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Zebras fressen die Teufel

jlo; 8. Jan 2017, 21:25 Uhr
Bilder: Michael Gauger, Oliver Müller (Galerie 42 bis 56) --- Beim Schauinsland Reisen Cup gab es viele Tore zu bestaunen.
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Zebras fressen die Teufel

jlo; 8. Jan 2017, 21:25 Uhr
Gummersbach - Drittligist MSV Duisburg gewinnt den Schauinsland Reisen Cup 2017 durch einen knappen 3:2-Erfolg im Finale gegen das den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern.
Bereits zum vierten Mal hatte Veranstalter Markus Krampe das Turnier organisiert. Und die Gummersbacher SCHWALBE arena war erneut ausgezeichnet gefüllt. Gut 4.000 Zuschauer bedeuteten beim heutigen Schauinsland Reisen Cup ein volles Haus. Aus der 2. Bundesliga gaben die beiden Traditionsvereine Arminia Bielefeld und der 1. FC Kaiserslautern ihre Visitenkarte in der Kreisstadt ab. Aus der 3. Liga waren die Zebras des MSV Duisburg und Fortuna Köln zu Gast. Das Regionalligateam von Kickers Offenbach sowie der Westfalen-Oberligist 1. FC Kaan-Marienborn, der mit fünf oberbergischen Kickern in seinen Reihen nach Gummersbach gekommen war (siehe Extrabericht), machten das Turnier zu einer tollen Veranstaltung.


[Sebastian Wasem (li., früher SV Frömmersbach und SSV Bergneustadt) mit dem 1. FC Kaan-Marienborn gegen Arminia Bielefeld.]

In der Vorrunde der Gruppe A kam es auch zum Aufeinandertreffen der beiden stärksten Fanlager. Der 1. FC Kaiserslautern und die Kickers aus Offenbach lieferten sich auf den Rängen einen verbalen Schlagabtausch. Am Ende der Partie war auf der Tribüne kein Gewinner zu erkennen. Auf der Kunstwiese der Arena hatten sich die Kicker vom Betzenberg allerdings deutlich mit 5:2 durchgesetzt. Drittligist MSV Duisburg hatte ebenfalls gegen die Lauterer mit 1:3 den Kürzeren gezogen, setzte sich dann aber deutlich mit 4:1 gegen Offenbach durch, das am Ende ohne Punktgewinn blieben. In der Gruppe B trennten sich Arminia Bielefeld und Fortuna Köln im Auftaktmatch leistungsgerecht mit 1:1.


[Auch der frühere Wiehler Jared Jörgens spielte bei Kaan-Marienborn mit.]

Der Underdog des Turniers, der Oberligist 1. FC Kaan-Marienborn, zog sich bei seinem ersten Auftreten bei diesem Turnier achtbar aus der Affäre. Beim 1:2 gegen den Zweitligisten aus Bielefeld fehlte nicht viel zur großen Überraschung. Dem ehemaligen Bergneustädter Christian Runkel war sogar der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen. Gegen Fortuna Köln war das Team von Trainer Thosten Nehrbauer dann zu einem Sieg verdammt, um das Halbfinale noch zu erreichen. Hier trug sich Kaan-Marienborns Torhüter Florian Hammel mit einem sehenswerten Treffer in die Torschützenliste ein. Drei Minuten vor dem Ende stand es zwar noch 1:1-Unentschieden, dann aber war der Oberligist zu mehr Risiko gezwungen und unterlag am Ende - viel zu hoch – mit 1:4.



Im ersten Halbfinale kam es dann zum Aufeinandertreffen der beiden Zweitligisten im Starterfeld. In der torreichsten Begegnung der Veranstaltung setzten sich Roten Teufel am Ende knapp mit 4:3 gegen die Bielefelder Arminia durch. Trainer Norbert Maier, erst seit einigen Tagen an der Linie, trieb sein Team dabei vehement von der Bande aus an. Von einem langsamen Einstieg konnte keine Rede sein. Marlon Frey (2), Naser Aliji und Robert Glatzel trafen für den Sieger. Bei der Arminia waren Leandro Putaro und Stephan Salger erfolgreich. Die große Chance auf den möglichen Ausgleich vergab David Ulm in der Schlussminute, aber er setzte einen Neunmeter über den Kasten. Im zweiten Semifinale hatten die Zebras aus Duisburg beim 3:1 gegen den Drittligisten Fortuna Köln den längeren Atem. Am Ende der 2x10 Minuten Spielzeit stand ein 3:1 auf der Anzeigentafel. Selcuk Alibaz hatte die Kölner zwar in Führung geschossen, aber Fabio Leutenecker (2) und Tim Albutat drehten die Begegnung.


