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Fußball-Bezirksligist TuS Lindlar
(bl/6.8.2003-0:10)
Von Björn Lange
Lindlar - Der TuS Lindlar hat sich gut verstärkt und gehört erneut zu den Favoriten in der sehr starken Bezirksliga - 18-Mann-Kader steht - zwei Spieler könnten noch kommen.
Bereits in den letzten Jahren gehörte der TuS Lindlar regelmäßig zu den Topfavoriten in der Bezirksliga. Allerdings reichte es aus den verschiedensten Gründen nie zum ersehnten Sprung in die Landesliga und dem ersten Schritt in Richtung alter Lindlarer Fußballglanz. In den letzten drei Jahren hieß der Trainer bereits Wilfried Berkele, wie in der kommenden Saison auch.
Auch bei seinem vierten Anlauf bekam der Coach seine gewünschten Verstärkungen, auch wenn nicht alle seine Wunschspieler den Weg zum TuS fanden. Klappt es also im vierten Versuch? Das wird sich zeigen. Eins haben die TuS-Verantwortlichen in den letzten Jahren aber mehr als einmal feststellen müssen: Planen kann man einen solchen Erfolg ohnehin nicht.
Kommen und Gehen
Bis auf Markus Manderfeld haben wir alle Spieler, die wir halten wollten, auch gehalten, freut sich Berkele. Sicherlich hätte ihm auch in der nächsten Saison ein Jörg Telgheider gut zu Gesicht gestanden, aber auch im Angriff möchte der Übungsleiter vermehrt auf die Jugend setzen: Jörg war immer für ein Tor gut, aber irgendwann müssen die Jungen schließlich auch mal ran. Die restlichen Abgänge dürften leicht zu kompensieren sein, Markus Stalmach hat seine Leistung ohnehin nie abgerufen. Maik Meutzner, der sich im letzten Moment noch abgemeldet hatte, ist ebenfalls zu ersetzen.
[Bilder: Oliver Mengedoht --- Trainer Wilfried Berkele (rechts) und Co-Trainer Hansi Füting (links) mit den Neuzugängen Thorsten Linke, Jan Hufenstuhl, Christof Wilsser (stehend von links), Jamal Imaankaf, Marko Katzorke und Christian Renner (kniend von links). Auf dem Bild fehlen Jon Klabuhn und Jimmy M`Petite Mckoy.]
Auf der anderen Seite haben die Einkäufer wieder gute Arbeit geleistet. Mit Marko Katzorke kommt ein Keeper mit Oberligaerfahrung, der das latente Torwartproblem der letzten Jahre ein für allemal lösen könnte, wobei die Verpflichtung von Harald Hora zuletzt schon ein Schritt in die richtige Richtung war. An Marko werden wir noch viel Freude haben, verspricht Berkele.
Der starke Libero Thorsten Linke (SC Renault Brühl) ist ebenfalls neu an Bord. Weiter verstärkt wird auch die Jugendfraktion. Jan Hufenstuhl, Christian Renner und Jon Klabuhn sind allesamt noch unter 22 Jahren und im Mittelfeld vielseitig einsetzbar, wobei Letzterer noch etwas Zeit braucht. Jan und Christian haben mich positiv überrascht. Sie können den Sprung auf Anhieb schaffen, lobt Berkele seine jungen Wilden.
Gleiches dürfte auch für Last-Minute-Transfer Jimmy M`Petite Mckoy gelten, der zuletzt in der A-Jugend des Wuppertaler SV kickte. Christof Wilsser hingegen steht beruflich kaum zur Verfügung, so dass er nicht als echter Neuzugang zu werten ist. Mit Jamal Imaankaf (SSV Marienheide) kehrt viel Erfahrung und Torgefahr in den TuS-Angriff. Ein bis zwei Zugänge könnten noch folgen. Wir holen aber nur Leute, die uns auch wirklich weiterhelfen, so Berkele weiter.
Die Mannschaft
Wie in den letzten Jahren bereits wurde die Mannschaft auch in diesem Jahr punktuell verstärkt. Thomas Linke wird Markus Manderfeld auf der Liberoposition wohl schnell vergessen machen können. Torhüter Marko Katzorke ist ebenfalls gesetzt. Heiko Dietz, Stefan Pilgram, Daniel Steiner, Daniel Eimermacher, Jan Hufenstuhl, Jimmy M`Petite Mckoy und Christian Renner kämpfen in Manndeckung, im defensiven Mittelfeld und auf der linken Außenbahn um die Plätze.
