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Bergneustadt patzt, Nümbrecht souverän
Oberberg - TVB mit Niederlage in Fechen, Nümbrecht mit Kantersieg, Oberwiehl festigt Platz zwei mit Erfolg bei Fortuna - 'Sportsbar Lutter' präsentiert die Handball-Verbandsliga (AKTUALISIERT).
SSV Nümbrecht - Dünnwalder TV 39:13 (13:7).Eine ordentliche Tracht Handball-Prügel setzte es am gestrigen Samstagabend für die bemitleidenswerten Gäste vom Dünnwalder TV beim Spitzenreiter, der sogar noch auf die Spitzenspieler Philipp Winkler und Kevin Schieferdecker verzichtete, die für die zweite Mannschaft freigespielt werden sollten. Nur in den ersten 15 Minuten hatte der SSV-Turbo noch Schwierigkeiten zu zünden. Da ließ man beste Gelegenheiten im Gegenstoß und vom Kreis liegen. Während einer Auszeit versuchte das Trainergespann Mario Jatzke und Patrick Seebaum ihr Team mehr auf die Abschlussgenauigkeit zu fokussieren. Mit Erfolg, denn nach dem zwischenzeitlichen 7:5 (15.) wurde es im Anschluss schon deutlich besser und man ging mit einem beruhigenden 13:7 in die Kabinen.
In der Halbzeit schwor man sich neu ein und zeigte den Fans dann in den zweiten dreißig Minuten ein wahres Feuerwerk. Die Gäste kamen kaum zum Luftholen, so oft zappelte der Ball im Netz. Nümbrecht legte einen 16:3-Lauf hin und steigerte das Ergebnis auf 29:10. Aufbauend auf einer tollen Deckungsleistung und einem konzentrierten SSV-Angriff im zweiten Abschnitt feierte man einen klaren Sieg und bestätigte nachdrücklich, dass der erste Platz in der Meisterschaft nur über den SSV führt. Ein Wiedersehen gab es im Übrigen für die Fans mit Tom Rydzweski, der als Torhüter des Drittliagteams aus Longerich über ein Zweitspielrecht für den SSV verfügt und eine Halbzeit zum Einsatz kam. Dabei hatte es Sven Aachenbach in der ersten Hälfte schon hervorragend gemacht und nur fünf Feldtore zugelassen.
SSV-Coach Mario Jatzke lobte seine Mansnchaft für den konzentrierten Auftritt und hob die Leistungen von Lukas Hemmersbach und Tom Bonfiglio hervor. Hemmersbach verriegelte in der Mitte die Deckung und erzielte sechs Treffer. Auch Dominik Donath aus der zweiten Mannschaft wusste zu überzeugen. Beim Sieger konnten sich alle Spieler in die Torschützenliste eintragen.
Nümbrecht: Lukas Hemmersbach (6), Christof Bitzer, Mario Weissner (je 5), Harry Roth, Tom Bonfiglio, Ilja Schattner (je 4), Daniel Funk (3/1), Marcel Samel, Patrick Martel, Johannes Urbach (je 2), Jannik Lang, Dominik Donath (je 1)
HSV Frechen - TV Bergneustadt 36:33 (17:13).
Ein Tag, der für den TVB ein gebrauchter war. "Mit 36 Gegentreffern kannst du in der Regel kein Spiel gewinnen", brachte TVB-Trainer Ralph Weinheimer die Probleme nach dem Spiel auf den Punkt. Die Deckungsleistung genügte über die gesamten 60 Minuten nicht den Ansprüchen und in einigen Situationen waren auch die Unparteiischen den Gästen nicht wohl gesonnen. "Aber wir müssen uns an die eigene Nase packen, wir haben es verbaselt", so Weinheimer. Offensiv lief anfangs kaum etwas bei Bergneustadt zusammen, vieles war drucklos. Das änderte sich erst, als der lange verletzte Thomas Voss nach der 20. Minute für Alarm von der Mitte aus sorgte. So verkürzte der TVB ein 14:7 bis zur Pause auf 17:13.
Strukturierter ging es auch nach dem Wechsel weiter, denn der TVB spielte jetzt im Angriff mit der nötigen Cleverness und glich sogar zum 28:28 (50.) aus. Der 14-fache Torschütze Stephan Kakuschki hatte gar die Chance, per Siebenmeter erstmals die Führung für die Gäste zu besorgen, doch er vergab. In der Folge handelte sich der TVB noch zwei Zeitstrafen ein, was von Frechen eiskalt ausgenutzt wurde. Da brachte auch die taktische Maßnahme von Trainer Weinheimer nichts mehr, am Ende drei Minuten lang mit einem siebten Feldspieler zu agieren. Es reichte nicht.
"Die Lage ist jetzt sehr ernst und das sollten alle im Team begreifen. Wir müssen jetzt unbedingt unsere Heimspiele gegen Opladen und Siebengebirge gewinnen. Jetzt zählen Punkte und kein Gequatsche", meinte Weinheimer. Mut machte ihm die couragierte Leistung von Thomas Voss und der gute Auftritt von Nico Ries nach dem Wechsel. Und natürlich hofft man auf die baldige Genesung von Mathias Kakuschki.
B'stadt: Stephan Kakuschki (14/2), Thomas Voss (6), Thorben Schneider (5), Nico Ries (3), Timo Bay (2), Norman Krause, Holger Magdzack, Nils Welke (je 1)
Fortuna Köln - CVJM Oberwiehl 24:29 (14:14).
"Ein sehr wichtiger Sieg für die Moral, denn nach der Derby-Niederlage wussten wir nicht genau, wo wir jetzt stehen", atmete CVJM-Co-Trainer Michael Genz, der den auf einer Klassenfahrt befindlichen Holger Faulenbach vertrat, tief durch. Dabei hatte der CVJM anfangs mehr Probleme, als ihm lieb sein konnte. Im Angriff agierte man zwar durchaus ansehnlich, spielte körperbetont und fand immer wieder Löcher in den Nahtstellen der Gastgeber-Abwehr, doch im eigenen Defensivverbund taten sich ebenfalls Lücken auf. "Wir hatten einfach keinen Zugriff auf das schnelle Angriffsspiel von Fortuna", ärgerte sich Genz.
Doch das sollte sich im zweiten Abschnitt ändern. Da hatte der Coach die 6:0-Deckung auf ein offensiveres 5:1 umgestellt, was Gift für die Angriffsbemühungen der Fortuna war. Oberwiehl konnte sich auf 16:19 absetzen und beim 18:24 waren eigentlich alle Messen gelesen. Die Gastgeber kämpften zwar unverdrossen, konnten den CVJM jedoch nicht mehr gefährden. "Die bessere Abwehrleistung nach dem Wechsel war der Schlüssel zum Erfolg", freute sich Genz. Einen gelungenen Start feierte Neuzugang Philipp Keusgen bei den Gelb-Roten, der sich zweimal in die Torschützenliste eintragen konnte.
Oberwiehl: Bastian Schneider (7), Jannes Pulla (6/2), Andre Rischikov (5), Dominik Krieg (4), Mirco Gröbner (3), Jens Barf, Philipp Keusgen (je 2)
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