[Christian Runkel traf gegen Bielefeld.]

Im Neunmeterschießen um Platz drei setzten sich die Kicker von Arminia Bielefeld mit 2:0 gegen Fortuna Köln durch. Gleich zwei Domstädter Akteure scheiterten am Bielefelder Schlussmann. Im Endspiel kam es dann zum neuerlichen Aufeinandertreffen der beiden Gruppengegner aus der Vorrunde, dem 1. FC Kaiserlautern und dem MSV Duisburg. In der Vorrunde hatten die Kicker vom Betze mit 3:1 noch die Nase vorn. Im Finale drehte das Team von Trainer Ilia Gruev das Spiel dann allerdings zu seinen Gunsten. Nach einer torlosen ersten Hälfte ging es nach dem Wiederanpfiff des Unparteiischen Dominik Jolk munter hin und her.

Den Führungstreffer der Zebras durch Simon Brandstetter beantwortete Lauterns Phillip Mwene im direkten Gegenzug. Tugrul Erat und Tim Albutat machten dann aber den Sack für den Drittligisten zu. Der Anschlusstreffer durch Mwene war ein Muster ohne Wert, da sein Mitspieler Marlon Frey drei Sekunden vor dem Ende knapp am Gehäuse vorbeizielte. Weil die Duisburger daheim in der Schauinsland Reisen-Arena spielen, schloss sich hier wohl der Kreis. Bei der abschließenden Siegerehrung überreichte Sternchen Angelina Heger Kapitän Nico Klotz den Gewinnerpokal. Mit Marlon Frey (4 Treffer) sicherte sich ein Kicker des 1. FC Kaiserslautern die Torjägerkrone des Turniers.



[André Schilamow in Aktion.]

Ergebnisse

Gruppe A
1. FC Kaiserslautern – MSV Duisburg 3:1
1. FC Kaiserslautern – Kickers Offenbach 5:2
MSV Duisburg – Kickers Offenbach 4:1

1. 1. FC Kaiserslautern 8:3 Tore 6 Punkte
2. MSV Duisburg 5:4 Tore 3 Punkte
3. Kickers Offenbach 3:8 Tore 0 Punkte

Gruppe B
 Arminia Bielefeld – SC Fortuna Köln 1:1
Arminia Bielefeld – 1. FC Kaan-Marienborn 2:1
 SC Fortuna Köln– 1. FC Kaan-Marienborn 4:1

1. SC Fortuna Köln 5:2 Tore 4 Punkte
2.  Arminia Bielefeld 3:2 Tore 4 Punkte
3. 1. FC Kaan-Marienborn 2:6 Tore 0 Punkte

Halbfinale
1. FC Kaiserlautern – Arminia Bielefeld 4:3
Fortuna Köln – MSV Duisburg 1:3

Neunmeterschießen um Platz drei
 Arminia Bielefeld – Fortuna Köln 2:0

Finale
 1. FC Kaiserlautern – MSV Duisburg 1:3

Stimmen zum Turnier

Lukas Podolski (Mitveranstalter): „Ich freue mich, dass ich es noch pünktlich hierhin geschafft habe. Ich bin ein riesiger Hallenfußball-Fan und hoffe, dass wir demnächst auch mal einen Erstligisten begrüßen können.“

Tribünensplitter

- Etwa 150 Journalisten haben sich für den Schauinsland Reisen Cup 2017 akkreditieren lassen

- Moderiert wurde das Turnier erneut von Michael Trippel, Stadionsprecher des 1. FC  Köln, und von  RTL-Moderator Dr. Felix Görner.

- Der FVM hatte auch dieses Mal wieder ein erfahrenes Trio an Schiedsrichtern in die Kreisstadt entsandt. Dominik Jolk (Fußballkreis Berg) war bislang bei jeder Auflage der Veranstaltung mit dabei, aber trotzdem sei es für ihn immer noch etwas Besonderes, in der Halle vor so großem Publikum und unter Fernsehbeobachtung zu pfeifen. Mitja Stegemann (Kreis Bonn) freute sich ebenfalls über den „etwas anderen Jahresauftakt“. Niklas Dardenne (Kreis Sieg) wurde bei seiner „Feuertaufe“ in Gummersbach nur einen Tag nach seinem Geburtstag eine besondere Ehre zuteil. Er durfte nach dem „normalen“ Turnier auch noch das Prominentenspiel pfeifen. „Ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk“, hatten ihm seine Kollegen dieses Leckerchen zum Abschluss des Tages gegönnt.

Zum Bericht vom Promispiel geht's hier.