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Neue Feuerwehr-
Ausbildungshalle sorgt für kürzere Wege
(hen/15.8.2000-16:45) Oberberg - Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe wurde heute Mittag die neue Ausbildungs- und Übungshalle für die Feuerwehren im Kreisgebiet eingeweiht.
Im Brandschutzzentrum auf der Kotthauser Höhe überreichte Annette Schultz-Sandkauthen, Abteilungsleiterin des Hochbauamts der Kreisverwaltung, ihrem "Chef", Landrat Hans-Leo Kausemann, einen überdimensionalen Schlüssel. "Der Bau ist notwendig geworden, um den Ausbildungsbetrieb auf Kreisebene zu zentralisieren", betonte Kausemann bei der Einweihung. Rund 440.000 Mark hat der Neubau gekostet, 150.000 Mark musste der Kreis aufbringen, 290.000 Mark gab es aus der Feuerschutzsteuer des Landes.
[Bilder: Mengedoht --- Die neue Ausbildungshalle der Feuerwehr]
Zur Einweihung waren neben Kreisdirektor Norbert Wolter und Baudezernent Manfred Strombach auch die Vorsitzende des Feuerschutzausschusses, Doris Schuchardt-Kaganietz sowie von der Feuerwehr Kreisbrandmeister Uwe Lomberg, sein Stellvertreter Klaus Lemmer und der ehemalige Kreisbrandmeister Friedhelm Stockhausen gekommen, auf dessen Initiative die Planung in Gang gesetzt worden war.
"Die rund 2.500 Aktiven der Feuerwehr in Oberberg müssen sich permanent weiterbilden", hob der Landrat das ehrenamtliche Engagement hervor. Bislang geschah dies an verschiedenen Orten. So gab es bislang einen Gerätewart-Lehrgang in Hückeswagen und einen Maschinistenlehrgang in Bergneustadt - lange Wege für Feuerwehraktive, die zum Beispiel von Süd nach Nord mussten. Im neuen Übungszentrum wird es aber auch Lehrgänge für technische Hilfeleistung geben, da diese an der zentralen Ausbildungsstätte der NRW-Feuerwehren in Münster nicht mehr angeboten werden. Strahlenschutzlehrgänge und die Schulung im Umgang mit Gefahrstoffen komplettieren das Ausbildungsangebot. 2.000 Unterweisungen gibt es im Jahr, dazu gehört zum Beispiel die obligatorische Atemschutzübung, an der jeder Feuerwehrmann teilnehmen muss.
[Bild: Kreisbrandmeister Uwe Lomberg (l.) erklärt Landrat Kausemann die neuen Geräte]
Damit die Besucher heute Mittag einen ersten Eindruck gewinnen konnten, musste ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr als "Versuchskaninchen" herhalten, um die Prüfanlage für Tragkraft-Spritzen zu demonstrieren. "Es wird geprüft, ob die Pumpe auch die vorgeschriebene Leistung bringt", erklärte Siegfried Steen, Abteilungsleiter des Brandschutzzentrums. Landrat Hans-Leo Kausemann nutzte die Gelegenheit, um an die Arbeitgeber zu appellieren, die Feuerwehrleute für die Einsätze freizustellen. Sonst sei eine wirksame Hilfe nicht möglich. "Brandschutz ist ein Stück Sicherheit", hob der Landrat hervor. Allerdings rückt die Feuerwehr im Kreisgebiet bei den jährlich rund 3.000 Einsätzen überwiegend dann aus, wenn es gar nicht brennt: "70 bis 80 Prozent der Einsätze sind technische Hilfeleistungen", erläuterte Steen.