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'SOLUT präsentiert':
Fußball-Bezirksligist RS 19 Waldbröl
(bl/2.8.2003-15:30)
Von Björn Lange
Waldbröl - Der RS 19 Waldbröl musste sechs Leistungsträger abgeben und strebt den Klassenerhalt an - acht Spieler sind neu an Bord - die Offensive ist das Prunkstück.
Eine starke und entwicklungsfähige Bezirksligamannschaft, dazu ein toller Unterbau mit einer zweiten Mannschaft, die Jahr für Jahr in der Kreisliga A eine gute Rolle spielt. Hinzu kommt die beste Jugend im Kreis mit A- und B-Junioren in der Verbandsliga. Das waren gleich drei gute Gründe für Trainer Leo Geusa, den Trainerjob beim Bezirksligisten RS 19 Waldbröl anzunehmen. Aber nur wenige Wochen nach seiner Zusage ist seine Euphorie der Ernüchterung gewichen.
Natürlich habe ich mir die Sache ganz anders vorgestellt. Ich bin von dem ehemaligen Kader ausgegangen, den wir weiter punktuell verstärken wollten, erklärt der Übungsleiter. Und so steht Geusa, der zuletzt die SpVgg. Dümmlinghausen trainierte, auch vor einer ganz schweren Saison. Man kann halt nicht immer auf der Sonnenseite sein, resümiert Geusa, der bereits mit dem SV Hermesdorf und Baris Spor Hackenberg Aufstiege feiern konnte. Das dürfte ihm mit den Waldbrölern vorerst nicht gelingen, auch wenn mittlerweile wieder eine schlagkräftige Mannschaft vorhanden ist.
[Bilder: Oliver Mengedoht --- Trainer Leo Geusa (rechts) und Betreuer Rudi Schupp (links) mit dem Neuzugängen Fisnik Pllana, Oliver Rempel, Eugen Tschoumakow, Sergej Krieger, Christian Heim, Nasser Ruhani und David Jurzyca (von links).]
Kommen und Gehen
Gleich sechs Leistungsträger haben den Verein verlassen. Erst in der letzten Wochen ist es Geusa durch sein unermüdliches Engagement gelungen, durch die Last-Minute-Transfers von Fisnik Pllana, Nasser Ruhani und Dennis Gerlach noch einen konkurrenzfähigen 18-Mann-Kader um sich zu versammeln. Pllana und Gerlach, die bereits in der Landesliga gespielt haben, dürften keine Probleme haben, sich an die Klasse zu gewöhnen und sind echte Verstärkungen. Die übrigen sechs Neuzugänge kommen aus der Jugend bzw. aus der B-Klasse, und müssen sich somit erst noch beweisen.
Alle Spieler bringen gute Ansätze mit, ob das aber reichen wird, um in der Bezirksliga auf Anhieb Fuß zu fassen, muss sich erst noch zeigen. Hier wartet noch viel Arbeit auf den Trainer, der aber durchaus zuversichtlich ist. Manndecker David Jurzyca und Allrounder Christian Heim haben bisher den besten Eindruck hinterlassen, aber auch Offensivspieler Nasser Ruhani sowie Eugen Tschoumankow (Manndecker) und Mittelfeldspieler Sergej Krieger traut Geusa den Sprung zu. Oliver Rempel bringt fast alles mit, ist aber nach seiner Verletzung noch nicht ganz fit.
Die Mannschaft
Das Gesicht der Mannschaft wird sich im Vergleich zum letzten Jahr grundlegend verändern. Auf der Torhüterposition kämpfen weiterhin Devrim Demiray und Ioannis Stavropoulos um die Nummer eins, wobei der jüngere Stavropoulos hier die Nase vorn hat. Um den neuen und alten Libero Jan Oravec kämpfen Eugen Tschoumankow, David Jurzyca und Daniel Hoffmann um die Positionen in der Innenverteidigung. Am größten ist der Konkurrenzkampf allerdings im defensiven Mittelfeld.
Hier könnten Oliver Rempel, Kujtim Kastrati, Fisnik Plllana, Nico Heidemann, Janus Oschlisniok oder auch Daniel Hoffmann spielen. Christian Heim könnte die rechte Seite besetzen, Sergej Krieger den Gegenpart auf links spielen. Im zentralen offensiven Mittelfeld sind Nasser Ruhani oder Kilian Gärtner denkbar, wobei Letzterer auch in der Spitze einsetzbar ist. Dort sind die Waldbröler mit Eduard Landel, Said Mustafa und Dennis Gerlach noch am stärksten besetzt. Darüber hinaus werden auch noch alle älteren A-Jugend-Spieler zu Senioren erklärt, um den Druck zu erhöhen und personelle Engpässe auffangen zu können.
[Trainer Leo Geusa tritt in Waldbröl die Nachfolge von Sven Hoffmann an.]
