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Sead Hasanefendic: Aus dem VfL wieder ein internationales Top-Team formen
(pl/15.5.2002-12:25 AKTUALISIERT 18:30) Von Peter Lenz
Gummersbach Nun ist es amtlich: Sead Hasanefendic wird die Trainer-Nachfolge von Petre Ivanescu beim VfL Gummersbach antreten. Zudem bleiben Ivanescu und Torwart-Legende Stefan Hecker den Blau-Weißen erhalten.
Wie Oberberg-Aktuell bereits vergangene Woche spekulierte, wird der Bosnier mit kroatischem Pass ab der kommenden Saison beim VfL das Zepter in die Hand nehmen. Heute bei einer Pressekonferenz in der Kölner Kreissparkasse präsentierte VfL-Manager Carsten Sauer den neuen Trainer, der zunächst für zwei Jahre im Oberbergischen bleibt. Sauer: Der Vertrag mit Sead Hasenefendic wurde heute morgen unterschrieben und gilt zunächst für zwei Jahre bei erfolgsabhängiger Honorierung. Werden die gemeinsam aufgestellten sportlichen Ziele erreicht, wird die Option auf Vertragsverlängerung wirksam.
Sead Hasanefendic ein erfahrener Erfolgstrainer
Sead Hasanefendic ein erfahrener Erfolgstrainer
[Will aus dem VfL Gummersbach wieder ein internationales Top-Team formen: Erfolgstrainer Sead Hasanefendic.]
Der 53-jährige Hasanefendic zählt ähnlich wie Petre Ivanescu - zu den erfolgreichsten Trainern der Welt. Zwischen 1980 und 1986 nahm er als schweizer Nationaltrainer zweimal an der WM teil. Vor allem in Frankreich sammelte er Titel am laufenden Band: Viermal wurde er mit verschiedenen Teams französischer Meister. Auch Bundesliga-Erfahrung kann Sead Hasanefendic vorweisen. Mit Hameln wurde er 1994 Deutscher Vize-Meister und erreichte das Finale des EHF-Pokals. Zurzeit steht er noch in den Diensten des spanischen Erstligisten BM Granollers.
Die Bundesliga ist für mich die stärkste Liga der Welt. Um so mehr reizt es mich, mit dem Traditionsverein VfL Gummersbach ein erfolgreiches Team zu formen, dass international auftreten kann. Wir werden ein wenig Geduld mitbringen müssen, aber hier stimmen die Voraussetzungen, freut sich der neue Mann am Ruder des VfL-Bootes auf seine Arbeit in Gummersbach.
Retter Peter Ivanescu bleibt als sportlicher Berater
Und noch eine erfreuliche Nachricht konnte Carsten Sauer heute offiziell verkünden: Retter Petre Ivanescu wird den Blau-Weißen als sportlicher Berater erhalten bleiben. Wie wichtig Herr Ivanescu für den VfL ist, hat er in den letzten zehn Wochen bewiesen, denn er hat der Mannschaft neues Leben eingehaucht, freut sich denn auch Kreissparkassen-Boss Hans-Peter Krämer über das weitere Engagement Ivanescus.
Neue große Sponsoren an Bord
Der Vorsitzende des Vorstandes der Kreissparkasse Köln war es dann auch, der heute vor versammelter Mannschaft drei potenzielle Sponsoren für die kommende Saison präsentierte. Neben der KSK selbst wird künftig unter anderem auch die Provinzial-Versicherung aus Düsseldorf und die Hotel-Gruppe Dorint in der Sponsorenliste des VfL auftauchen. Wer aber neuer Hauptsponsor der Gummersbacher sein wird, wollte man noch nicht preisgeben. Beiratsvorsitzender und derzeitiger Hauptsponsor Jochen Kienbaum: Es gibt mehrere Kandidaten. Kienbaum aber ist nicht dabei. Wir werden uns in den erfreulicher Weise deutlich erweiterten Sponsorenpool einklinken.
Sportliche Ziele abgesteckt
Auf der Basis einer gesicherten wirtschaftlichen Situation soll sich denn auch sportlich kommende Saison der Erfolg einstellen. Carsten Sauer: Im nächsten Jahr wollen wir einen einstelligen Tabellenplatz erreichen und vor allem unsere Heimspiele, wovon definitiv sechs wieder in der Kölnarena ausgetragen werden, gewinnen. Das sind wir unseren Zuschauern einfach schuldig. In der Saison 2003/2004 müssten auch unsere jungen Spieler so weit sein, dass wir einen Rang unter den ersten Sechs anvisieren können.
Weitere Verstärkung kommt Stefan Hecker bleibt
Apropos Spieler: Zu den bereits bekannten Verpflichtungen von Kreisläufer Andreas Rastner und Torwart Henning Wiechers werden noch weitere Verstärkungen folgen. Vor allem brauchen wir noch für Halbrechts einen Linkshänder. Die Mannschaft muss sich auch behaupten können, wenn sich einmal Nick Yoon verletzten sollte. Zudem wäre es wichtig, wenn unsere jungen Außenspieler noch Rückendeckung bekämen. Auch ein erfahrener Mann auf Halblinks könnte nicht schaden, so Petre Ivanescu.
Auch im Fall von Stefan Hecker zeichnet sich eine Lösung ab. Vor der Saison hatte der Torwart-Routinier noch verkündet, dass es sein letztes Jahr sein würde. Dies sieht nun anders aus: Diese Saison ist aufgrund der Verletzungen sehr unglücklich für mich verlaufen. Nun bin ich topfit und will noch ein Jahr dranhängen am liebsten natürlich beim VfL Gummersbach. Ich würde gerne den Konkurrenzkampf gegen Jasch Stankiewiecz und Henning Wiechers aufnehmen. Und so wird es wohl auch kommen. Sauer: Fakt ist, dass wir drei Torleute brauchen. Und dass Stefan noch immer eine Granate ist, hat er zuletzt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir werden uns nächste Woche zusammensetzen und eine Lösung finden, die dann heißen wird: Stefan Hecker weiter beim VfL.