehr. Nach acht Minuten stand es 0:5 aus oberbergischer Sicht und alles sah danach aus, als ob es auf der anschließenden Weihnachtsfeier keinen Sieg zu bejubeln geben würde. Doch drei Tore in Folge durch Jens Jürges ließen den Gastgeber wieder hoffen. Bis zur Halbzeitpause gelang es den Brühlern jedoch immer wieder ihren Vorsprung konstant bei zwei bis vier Toren zu halten, zumal Torjäger Holger Braun bereits vier Mal zugeschlagen hatte. So ging man auch denkbar glücklich nur mit einem 9:11 in die Kabinen.

In der zweiten Hälfte zeigte die oberbergische Deckung dann endlich ein anderes Gesicht. Anstatt den wurfgewaltigen Rückraum der Schlossstädter nur zu blocken, wurde nun auch endlich mal der Gegner angepackt. Zudem stellte man sich immer besser auf Braun ein, der kaum noch zum Zug kam. Folgerichtig gelang in der 37. Minute dann auch der Ausgleich zum 13:13. Auch zeigte Michael Rösner, der überraschenderweise doch auflaufen konnte, in der zweiten Halbzeit eine gute Leistung, nachdem er für den ebenfalls ordentlich haltenden Phillip Winkler in der 28. Minute gekommen war. Rösners Einsatz verdankte der SSV dem unermüdlichen Einsatz des Physiotherpeuten Christian Steinmetz, der innerhalb einer Woche den verletzten Keeper wieder spielfähig bekam.

Durch seine Paraden blieben die Oberberger weiter an den Brühler dran. Zwar lief man weiterhin konstant einem Rückstand hinterher, doch dieser wuchs nie auf mehr als ein Tor an. So blieb das Spiel bis zum 21:21 (57) absolut offen. Eine Minute später gelang den Nümbrechtern sogar endlich die erste Führung des Spiels. Die schnell ausgeführte Mitte der Gäste endete dann in einem Siebenmeter. SSV-Coach Holger Faulenbach wechselte wieder Philipp Winkler ein, der das Nervenspiel gegen den Schützen gewann und den Wurf parierte. Die offene Deckung der Brühler überwanden die Oberberger schließlich zum 23:21-Endstand zwanzig Sekunden vor Schluss durch Mario Jatzke.

Tore SSV Nümbrecht: Jens Jürges (9/1), Alexander Winkler (5), Mario Jatzke (5/1), Gunnar Jürges (2), Markus Bitzer (2).


[TVN-Coach Klaus Küsters (rechts) musste gestern einen Totalausfall bei seinem Rückraum sehen, auch wenn Andreas Granzin (links) hier trifft.]

HSG Bergneustadt-Gummersbach II - HC Cologne Kangaroos 40:24(17:9).

Einen absolut ungefährdeten Sieg fuhr die HSG-Reserve heute am späten Nachmittag ein. Einziger Aufreger des Spiels war ein Ausschluss gegen Swen Georgewitsch in der 47. Minute. Doch dazu später. Von Beginn an zeigten die Oberberger wer auf dem Bursten als Sieger vom Platz gehen soll. Nach acht Minuten gelang den Kölner ihr erster Treffer nachdem sie zu diesem Zeitpunkt bereits 0:5 hinten lagen. Auch im weiteren Spielverlauf wurde die Abwehr der Gastgeber wenig geprüft, und wenn doch dann stand Stanislaw Gorubtschuk den Rodenkirchenern im Weg. So ging man mit einer beruhigenden 17:9-Führung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nicht. Die Domstädter benötigten erneut mehrere Minuten für ihren ersten Treffer. Beim 29:16 (47) war die Kuh schon lange vom Eis. Doch nun kam der große Aufreger - Der A-Jugendliche Georgewitsch soll seinem Gegenspieler den Ellbogen gegen die Brust gestossen haben und wurde ausgeschlossen. HSG-Coach Schumacher wollte die Szene nicht kommentieren, da ihm Stefan Kuxdorf, dem für diese Aktion zuvor eine Zeitstrafe angezeigt wurde, die Sicht versperrt hatte.

Aber auch nachdem die HSG die restliche Spielzeit in Unterzahl agieren mußte, wurden die Kangaroos niemals gefährlich. 20 technische Fehler sowie 34 verworfene Würfe hat die Gäste am Ende zu Buche stehen. In den letzten fünf Minuten überboten sie sich sogar noch in ihren Aktionen und ermöglichteten den Bergneustädtern so die 40 voll zu machen.

Tore HSG Bergneustadt-Gummersbach II: Stefan Kuxdorf (7/1), Mathias Kakuschki (7/2), Dominik Prystaw (6), Patrick Kunnert (4), Viktor Klaassen (4), Swen Georgewitsch (3), Timo Bay (3), Thomas Berscheid (2), Jens Achenbach (2), Kenny Dahn (1), Rainer Schuster (1).

Tore HC Cologne Kangaroos: Guido Brock (5), Waldemar Kowalski (4), Hubert Thielen (4/1), Hartwig Huemme (3), Sebastian Eberz (2), Jannis Kamann (2), Daniel Kruse (2), Arne Greskowiak (1), Heinz Heckmann (1).


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