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Zehnk�mpfer Matthias Spahn in Ratingen mit neuer pers�nlicher Bestleistung

lo; 19. Jun 2002, 21:05 Uhr
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Zehnk�mpfer Matthias Spahn in Ratingen mit neuer pers�nlicher Bestleistung

lo; 19. Jun 2002, 21:05 Uhr
(lo/19.6.2002-15:25) Von Bj�rn Loos
Gummersbach/Ratingen - Mit der neuen Bestleistung von 7.814 Punkten landete der H�lsenbuscher Matthias Spahn beim 6. Ratinger Mehrkampf-Meeting auf Platz neun, verpasste damit allerdings die Qualifikation f�r die Leichtathletik-EM in M�nchen.
Das diesj�hrige Ratinger Mehrkampf-Meeting wurde im Herren-Wettbewerb von den ausl�ndischen Teilnehmern dominiert. Es gewann der Wetltrekordler Roman Sebrle aus Tschechien mit 8.701 Punkten vor dem Russen Lev Lobodin (8.433 Punkte) und dem Isl�nder Jon Arna Magnusson (8.390 Punkte). Weltmeister Tomas Dvorak (Tschechien) kam mit 8.226 Punkten auf Platz f�nf.





Bester Deutscher wurde Sebastian Knabe (Hallesche Leichtathletik-Freunde) mit 8.099 Punkten auf Rang sechs. Knabe schaffte damit als einziger deutscher Athlet die sogenannte weiche Norm von 8.070 Punkten, die zur Teilnahme bei den Europameisterschaften berechtigt.





Olympiasieger Erki Nool (Estland) beendete den Wettkampf genauso wenig wie die deutsche Nummer eins Frank Busemann, dem wieder mal eine Verletzung - diesmal an der Achillessehne - in die Quere kam. Bei den Damen siegte Altmeisterin Sabine Braun (TV Wattenscheid) mit 6.254 Punkten vor Sonja Kesselschl�ger vom SC Neubrandenburg (6.205 Punkte).

[Der Gummersbacher Zehnk�mpfer Matthias Spahn best�tigte in Ratingen seine derzeit gute Form - 7.814 Punkten bedeuten neue pers�nliche Bestleistung.]





F�r den H�lsenbuscher Matthias Spahn, der f�r die LT DSHS K�ln startet, ging der Wettbewerb etwas holprig los. Beim 100 Meter-Sprint erwischte er einen schlechten Start, der eigentliche Lauf war nach eigenen Aussagen aber "ganz rund". Spahn hatte sich zwar eine Zeit unter elf Sekunden vorgestellt, verpasste diese Vorgabe mit 11,01 Sekunden aber nur knapp.





Ein Schock ereilte den H�lsenbuscher dann beim Einspringen f�r den Weitsprung: Auf dem ungewohnten lackierten Absprungbrett, dass durch Regen glatt geworden war, rutschte er aus und knickte mit dem rechten Sprungfu� um. Der Kn�chel schmerzte und musste medizinisch versorgt werden. Dennoch sorgte Spahn f�r einen Paukenschlag, indem er auf die neue Bestleistung von 7,60 Meter sprang, wof�r er sogar ein Lob von Sebrle einheimste. "Mit 7,50 Metern hatte ich insgeheim gerechnet, aber so ein Sprung mit der Verletzung war unglaublich", freute sich Spahn.





Beim anschlie�enden Kugelsto�en erreichte er 14,08 Meter. Spahn dazu: "Ich bin zur Zeit nicht zu einem 15 Meter-Sto� in der Lage. Deswegen ist die Leistung in Ordnung." Behinderte ihn die Kn�chelverletzung beim Kugelsto�en kaum, waren die Schmerzen beim Hochsprung umso st�rker: "Da habe ich sogar kurz ans Aufh�ren gedacht". Bis zur letzten Sekunde lie� er sich behandeln und konnte am Einspringen nicht teilnehmen. Er schaffte zwar 1,89 Meter, doch wegen der Schmerzen lie� er die Folgeh�he von 1,92 Metern aus und scheiterte dann dreimal ungl�cklich an 1,95 Meter.





Der 400 Meter-Lauf bildete die letzte Station des ersten Wettkampftages. Eigentlich die Paradedisziplin des 23-j�hrigen, aber schon nach f�nf Metern hatte er Kr�mpfe in beiden Unterschenkeln. Mehr schlecht als recht brachte er den Lauf zu Ende (50,49 Sekunden), dabei wollte er eine Zeit um die 48,50 Sekunden laufen. "Von der Luft her war ich nicht kaputt, aber die Kr�mpfe lie�en keine bessere Zeit zu", erkl�rte Spahn.





Er beendete den ersten Tag mit 4.048 Punkten, immerhin 25 Punkte besser als bei seiner bisherigen Bestleistung. Spahn: "Zu diesem Zeitpunkt war mir aber klar, dass ich die Qualifikation f�r die EM nicht mehr schaffen konnte, da ich am zweiten Tag etwas schw�cher bin und ich beim Hochsprung un den 400 Metern zu viele Punkte verloren hatte."





Mit 14,82 Sekunden im 110 Meter-H�rdenlauf blieb in der Auftaktdisziplin des zweiten Tages die erhoffte Initialz�ndung aus, wof�r Spahn aber auch eine Erkl�rung hatte: "Bei den H�rden braucht man Wettkampferfahrung. Mir fehlt da noch ein wenig dieser Tunnelblick und ich konzentriere mich zu stark auf die anderen L�ufer."





Nach guten 44,62 Metern im Diskuswurf stand der Stabhochsprung auf dem Programm. Zur Zeit eine Wackeldisziplin, obwohl Spahn vor zwei Monaten im Training noch bis zu 4,80 Meter gesprungen war. Seit vier Wochen l�uft es allerdings gar nicht mehr, bei der vorletzten Trainingsstunde gelang ihm von 20 Spr�ngen kein einziger. So musste er mit den 4,40 Meter in Ratingen schon fast zufrieden sein.





Die drittbeste Leistung aller Teilnehmer zeigte Spahn beim Speerwurf mit 62,55 Metern, im abschlie�enden 1500 Meter-Lauf erreichte er eine neue pers�nliche Bestzeit (4:48.33 Minuten), obwohl "auf den letzten 400 Metern nichts mehr drin war."





Insgesamt war Oberbergs Zehnkampf-Ass �ber die verpasste EM-Qualifikation kaum entt�uscht: "Mit ein bisschen mehr Gl�ck h�tte ich die Qualifikation schaffen k�nnen. Meine Leistungen in Ratingen haben mir aber gezeigt, dass ich mich demn�chst f�r ein internationalen Wettbewerb qualifizieren kann."

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