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Wildpark und Waldlehrpfad: 40 Jahre Geschichte, trotzdem erst 30. Geburtstag
(om/21.6.2004-15:20) Wiehl-Hübender - Wildpark und Waldlehrpfad haben gestern ihren 30. Geburtstag gefeiert, tatsächlich begann die Geschichte noch zehn Jahre früher.
[Bilder: Oliver Mengedoht --- Wildsau und Keiler balgen sich um das Fressen, die Frischlinge huschen geschwind unter und zwischen ihnen hindurch.]
"Das ergaben die jüngsten Recherchen zur Vorbereitung der kleinen Jubiläumsfeier", berichtete Bürgermeister Werner Becker-Blonigen gestern beim offiziellen Geburtstagsakt, mit dem gleichzeitig die 8. Wiehler NaturErlebnisTage eröffnet wurden. So sei der Grundstein nämlich bereits 1964, im Jahr der Landesgartenschau in Wiehl, durch Oberförster Brozio, die Gemeinde - vertreten durch den Ordnungsbeamten Marx und Gemeindedirektor Horst Waffenschmidt - sowie den Lehrer Ernst Grote gelegt worden. "Dieser touristische Anziehungspunkt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Tropfsteinhöhle sollte die Liebe zum Wald wecken und zu Schutz und Pflege aufrufen", erinnerte der Bürgermeister.
An der Errichtung und Finanzierung waren seinerzeit auch die Kreisverwaltung (Stiftung der Pilzsammlung in der Infohütte), die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Hegering Wiehl und der Heimatverein Wiehl beteiligt. Im Juli 1966 erfolgte die feierliche Einweihung. Der Januar 1974 und der 30. Geburtstag, zu dem die Stadt ursprünglich eingeladen hatten, bezog sich auf das Datum der Unterzeichnung eines offiziellen Pachtvertrages zwischen der Stadt und der evangelischen Kirche Wiehl als Eigentümerin der Flächen. Und dieser Vertrag wurde tatsächlich erst Jahre abgeschlossen, nachdem die Einrichtung schon in Betrieb war.
Vor zehn Jahren wurde der Waldlehrpfad grundlegend renoviert und inhaltlich überarbeitet, große Wanderkarten an den vier Hauptzugängen, neu gestaltete Lehrpfadschilder und neue Schautafeln in der Infohütte angebracht. Die finanzierung erfolgte wiederum durch Spenden vom Naturpark Bergisches Land und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie der tatkräftigen Unterstützung des Hegerings, des OBN Wiehl, der Waldjugend Windfus und des Forstamtes Waldbröl - "durch diese Helfer konnte die touristisch wertvolle Einrichtung unter der Regie der Stadt bis heute erhalten bleiben", dankten daher auch Torsten Richling, in der Stadtverwaltung für den Fachbereich Umwelt zuständig und Marlies Knotte vom Hegering.
Neben dem Hegering mit seinem Bläserchor und der "Rollenden Waldschule" gab es auch noch eine Überaschungsaktion für die gestrigen Besucher: Ein Dutzend starker Männer trat mit einem kräftigen Baumstamm gegen ein "professionelles", trainiertes Rückepferd an, sieben Sekunden brauchte das für die 22 Meter-Strecke. Und tatsächlich gab es eine Überraschung: Die zwölf Mann brauchten auch nicht länger. Anschließend gab es Kurzritte für die Kleinen auf dem Rückepferd und Führungen durch den Wildpark mit seinen 61 Tieren; Dam- und rotwild, Wild- und Hängebauchschweine sowie Sika. "Allein in den letzten 14 Tagen haben unsere Tiere acht neue Kitze bekommen", berichtete Wildparkleiter Harald Barf freudestrahlend.
[Das Team um Torsten Richling (r.) und Wildparkleiter Harald Barf (2.v.r.) vor der "Rollenden Waldschule.]
Gut angenommen würden die 8. NaturErlebnisTage, erläuterte Richling. Von den 24 Programmpunkten seien bei fast 550 Anmeldungen fast alle Punkte ausgebucht. Die von Aggerstrom gesponserten NaturErlebnisTage enden während des Stadtferstes am 4. Juli mit einer Filmvorführung im Rathaus und anschließender Exkursion in den Steinbruch Weiershagen.
