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Lindlar begeht feierlich die Ost-Erweiterung der EU
(ka/5.5.2004-14:40) Lindlar Die Stadt feierte die EU-Erweiterung mit Schülern und den Vertretern der Partnerstädte Lindlars.
[Bilder: privat --- Robert Wagner, Mitglied des Partnerschaftskomitees Lindlar und Rektor der GHS-Lindlar erklärt die von den Schülern erstellte Karte.]
Das geschichtliche Ereignis der Ost-Erweiterung Europas wurde in Lindlar nicht nur von den Vertretern der Partnerstädte Shaftesbruy und Kastela zusammen mit den Funktionsträger der Gemeinde gefeiert, sondern war auch ein großes Ereignis für Schüler von Haupt- und Realschule sowie Gymnasium.
Zu Beginn erläuterte Robert Wagner, Mitglied des Partnerschaftskomitees Lindlar, die großformatige Europakarte an der Wand der Kreissparkasse Lindlar, auf der Schüler der Klasse 10 der GHS Lindlar alle Staaten Europas in verschiedenen Farben unter dem Motto Baustelle Europas dargestellt hatten. Am Rande der Karte hatten sie Informationsstreifen mit Hinweisen zu Bevölkerungszahl, Fläche, Hauptstadt, Autokennzeichen, Flaggen und Bruttosozialprodukt angebracht.
[Europa mal anders, dargestellt von Hauptschülern der Klassen 7 bis 10.]
Im Ratssaal Alte Schule, wo die Veranstaltung fortgesetzt wurde, fanden die Besucher nicht nur die Flaggen der beteiligten Länder vor, sondern auch eine Säule mit vier großen Puzzles, die zu den Themen Sprachen, Landschaften, Sehenswürdigkeiten und Essen und Trinken von Hauptschülern der Klassen 7 bis 10 erstellt worden waren, berichtet GHS-Rektor Wagner.
Bürgermeister Konrad Heimes begrüßte alle Gäste sowie die Schüler zu dem großen Familienfest Europas: Familienzuwachs ist immer ein Grund zu großer Freude, vor allem dann, wenn die Familie namens Europa morgen von einem auf den anderen Tag reicher und bunter wird. Heimes ging auf die Geschichte und die Konflikte im Europa zwischen Weltkrieg und der Wende 1990 ein und hob erfreut die Bedeutung des Zusammenwachsens hervor. Der Beitrittstag sei für ihn was ganz Besonderes, erklärte er. Ein Tag, der ein großes Stück vom jahrzehntelangen Nachkriegszustand, also vom ehemals sogenannten Kalten Krieg zwischen Ost- und Westeuropa, endlich vergessen macht.
Der neu gegründete Chor des Gymnasiums sang danach Adiemus, ein Werk des walisischen Komponisten Karl Jenkins, das in einer Fantasiesprache verfasst ist. Dadurch stehe es für die Verwandtschaft der europäischen Sprachen, erläuterte Chorleiterin Beckmann. Mit der Instrumentalbegleitung und dem rhythmischen Chorsatz klinge es wie eine neue Hymne für das vereinte Europa. Als zweites Stück erklang Singing alltogether, eine Musik, die zum Mitsingen und -feiern im neuen Europa einlud, berichtet Wagner von der Veranstaltung.
In vielen Sprachen erklangen dann die Grußworte aus den Partnerstädten in England, Frankreich und Kroatien. Die englischen Freunde aus Shaftesbury, die mit 23 Personen angereist waren, bedankten sich für die Lindlarer Gastfreundschaft. Der Bürgermeister aus der französischen Partnerstadt Brionne entschuldigte sich, dass er nicht dabei sein konnte, versicherte aber, in Gedanken aus ganzem Herzen bei allen europäischen Freunden in Lindlar zu sein. Bürgermeister Ante Sanader, der mit einer kleinen Delegation aus der Partnerstadt Kastela von der Adria angereist war, lobte vor allem Lindlars Offenheit und Bereitschaft zur Hilfe, die die kroatischen Freunde schon so oft erfahren durften. Er lud alle Lindlarer und deren europäischen Freunde zum Besuch nach Kastela ein und bedankte sich beim scheidenden Bürgermeister Heimes mit einem Gastgeschenk.
[Europäische Freunde: Robert Wagner, Marijana Vulas, Stadträtin aus Kastela, die Übersetzerin Taida Valentic, Bürgermeister Konrad Heimes und Kastelas Bürgermeister Ante Sanader (v.l.), dazwischen Lindlarer Schüler.]
Unter dem Motto Schule ohne Grenzen stellte die Realschule Lindlar ihr Comenius-Schulprojekt vor, an dem neben Schulen aus Italien und Spanien auch zwei der neuen EU-Mitgliedstaaten, die Slowakei und Polen, teilnehmen. Das Projekt beschäftigt sich mit den Gemeinsamkeiten im Wortschatz der sieben beteiligten europäischen Sprachen unter der Leitfrage: Welche Wörter teilen wir uns mit unseren europäischen Partnern, das heißt welche Wörter sind in unseren Mutter- und Fremdsprachen gleich oder zumindest fast gleich?
Auf einer Leinwand zeigten die Realschüler aus dem 7. Schuljahr unter Leitung von Marion Knips das Projektergebnis, ein multimediales Online-Bildwörterbuch, welches die von den Schülern gesammelten Wörter und das von ihnen erstellte Wörterbuchmaterial wie Bilder, Aussprache, Beispielsätze, Etymologien und Wörterrätsel, -spiele und Geschichten umfasst. Die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnerschulen demonstrierten sie über ein Netmeeting, bei dem auf der Leinwand im Lindlarer Ratssaal gleichzeitig und live Schüler und Lehrer in der Slowakei und Polen zu sehen und zum Teil auch zu hören waren, die ihrerseits auch die Veranstaltung in Lindlar mit verfolgen konnten ein technischer Erfolg, den die Zuschauer mit Applaus quittierten, schildert Wagner.