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Jung, motiviert, gut ausgebildet – und arbeitslos

Red; 28. Mar 2015, 08:22 Uhr
Bilder: privat --- Die Fortbildung war gut besucht.
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Jung, motiviert, gut ausgebildet – und arbeitslos

Red; 28. Mar 2015, 08:22 Uhr
Oberberg – Nach Ansicht des Philologenverbands NRW ist die Verkürzung der Lehrerausbildung „unsozial und unsinnig“ – Wie es trotzdem möglichst schnell mit einer Festanstellung klappen kann, wurde 140 jungen Lehrern in der Fortbildung „Fit for Job“ vermittelt.
Gut ausgebildet - und arbeitslos. Damit das nicht so bleibt, trafen sich rund 140 junge Lehrer für Gymnasien und Gesamtschulen im Forum des Gymnasiums Lindlar, um sich über Möglichkeiten des Berufseinstiegs nach dem erfolgreichen Staatsexamen zu informieren. Sabine Mistler und Jürgen Borkowski vom Philologenverband Nordrhein-Westfalen zeigten nach Einladung des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung Engelskirchen Wege auf, wie die jungen Lehrer zu einer festen Berufstätigkeit gelangen können. Von der Bezirksregierung waren ebenfalls Claudia Gottowik und Jorina Feldberg gekommen, um die verschiedenen Bewerbungsverfahren für Festanstellungen, Vertretungsstellen und die rechtlichen Voraussetzungen für eine Verbeamtung zu erläutern.


[Claudia Gottowik erklärt das Bewerbungsverfahren des Landes NRW.]
  
„Hier bekommen wir Tipps, die uns weiterhelfen können. Es ist schon frustrierend, wenn man nach erfolgreichem Referendariat in die Arbeitslosigkeit entlassen wird", resümierte eine Teilnehmerin. Genau das mutet die Landesregierung nach Ansicht des Philologenverbandes nämlich den jungen Lehrern durch die Verkürzung der Lehrerausbildung um ein halbes Jahr zu. Keiner der jungen Philologen würde direkt in eine Festanstellung übernommen, alle müssten stattdessen mindestens bis zum nächsten Schuljahr warten. „Ich weiß nicht, wovon ich jetzt meine Miete zahlen soll, denn Rücklagen kann man vom Referendars-Gehalt nicht anlegen. Das liegt knapp über den Hartz-IV-Leistungen", erzählte ein weiterer Teilnehmer. Die Verkürzung der Lehrerausbildung bringt somit keinen schnelleren Berufseinstieg, sondern nach dem Studium und nach dem Referendariat erst einmal ein paar Monate Leerlauf. „Unsozial und unsinnig, aber eben ein Sparmodell für die Regierung", kommentiert Sabine Mistler, stellvertretende Landesvorsitzende des Philologenverbandes NRW, knapp.


Der Philologenverband NRW, Bezirk Oberberg, bietet regelmäßig Fortbildungen für Referendare und Lehrkräfte an. Wer weitere Informationen sucht, finden diese auf www.phv-nw.de. Spezielle Informationen für junge Lehrer findet man unter: www.junge-lehrer.de.