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HB-Verbandsliga: Ralf "Panter" Gießelmann vernascht Müllenbacher "Löwen"

pl; 7. Feb 2004, 06:22 Uhr
Oberberg Aktuell
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HB-Verbandsliga: Ralf "Panter" Gießelmann vernascht Müllenbacher "Löwen"

pl; 7. Feb 2004, 06:22 Uhr
(pl/25.1.2004-13:55 AKTUALISIERT 22:30) Oberberg – Mit einem Sieg im Top-Derby gegen Müllenbach behauptete der TuS Derschlag am Abend die Tabellenführung der Handball-Verbandsliga, während der CVJM Waldbröl bereits gestern beim Schlusslicht in Rösrath seinen „Lauf“ fortsetzten konnte.
[Bilder: Oliver Mengedoht --- Ratlos: Die Müllenbacher Deckung um Spielertrainer Helge Janeck (2) hatte heute einfach nicht das richtige Rezept gegen die Derschlager Angreifer.]

Durch den gleichzeitigen Erfolg von Verfolger HSG Siebengebirge/Thomasberg (33:29 gegen Hürth) beträgt der Vorsprung der Derschlager, die beim 24:21-Derbysieg gegen Müllenbach alles andere als leichtes Spiel hatten, weiterhin nur einen Zähler. Müllenbachs „Löwen“ dagegen wurden vom Stolberger SV (39:30 gegen Rheinbach) vom dritten Rang verdrängt. Mittlerweile auf dem siebten Platz angelangt ist der CVJM Waldbröl nach dem souveränen 31:25 beim Schlusslicht in Rösrath – übrigens punktgleich mit dem Fünften TV Refrath!

TuS Derschlag – TV Rodt-Müllenbach 24:21 (10:12).

[Derschlags Kapitän Maik Thiele zieht ab.]

Zwei entscheidende Faktoren muss man für den Derschlager Sieg beziehungsweise die Müllenbacher Niederlage anbringen: Zum einen hatten die Hausherren mit Ralf „Panter“ Gießelmann und Stefan Köser zwei überragende Männer in ihren Reihen, zum anderen konnte Müllenbach nie sein gefährliches Tempospiel aufziehen, um den Primus entsprechend unter Druck zu setzten. Und das lag vor allem an einem Umstand, aber dazu später mehr.

Ausgeglichen startete die Partie, in der sich beide Teams scheinbar zunächst einmal abtasten wollten. So kam es, dass es nach 14 gespielten Minuten erst 4:4 stand. Nur eine Minute später dann die vielleicht schon spielentscheidende Aktion, als Müllenbachs Linksaußen Jan-Hendrik van Münster nach einem Foul an Michael Häcke die rote Karte gezeigt bekommt – eine harte, aber vertretbare Entscheidung, auch wenn eine Zwei-Minuten-Strafe vielleicht angemessener gewesen wäre. Sei’ drum, diese Entscheidung der erfahrenen Bundesliga-Schiedsrichter sollte Folgen haben.

[Konnte dem Müllenbacher Spiel diesmal keine positiven Impulse geben: Spieler-Coach Janeck, der hier von Derschlags Christian Deckarm am Wurf gehindert wird.]

Müllenbachs Spieler-Coach Helge Janeck musste Regisseur Michael Fuchs auf Außen setzten, und Tom Peters kam in den Rückraum – zusammen nun mit Christian Daase und Janeck. Und prompt fehlte es dem Müllenbacher Angriffspiel an Tempo und Spielwitz – eben das, was die „Löwen“ bislang immer ausgezeichnet hat. Es kam, wie es kommen musste, auch wenn sich die Derschlager Deckung selbst gegen die statischen Angriffe der Gäste schwer tat. Nur gut für den TuS, dass zwischen den Pfosten noch ein Mann namens Ralf Gießelmann stand. Am Ende sollten 17 Paraden, darunter drei (!) entschärfte Siebenmeter, seinem Konto gutgeschrieben sein.

Die insgesamt enttäuschenden Tom Peters und Helge Janeck hatten die Gäste noch kurz vor der Pause mit 12:10 vorlegen lassen, aber nach dem Seitenwechsel war für zwölf Minuten Schicht im Müllenbacher Schacht. Fünfmal der überragende Stefan Köser und zweimal Kapitän Maik Thiele ließen die Hausherren auf 17:12 (42.) davon ziehen. Tore für Müllenbach – Fehlanzeige. Zu allem Überfluss hatte auch noch Keeper Mike Hinze eine rote Karte kassiert (33.), nachdem er ungestüm herausgestürmt war – ebenfalls eine umstrittene, aber vertretbare Entscheidung.

[Phasenweise ein typisches Derby, bei dem weniger die spielerischen Elemente im Vordergrund standen.]

