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'Garten, Nacht und Mondschein': Zweite gelungene Premiere im Schau-Spiel-Haus

rw; 27. Sep 2005, 00:00 Uhr
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'Garten, Nacht und Mondschein': Zweite gelungene Premiere im Schau-Spiel-Haus

rw; 27. Sep 2005, 00:00 Uhr
(rw/12.9.2005-0:15) Von Richard Witsch
Wiehl – Beim SchauSpielStudio Oberberg geht es zurzeit Schlag auf Schlag: Am Abend fand die zweite Premiere der noch jungen Spielzeit statt: "Garten, Nacht und Mondschein" begeisterte.
[Bilder: Richard Witsch --- Mit einer gelungenen Vorstellung von "Garten, Nacht und Mondschein" präsentierten sich zwölf Nachwuchstalente des SchauSpielStudios Oberberg am Abend.]

Am Abend stand beim SchauSpielStudio Oberberg eine erneute Premiere auf dem Programm: Nachdem am vergangenen Freitag erstmals „Nathan der Weise“ zu sehen war, bekamen die Theaterfreunde gestern „Garten, Nacht und Mondschein“ in der Aula der Wiehler Grundschule zu sehen.

Handlung, Figuren und die meisten Szenen lehnen sich an Büchners Werk „Leonce und Lena“ an. Diese werden jedoch mit Gedichten, Liedern und Texten von Büchner, Goethe, Heine, Brecht und anderen ergänzt.

[Die drei Hauptfiguren wurden von den Schauspielern abwechselnd dargestellt.]

Der inhaltliche Hintergrund ist simpel: Leonce möchte nicht König werden, weiß aber nicht so recht, was er eigentlich will. Valerio will nicht arbeiten und Lena nicht heiraten. Auf der Suche nach Beschäftigung begeben sie sich auf die Reise nach Italien. Sommer, Sonne, Mondschein, Prinzen, Liebe und Lyrik werden zur Drehscheibe dieser unterhaltsamen Theaterbearbeitung mit Musik....

In der Collage „Garten, Nacht und Mondschein“ wird die Handlung mehrfach angehalten, um hinter die Fassade der Figuren blicken zu lassen. Interessant ist auch, dass die zwölf jungen Darsteller (Paula Donner, Marco Frensch, Lukas Jörgens, Fabian Kaufmann, Inga Niedtfeld, Theresa Peeters, Melanie Raabe, Mira Stuhlmann, Tzatza Tzislakis, Matthias Vorländer, Angi Voßköhler, Jörn Wollenweber) abwechselnd in die Rollen der drei Hauptfiguren schlüpfen.

Die Story wird mit viel Musik (Klavier) hinterlegt, die Benjamin E. Hilbig schrieb beziehungsweise nach den „Rolling Stones“, David Bowie oder Evergreens wie „Moon River“ und Schlagern arrangierte. Für Idee, Bearbeitung und Inszenierung zeichnet der Regisseur Jörn Kolpe.

Trotz der Integration unterschiedlicher Elemente wirkt das Stück nicht wie eine Bühnenschändung, Musical oder „verkopftes“ Konzepttheater, sondern eher wie ein übermütiges Spiel nach dem was Leben bedeuten könnte.