Im zentralen Mittelfeld wird die Verantwortung mehr denn je auf Giovanni Bernado lasten, Axel Schneider ist ebenfalls eine feste Größe im offensiven Bereich, ebenso wie Tim Kemmerling auf der rechten Seite. Im Angriff gilt Jamal Imaankaf als optimale Ergänzung zu Goalgetter Philipp Menzler und den jungen Markus Schütze und Philipp Teschendorf, der seine Stärken allerdings eher im offensiven Mittelfeld hat.
Stärken und Schwächen
Die Schwachpunkte hat Berkele schon selbst ausgemacht: Eigentlich müssten wir noch zwei Leute holen. Zum einen fehlt ihm im defensiven Mittelfeld noch ein erfahrener Mann für die zentrale Position, der das Spiel diktieren und Giovanni Bernado entlasten kann. Darüber hinaus stünde den Lindlarer noch ein Stürmer gut zu Gesicht, denn neben Menzler, Imaankaf und dem bisher wenig torgefährlichen Schütze fehlen die Alternativen.
Schwachpunkt Nummer eins in der letzten Saison war das Defensivverhalten der kompletten Mannschaft. Lindlar hat von allen Spitzenteams mit Abstand die meisten Gegentore kassiert. So steigt man natürlich nicht auf. Das ist unser Hauptaugenmerk, und da arbeiten wir auch dran, so Berkele. Ferner gilt es für den TuS nicht einzelne Highlights zu setzen, sondern konstanter und ergebnisorientierter zu spielen. Chancenlos war man eigentlich gegen keine Mannschaft, dennoch wurden zu viele Spiele verloren.
Zu den Stärken gehört sicherlich, dass die Mannschaft eingespielt ist und darüber hinaus sinnvoll verstärkt wurde. Libero Thorsten Linke und Torhüter Marko Katzorke geben der Hintermannschaft weitere Sicherheit, wobei Letzterer sicherlich der wichtigste Neuzugang ist, schließlich braucht man einen überdurchschnittlichen Torhüter, wenn man aufsteigen will. Und auch Ausnahmestürmer Philipp Menzler wird den gegnerischen Abwehrspielern nach seiner schwachen Rückrunde wieder das Fürchten lehren.
[Wilfried Berkele geht mit dem TuS Lindlar bereits in seine vierte Saison.]
Tests und Tore
Mit einem 1:0-Sieg in der zweiten Vorbereitungswoche beim Verbandsligisten TuRa Hennef wurde bereits früh das erste Highlight gesetzt, vielleicht zu früh. Denn nur ganze drei Tage später setzte es eine 1:8-Packung beim Verbandsliga-Aufsteiger VfL Leverkusen, auch wenn man das Spiel natürlich nicht überbewerten sollte. Das war dennoch ganz bitter. Wir waren allerdings auch ziemlich platt, und man darf auch nicht vergessen, dass Leverkusen eine bärenstarke Mannschaft hat, so Berkele.
In der letzten Woche setzte man sich dann noch mit 2:1 gegen den Kreisliga A-Vertreter SV Frielingsdorf durch und unterlag dem dritten Verbandsligisten Wesseling/Urfeld mit 2:4. Gespannt darf man nun auf die folgenden Spiele gegen die Landesligisten SSV Bergneustadt und SV Adler Dellbrück in den nächsten Tagen sein, ehe es dann in die entscheidende Phase der Vorbereitung geht.
Spielsystem und Taktik
Spielsysteme sind für mich zweitrangig. Das sind auch oft irgendwelche Trends, denen nachgeeifert wird. Im Endeffekt ist es doch egal, ob man Dreier-, Viererkette, mit Libero oder sonstwie spielt, so der Übungsleiter. Viel wichtiger ist für ihn das mannschaftstaktische Verhalten der Spieler und das Umsetzen der Raumdeckung, die er seit Jahr und Tag in Lindlar spielen lässt.
