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Kunststoff-Flieger mit Formel 1-Technologie
(om/22.4.2004-16:30) Gummersbach - Genau sieben Minuten Flugzeit und eine Punktlandung, das waren die keineswegs niedrigen Anforderungen an die 22 Piloten, die beim F3J-Kreisstadtpokal des RCM Gummersbach auf dem Fluggelände in Halsterbach zu erfüllen waren.
[Bilder: Oliver Mengedoht --- Punktlandung bitte, hieß es in der Ausschreibung]
Die Piloten der Hightech-Flieger hatten es bei teils böigen Bedingungen auf dem Fluggelände Halsterbach bei Eckenhagen nicht immer einfach: Ganz genau sieben Minuten Flugzeit forderte der RCM, der Radio Control Modellflieger Club Gummersbach, in seiner Ausschreibung zum Kreisstadtpokal, und jede einzelne Sekunde mehr oder weniger gab Punkteabzug. Ebenso galt es für die Fernsteuerer, eine möglichst exakte Punktlandung hinzulegen, denn auch hier wurde pro Zentimeter ein Punkt abgezogen. Hochstartwinde und das 200 Meter lange Seil zum Aufstieg in die Lüfte stellte der RCM den Wettbewerbern, wie Vorsitzender Wolfgang Hahne erläuterte.
Er selber musste am Wettbewerbstag zwangsweise pausieren: Aufgrund eines technischen Defektes hatte sein Segelflieger eine - saubere - Bruchlandung in den Bäumen hingelegt. "Den Fehler habei ch schon gefunden, der ist mit Schmirgelpapier zu beseitigen", erklärte Hahne. Ein Helfer war für jeden Starter erlaubt, drei Durchgänge gab es. Dabei sei das Teilnehmerfeld hochkarätig, betonte Hahne stolz. Die besten Modellflieger der Republik nähmen immer wieder an den Veranstaltungen des RCM teil, der als einziger Verein in Oberberg überregional Wettbewerbe ausschreibt. "Die üben hier für die Deutschen Meisterschaften."
Und auch wenn die bis zu drei Kilogramm schweren Fluggeräte mit knapp drei Metern Spannweite, meist gelb mit andersfarbigen Flügelspitzen, für den Laien recht ähnlich und unspektakulär aussehen, sie sind echte Hightech. "Die Tragflächen sind auch glasfaserverstärkter Kohlefaser", berichteten die Flieger. Ein leichtes, aber hochfestes Material, dass auch in der Formel 1 oder im Airbus verwendet wird. Sie erreichen durchaus Geschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde, sind aber nur wenige Minuten in der Luft, bevor die Batterien für die Elektromotoren zur Steuerung wieder aufzuladen sind.
Ein echtes Schmankerl für Interessierte verspricht Hahne auch für das Wochenende 17. und 18. Juli, wenn der RCM das "4. Oberbergische Elektro-Meeting" austrägt. Dann träten zahlreiche Elektroflieger an und kämpften um Punkte, ein fachkundiger Kommentator versorgt auch Laien mit den nötigen Infos.
Ergebnisse:
1. Helmut Winter
2. Bernd Mainka
3. Jürgen Witt