Simon Blendl war es, der dann die Müllenbacher Durststrecke mit dem Treffer zum 13:17 beendete. Zweimal Michael Fuchs per Tempogegenstößen sowie Dennis Aust per Strafwurf ließen bei einem zwischenzeitlichen Treffer von Derschlags Kreisläufer Michael Pausch die Gäste nochmals auf zwei Tore herankommen (16:18), aber in den verbleibenden zwölf Minuten setzte sich einmal mehr die geballte Routine der Hausherren durch. Nach dem erneuten Anschlusstreffer von Sven Schöneberg waren es Norman Scholz, Stefan Köser und Robert Fischer, die den Sack für Derschlag zumachten.

[Zwei Ex-Bundesligisten im Duell: Gunnar Jäger (13) und Helge Janeck (2).]

Trainerstimmen nach dem Derby:

Helge Janeck (Müllenbach): „Es war eine unglückliche Niederlage. Eigentlich wäre ein Unentschieden verdient gewesen, auch wenn von der Substanz her Derschlag verdient gewonnen hat. Meiner jungen Mannschaft muss ich trotz der Neiderlage ein Riesenkompliment machen. Ohne so wichtige Leute wir Olaf Stübben und Peter Voiss, die beide mit einer Grippe im Bett liegen, haben wir uns hier und heute gut und teuer verkauft. Da ist es dann schon traurig, wenn man leer ausgeht. Letztendlich haben wir uns in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit zu blöd angestellt und dadurch das Spiel aus der Hand gegeben.“

[Zwei entscheidende Dinge: die Rote Karte gegen Jan-Hendrik van Münster (links) und der glänzend aufgelegte TuS-Keeper Ralf Gießelmann (Mitte).]

Jochen Fanger (Derschlag): “Es war für uns das erwartet schwere Spiel, in dem wir uns vor allem in den ersten 30 Minuten enorm schwer getan haben. Vor allem das Fehlen von Björn Kolbe hat man besonders bei der Deckungsarbeit gemerkt. Am Ende haben wir einfach weniger Fehler gemacht als Müllenbach, unsere Chancen besser genutzt und natürlich mit Ralf Gießelmann einen heute überragenden Mann zwischen den Pfosten gehabt, so dass der Sieg meiner Meinung nach voll in Ordnung geht.“

[Müllenbachs „Mucki“ Fuchs zieht ab und überwindet hier Ralf Gießelmann.]

Tore Müllenbach: Dennis Aust (4/1), Christian Daase, Helge Janeck, Michael Fuchs (je 3), Tom Peters, Simon Blendl (je 2), Jan-Hendrik van Münster (2/1), Olaf Hardt, Sven Schöneberg (je 1).

Tore Derschlag: Stefan Köser (11/4), Maik Thiele, Robert Fischer (je 4), Gunnar Jäger, Michael Pausch (je 2), Norman Scholz (1).

[Christian Daase, Jochen Fanger und Helge Janeck.]

SV Union Rösrath - CVJM Waldbröl 25:31 (12:12).

9:1 Punkten aus den letzten fünf Spielen, beim „Abstiegskandidaten“ CVJM Waldbröl kann man wirklich von einem so genannten Lauf sprechen. So präsentierten siech die Südkreisler gestern auch ohne ihren Trainer Karl-Heinz Michalke (Skiurlaub) topfit und hellwach beim weiterhin punktlosen Tabellenletzten in Rösrath. Betreuer Udo Borner hatte die Mannschaft sehr gut eingestellt, so dass man nach dem jüngsten Sieg nun relativ gelassen den beiden kommenden schweren Aufgaben gegen Siebengebirge und Derschlag entgegen blicken kann.

Nach einem kurzen Abtasten zu Beginn der Partie und dem einzigen Rückstand (3:4) stand die CVJM-Deckung vor einem glänzend aufgelegten Martin Szepat im Tor bis zur 20. Minute sicher und kompakt. Die Folge: binnen kurzer Zeit führten die Gäste 10:5. Offenbar bereits den sicheren Sieg im Hinterkopf, gönnte sich die komplette Waldbröler Mannschaft eine Auszeit, so dass die Hausherren bis zur Pause wieder auf 12:12 aufschlossen.

„In dieser Zeit wurde vorne regelrecht verweigert, wodurch wir uns ein paar schnelle Tempogegenstöße einfingen. Außerdem fehlte nun in der Abwehr die eben noch vorhandene Aggressivität“, so Oliver Dax. In der Kabine redete Interims-Coach Borner Klartext – mit Erfolg. Wieder auf dem Feld sorgten zwei Dax-Tore und vier Treffer vom erneut überragenden Spielmacher Rafael Laskowski in Folge für einen beruhigenden Vorsprung (18:14).

Danach war der Bann gebrochen. Zwar steckte Rösrath nicht auf und kam schließlich noch zu 25 Treffern, was vor allem aber an der wenig souveränen CVJM-Deckung lag, aber vor allem Waldbröls Regisseur Laskowski und Goalgetter Patrick Seebaum hielten die Hausherren sicher auf Distanz.

Tore Waldbröl: Rafael Laskowski (11), Patrick Seebaum (9/2), Oliver Dax (4/1), Michael Krieger (3), Eike Eschmann, Florian Richter (je 2).

Ergebnisse und Tabelle Verbandsliga Männer



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