Darüber hinaus wird Berkele, wie in den Jahren zuvor auch, weiterhin offensiven Fußball spielen lassen: Das ist meine Fußballphilosophie. Wie die Angriffsformation nun aussehen wird, lässt er indes noch noch offen. Zuletzt ließ er mit Frontstürmer Philipp Menzler und den zwei hängenden Spitzen Jamal Imaankaf und Axel Schneider spielen. In der letzten Saison bevorzugte er noch ein 3-5-2-System. Berkele: Es kommt ja auch immer auf die Spieler an, die man zur Verfügung hat.
Trainer und Umfeld
Wilfried Berkele hat seine Mission Aufstieg schon dreimal verpasst, dennoch ist er weiterhin fest im Sattel. In Mannschafts- und Vorstandskreisen ist er weiterhin unumstritten. Seine Fachkenntnis ist unbestritten und auch Führungsstil und Traingsarbeit kommen an, so das sich auch der Lindlarer Vereinsguru Wolfgang Waldheim, zumindest vorerst, nicht von ihm trennen möchte.
Ob allerdings eine fünfte Saison, wenn der Aufstieg erneut verpasst wird, noch Sinn macht, ist eine andere Frage. Berkele wird auf jeden Fall auch in seiner vierten Saison in Ruhe arbeiten können. Die Anerkennung ist also da, einzig der Erfolg fehlt noch. Und daran wird man ja schließlich gemessen, zumal ihm der Verein in den letzten Jahren fast jeden Wunsch bezüglich Neuzugänge erfüllt hat.
[Der TuS Lindlar gehört auch in der Saison 2003/2004 zu den Topfavoriten in der Bezirksliga.]
Saisonziel
Auch vor dieser Saison wird der TuS Lindlar natürlich zu den Favoriten auf den Aufstieg zählen. Wir werden in die Rolle gedrängt und nehmen sie auch an. Wir wollen natürlich um die vorderen Plätze mitspielen, so Berkele. Einfacher als in den letzten Jahren wird dieses Unterfangen allerdings nicht, denn die Klasse ist dem allgemeinen Tenor zufolge noch stärker geworden.
Die starken Absteiger Baris Spor Hackenberg, Worringen und SV Schlebusch werden ganz vorne erwartet, aber auch die "üblichen Verdächtigen" Spich, Immekeppel, Ford Niehl sowie die starken Aufsteiger Germania Dattenfeld II und Homburg-Bröltal könnten eine gute Rolle spielen, ebenso der SV Hermesdorf. Die Klasse wird noch kompakter als im letzten Jahr. Ich kann nur hoffen, dass wir von einem derartigen Verletzungspech wie im Vorjahr verschont bleiben, so Berkele abschließend.
Zugänge
Jan Hufenstuhl (eigene Reserve)
Jamal Imaankaf (SSV Marienheide)
Marko Katzorke (SV Altenberg)
Jon Klabuhn (eigene Jugend)
Thorsten Linke (SC Renault Brühl)
Christian Renner (SV Altenberg)
Christof Wilsser (FSV Nieder-Olm)
Jimmy M`Petite Mckoy (Wuppertaler SV/A-Jugend)
Abgänge
Peter Götzel (eigene Reserve)
Harald Hora (Laufbahn beendet)
Markus Klee (Heiligenhauser SV)
Markus Manderfeld (SV Altenberg II)
Thomas Miebach (Heiligenhauser SV)
Anastasios Mouratidis (eigene Reserve)
Markus Stalmach (Ziel unbekannt)
Jörg Telgheider (TuS Marialinden)
Maik Meutzner (Röttgen)
Spielerkader
Tor
Marko Katzorke
Bastian Schneider
Abwehr
Heiko Dietz
Jan Hufenstuhl
Thorsten Linke
Christian Renner
Stefan Pilgram
Daniel Steiner
Mittelfeld
Jimmy M`Petite Mckoy
Giovanni Bernado
Daniel Eimermacher
Tim Kemmerling
Jon Klabuhn
Christof Wilsser
Angriff
Jamal Imaankaf
Philipp Menzler
Axel Schneider
Markus Schütze
Philipp Teschendorf
Trainer
Wilfried Berkele (wie bisher)
Co-Trainer
Hansi Füting
Torwart-Trainer
Rüdiger Müller
Physiotherapeut
Ralf Körner
Betreuer
Rainer Waldheim
