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Ometepe-Jubiläum: Vom Senfkorn zum Baum

vma; 17. Jun 2018, 12:10 Uhr
Bilder: Vera Marzinski --- Vor 25 Jahren startete das Projekt, nach der Silberhochzeitsreise des Ehepaars Monika und Michael Höhn, die in der Zeit viel angestoßen haben und Netzwerke aufbauen konnten.
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Ometepe-Jubiläum: Vom Senfkorn zum Baum

vma; 17. Jun 2018, 12:10 Uhr
Wiehl - Mit einem Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Wiehl und einem Fest auf dem Gelände der Behinderten-Werkstätten-Oberberg in Faulmert feierten viele Interessierte und Mitstreiter das 25-jährige Bestehen des „Ometepe-Nicaragua-Projekt“ am Samstag.
Wie ein Senfkorn zum Baum wachsen kann, erzählte nicht nur Michael Höhn in seiner Predigt im Festgottesdienst zum Jubiläum – so ist auch das Projekt entstanden. Von einer kleinen Initialzündung durch das Ehepaar Michael und Monika Höhn, die anlässlich ihrer Silberhochzeit nach Nicaragua reisten. Dort nahmen sie an einem Gottesdienst auf der Insel Ometepe teil und waren überwältigt von dem herzlichen Friedensgruß der „Nicas“. Mit 15.000 Deutsche Mark startete 1993 das Projekt - und auf der Insel damit der Bau für eine Schule und eine Klinik.

[So wie die kleine Pflanze des Jungen auf dem Bild aus einem Samenkorn entstand, so ist auch das Projekt entstanden. Pfarrer i. R. Michael Höhn ging auf des entsprechende Gleichnis aus der Bibel in seiner Predigt ein.]

Viele Menschen sind seitdem mitgereist und haben davon weitererzählt. So wurde aus dem kleinen Senfkorn ein Baum. Es ist mittlerweile ein Netzwerk entstanden, wodurch vieles für die Menschen auf Ometepe geschaffen werden konnte. Es entstand eine Klinik für Allgemein- und Zahnmedizin, ein Ambulanzauto zum Transport Schwerkranker konnte finanziert werden, es wurden Steinhäuser und Latrinen gebaut und im Bereich Bildung unter anderem eine Vorschule errichtet sowie vieles mehr.

Es sollte am Samstag ein fröhliches Wiedersehen mit Menschen aus Nicaragua werden, doch leider konnten diese nicht ausreisen. Auf die Unruhen und gewalttätigen Ausschreitungen gingen Monika und Michael Höhn kurz ein. Gerne hätten sie mit den Projektmitarbeitern von der Insel gefeiert. „Wir feiern aus Solidarität trotzdem das Fest“, betonte Michael Höhn. Und eine bunte Mischung an Gästen fand sich sowohl in der Kirche, als auch beim anschließenden Fest ein.


Es sei ein Zeichen der Hoffnung und Perspektive, dass es dieses Projekt gebe und an diesem Tag das Fest zu feiern, so Superintendent Jürgen Knabe in seinem Grußwort. Michael und Monika Höhn seien Anwälte der Armen, Unterdrückten und Übersehenen mit dem Herz am richtigen Fleck. Das Ometepe-Projekt sei eines, das Grenzen sprenge, Hoffnung und Mut mache und Menschen zusammenführe. Er dankte allen, die seit Jahrzehnten an dem Projekt mitwirken und betonte, dass die nun 50-jährige Ehe der Höhns unter der Verheißung des Evangeliums begonnen habe und beide mit ihrem ganzen Wesen von der Liebe Gottes reden, die ihnen begegne.

 
[Als Zeichen der Hoffnung schmückten die Gottesdienstbesucher das Holzkreuz, das anschließend im Johanniter-Hospiz aufgestellt wird.]

„Es braucht ein gutes Team, wenn man gemeinsam etwas bewegen will“, so Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker. So sei es Höhns letztendlich gelungen, ein internationales Netzwerk zu entwickeln und nicht nur den Baum in die Verzweigungen wachsen zu lassen, sondern auch die Wurzeln zu stärken. „Sie haben einen Schatz gefunden, den sie teilen wollten“, betonte Horst Ostermann, der viele Jahre den Vorsitz im Kirchenkreis-Ausschuss für das Projekt hatte.

Grußworte im Gottesdienst, der musikalisch vom Gospelquartett Gummersbach unter Leitung von Annette Giebler und der Kantorei der Wiehler Kirchengemeinde unter Leitung von Michael Müller-Ebbinghaus umrahmt wurde, sprachen Hannelore Gutermann vom Eine-Welt-Laden, Christoph Gruber vom Kindermissionswerk und Pfarrer i. R. Josef Rottländer. Gemeinsam wurde ein Holzkreuz mit Blumen in den Baum des Lebens verwandelt, als Zeichen der Hoffnung.


[Superintendent Jürgen Knabe, Monika und Michael Höhn sowie Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker freuten sich über die gute Resonanz und Entwicklung des Projektes.]

So bunt wie das Blumenkreuz waren auch die gehäkelten Schmetterlinge, die mitgenommen werden konnten – und auch das Fest am Nachmittag. Mit viel Musik, unter anderem mit dem „Vamosa-Trio“ und der „Gruppe Zanate“ sowie afrikanischen Liedern. Im kulinarischen Angebot gab es Waffeln am Stiel von den Damen des TuS Wiehl, türkisches und afrikanisches Essen und eine große Auswahl selbstgebackene Kuchen und Torten. Zudem viele Infostände und am Ometepe-Projekt-Stand natürlich die Bücher zum Projekt sowie Schmuck und andere Mitbringsel aus Nicaragua. Besuch gab es auch von den "Dancing Kids" aus Ründeroth. Untertsützt von Tanzlehrerin Melanie Schäfer, Jugendwartin Corinna Ley, Tanzlehrerin Meike Klose und Olli Ley als Moderator unterhielten die Kids die Besucher mit ihren Mitmachtänzen. Schließlich: Wie bei jeder Ometepe-Veranstaltung konnten sich die Gäste wieder austauschen und das Netzwerk in und um das Projekt erweitern.