Stärken und Schwächen
Für viele Spieler ist die Bezirksliga völliges Neuland, was sicherlich ein Nachteil ist. Darüber hinaus ist der Kader mit 18 Mann recht dünn besetzt, wenn man bedenkt, dass Geusa einige verletzungsanfällige Spieler in seinen Reihen hat. Aus der Reserve hat Geusa auch keine große Hilfe zu erwarten, denn Trainer Frank Engelbert braucht ebenfalls jeden Spieler, um das Mammutprogramm in der Kreisliga A mit 38 Spielen zu überstehen.
Im Offensivbereich sind die Waldbröler mit Spielern wie Landel, Gärtner und Gerlach sehr stark besetzt, die neuen Formationen in Abwehr und Mittelfeld müssen sich erst noch finden, wobei auch dort gutes Spielermaterial vorhanden ist. Der große Vorteil der Waldbröler könnte sein, dass dem Team nach den vielen Abgängen eigentlich niemand etwas zutraut. Diese Rolle des Underdogs müssen die Rasensportler zu ihren Gunsten nutzen.
System und Taktik
Auch Geusa vertraut auf ein 3-5-2-System. In der Abwehr wird mit Libero und zwei Manndeckern gespielt. Davor sollen zwei defensive Mittelfeldspieler agieren, die nach Möglichkeit ein Wechselspiel mit den Innenverteidigern praktizieren sollen. Die Außenbahnen sind dann, je nach Gegner, offensiv oder defensiv besetzt. Ein zentraler offensiver Mittelfeldspieler und zwei Angreifer bilden das Sturmdreieck, wobei auch hier ein Wechselspiel vorgesehen ist.
Tests und Tore
Bisher haben die Waldbröler lediglich die vier Spiele im Rahmen ihrer Turnierwoche bestreiten können, wobei die beiden Unentschieden gegen den TuS Derschlag (1:1) und den SV Hermesdorf (2:2) schon recht vielversprechend waren. Die Erfolge gegen den ersatzgeschwächten TuS Homburg-Bröltal (2:0) und die eigene Reserve (7:2) waren hingegen kein großer Maßstab. In der nächsten Woche steht dann der erste richtige Härtetest gegen den SSV Bergneustadt auf dem Programm.
[Das Team des RS 19 Waldbröl für die Saison 2003/2004. Auf dem Bild fehlen Jan Oravec, Daniel Hoffmann und Dennis Gerlach.]
Trainer und Umfeld
Leo Geusa wird in Waldbröl in Ruhe arbeiten können, auch wenn er vom ersten bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg kämpfen sollte. Nicht zuletzt durch sein unermüdliches Engagement ist es dem RS 19 gelungen, überhaupt eine konkurrenzfähige Mannschaft an den Start zu schicken, was unter den bescheidenen finanziellen Voraussetzungen nicht gerade einfach war.
Geusa legt großen Wert auf Disziplin, was von den Spielern bisher auch gut angenommen wurde. Der Trainer ist aber nicht nur sportlich, sondern auch menschlich gefordert, wenn es gilt, als den bisherigen Spielern, den Neuzugängen und den Jugendspielern eine homogene Einheit zu formen. Die ersten Niederlagen kommen bestimmt, und erst dann wird sich zeigen, ob es eine echte Mannschaft ist.
Das Saisonziel
Für uns geht es vorrangig um den Klassenerhalt, stellt Trainer Leo Geusa unmissverständlich fest. Und das wird schwer genug ob des großen Qualitätsverlustes im Kader der Rasensportler. Der Abstieg dürfte nur zu verhindern sein, wenn ein Großteil der Neuzugänge auf Anhieb einschlägt, die Jugendspieler ebenfalls den Sprung schaffen und die Mannschaft darüber hinaus von Verletzungen wichtiger Spieler verschont bleibt. Eine ähnliche Platzierung wie in der letzten Saison ist aufgrund der Stärke der Klasse und der guten Aufsteiger zum jetzigen Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich.
Zugänge
Christian Heim (eigene Jugend)
David Jurzyca (SpVgg. Dümmlinghausen)
Sergej Krieger (reaktiviert)
Fisnik Pllana (SSV Bergneustadt)
Oliver Rempel (eigene Jugend)
Nasser Ruhani (SpVgg. Dümmlinghausen)
Eugen Tschoumankow (eigene Jugend)
Dennis Gerlach (SSV Marienheide)
Abgänge
Roland Rempel (SSV Bergneustadt)
Bashkim Kastrati (SSV Bergneustadt)
Hendrik Lennarz (SSV Bergneustadt)
Daniel Hoffmann (FC Germania Dattenfeld II)
Igor Bola (TSV Ründeroth)
Marco Hundhausen (Siegburger SV)
Spielerkader
Tor
Devrim Demiray
Ioannis Stavropoulos
Abwehr
Daniel Hoffmann
David Jurzyca
Jan Oravec
Eugen Tschoumankow
Mittelfeld
Nico Heidemann
Christian Heim
Kujtim Kastrati
Sergej Krieger
Janus Oschlisniok
Fisnik Pllana
Oliver Rempel
Angriff
Kilian Gärtner
Eduard Landel
Said Mustafa
Nasser Ruhani
Dennis Gerlach
Trainer
Leo Geusa (für Sven Hoffmann).
