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Steinmüller: HBB legt erstes Konzept für Einkaufszentrum im Bahnbogen vor

lo; 26. Jul 2004, 06:22 Uhr
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Steinmüller: HBB legt erstes Konzept für Einkaufszentrum im Bahnbogen vor

lo; 26. Jul 2004, 06:22 Uhr
(lo/14.7.2004-AKTUALISIERT 15.7.2004) Gummersbach – Heute unterzeichneten Bürgermeister Paul-Gerhard Schmitz und Harald Ortner, Geschäftsführer des Investors HBB, eine Rahmenvereinbarung zur Umgestaltung des Bahnbogen-Geländes.
[Bilder: Björn Loos --- Bürgermeister Paul-Gerhard Schmitz (links) begrüßte Reinhard Mussehl und Harald Ortner von der HBB sowie Hans-Günter Wawrowsky und Matthias Pfeifer vom Architekturbüro RKW (v.l.n.r.).]

Möglichst schon in einem halben Jahr will man dem Rat einen beschlussfähigen Plan vorlegen – und der soll nach Möglichkeit mit der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB), die von der Stadt Gummersbach als Investor für das Einkaufsparadies im so genannten Bahnbogen des Steinmüller-Geländes ausgesucht wurde, realisiert werden. Heute wurde eine Rahmenvereinbarung zwischen den Lübecker Immobilienunternehmen und der Stadt geschlossen. Ab sofort beginnt die „heiße“ Phase, in der viele Fragen beantwortet und zahllose Gespräche geführt werden müssen.

[Grafiken: RKW Architektur+Städtebau --- So könnten es auf den ersten Metern des Zugangs zum Einkaufszentrum aussehen: links eine Verbindung zur "Alten Post", rechts der Eingang zum Saturn-Markt.]

So wird sich unter anderem auf die Suche nach potenziellen Mietern für das geplante Einkaufszentrum gemacht. Die Festlegung der Grundstückspreise steht genauso auf dem Programm wie die Diskussion mit dem VfL Gummersbach, der sich auf dem Gelände gerne mit einer eigenen Halle repräsentiert sehen würde. Dazu müssen weitere städtebauliche und wirtschaftliche Dinge geklärt werden. „Es wird nichts im Hauruck-Verfahren über die Bühne gebracht“, verdeutlichte Bürgermeister Paul-Gerhard Schmitz.

„Wir haben Erfahrung in der Realisierung ähnlicher Projekte in ganz Deutschland“, sagte HBB-Geschäftsführer Harald Ortner. So entwickelten die Lübecker das Hanse-Center in Rostock, ein Einkaufszentrum mit 60.000 Quadratmeter Mietfläche. Als Partner bringen die Nordlichter ein Planungsbüro mit, das sich in Gummersbach schon mehrfach architektonisch verewigt hat. Das Büro RKW Architektur+Städtebau aus Düsseldorf zeichnete sich unter anderem für die Planung des Rathauses und des Gebäudes der Gasgesellschaft Aggertal verantwortlich.

[Zukunftsvision: Der Eingangsbereich in der Kampstraße.]

Und auch die Konzeption für das Einkaufszentrum im Bahnbogen unter dem Arbeitstitel „Forum Gummersbach“ ist schon ziemlich weit fortgeschritten. In dem Entwurf von HBB und RKW soll eine zweistöckige Mall mit bis zu 15.000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen (möglicher Kostenpunkt: 30 Millionen €). Neben einem großen SB-Warenhaus und dem klassischen Einzelhandel möchte man auch Gastronomiebetriebe und andere Freizeitangebote ansiedeln.

Die Bürgersteige werden also nicht mit dem Ladenschluss hochgeklappt. Kino, Kneipen, Diskotheken – die Zukunftsmusik hört sich verlockend an. Für die Menschen, die zum Einkaufen nach Gummersbach gelotst werden sollen, „wird vor allem etwas in Sachen Textilien getan“, wie Projektentwickler Reinhard Mussehl verriet. Studien hätten ergeben, dass es in der Kreisstadt gerade in diesem Bereich Nachholbedarf gebe.

[Bürgermeister Schmitz (rechts) und HBB-Geschäftsführer Harald Ortner unterschrieben die Rahmenvereinbarung.]

Die Anbindung des Einkaufszentrums an die Fußgängerzone erfolgt nach den Plänen der HBB über die Kampstraße (neben dem Saturn-Markt), der Bahndamm wird dabei unterquert. „Ein ebenerdiger Zugang über die Gleise wollte die Deutsche Bahn nicht zulassen“, erläuterte Mussehl. Nach ersten Gesprächen mit den anliegenden Geschäftsinhabern ist auch eine Querverbindung mit der „Alten Post“ angedacht.

Warum die Kampstraße als einzige Einkaufsanbindung? Plausible Erklärung der Investoren: Durch eine weitere Stichstraße weiter nördlich würde der jetzige Bereich der Kaiserstraße an Attraktivität einbüßen. „So haben wir mit dem EKZ Bergischer Hof und dem Einkaufszentrum im Bahnbogen jeweils einen starken Pol im Norden und im Süden“, erklärte Matthias Pfeifer von RKW, der deshalb auch die Sorgen der Händler im EKZ für unbegründet hält. Wie Ulrich Stücker, Baudezernent der Stadt, betonte, wird es aber auch andere Fußgängerwege zwischen Fußgängerzone und Steinmüller-Gelände geben. Autofahrern stehen auf drei Ebenen rund 600 Stellplätze unmittelbar angrenzend an das Einkaufszentrum zur Verfügung.

Problematischer dürfte die Lage der Geschäfte in Wilhelm-, Moltke- und Schützenstraße sein, die jetzt schon von den Besucherströmen wenig profitieren und durch das neue Einkaufszentrum noch mehr in die Defensive gedrängt werden könnten. „Da müssen wir uns etwas einfallen lassen“, meinte Schmitz. Auch hier besteht im nächsten halben Jahr also Diskussionsbedarf.

[Die an das Gelände der Fachhochschule angrenzende Rückseite des Einkaufszentrums.]

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