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WHV-Pokal: Toller Handball-Sport in Marienheide und Nümbrecht trotz Niederlagen
(pl/bv/6.1.2002-19:00) Marienheide/Nümbrecht In der zweiten Runde des WHV-Pokals war heute für die beiden verbliebenen Oberberg-Vertreter SSV Marienheide (Herren) und SSV Homburg-Nümbrecht (Damen) Endstation.
[Bilder: Oliver Mengedoht --- Holger Fischer war mit acht Treffern wieder bester SSV-Werfer.]
Während die Heier Verbandsliga-Herren gegen das Regionalliga-Spitzenteam Wermelskirchener TV bei der 22:33-Niederlage letztendlich klar das Nachsehen hatte, mussten sich die Damen von Nümbrechts Trainer Erwin Kroner dem Regionalliga-Spitzenreiter Beyeröhder TV in eigener Halle mit 18:38 geschlagen geben. Trotz der Niederlagen war es aber dennoch ein voller Erfolg für die Oberberger, denn beide Teams boten den Zuschauern tollen Handball-Sport.
SSV Marienheide Wermelskirchener TV 22:33: (12:17).
[Wie ein Fels in der Brandung standen die Wermelskirchener Abwehr-Recken. Hier wird der heier Jens Grüttner gestoppt.]
Rund 130 Zuschauer sahen in der Marienheider Sporthalle einen im Vergleich zum Liga-Debakel gegen Bergneustadt klar rehabilitierten SSV. Auch wenn die Mannschaft von Trainer Stefan Thomm gegen die Wermelskirchener "Übermacht" letztendlich nicht den Hauch einer Chance hatte, so wussten die Heier sowohl spielerisch als auch in kämpferischer Hinsicht zu überzeugen. Bis zum 11:14 nach 26 Minuten blieben die Hausherren sogar in Sichtkontakt, aber nach einem kleinen Zwischenspurt ging der Regionalligist mit einem klaren Fünf-Tore-Polster in die Pause.
[Nur selten kam Stefan Schmitz so frei wie hier zum Wurf.]
Nach dem Seitenwechsel dann war die Gegenwehr der tapfer kämpfenden Heier am Ende, und Wermelskirchen setzte sich ab. Beim 16:26 Mitte des zweiten Durchgangs war die Messe längst gelesen, als die Gäste auf offene Manndeckung umstellten und fortan die Zuschauer mit einigen Kabinett-Stückchen begeisterten.
[SSV-Linksaußen Dirk Engelbertz überwandt dreimal die Wermelskirchener.]
Am Ende blieb es beim Zehn-Tore-Abstand, womit SSV-Geschäftsführer Werner Schuster sehr gut leben kann: "22 Tore gegen ein Regionalliga-Spitzenteam können sich durchaus sehen lassen. Wenn wir nicht noch Wurfpech gehabt hätten, wären es sogar noch ein paar mehr geworden. Wichtig ist aber, dass wir über 60 Minuten diszipliniert in der Deckung und im Angriff agiert haben. Das macht Mut für die kommenden schweren Liga-Spiele." Aus einer guten Mannschaftsleistung stach heute Schlussmann Pasqualino Gallina heraus, der seinen guten Auftritt sogar mit einem schönen Distanzwurf-Tor krönte.
SSV Marienheide: Pasqualino Gallina (TW), Sven Mertel (TW/25.-30.); Holger Fischer (8/2), Eduard Debnar (3), Dirk Engelbertz (3), Jens Friedrich (2), Jens Grüttner (2), Stefan Schmitz (2), Jan Viebahn (1), Pasqualino Gallina (1), Dennis Köster, Michael Holthaus.
[Insgesamt zufrieden konnte heute SSV-Coach Stefan Thomm sein.]
SSV Homburg-Nümbrecht - Beyeröhder TV 18:38 (5:20).
Dieser Gegner im WHV-Pokal war eindeutig eine Nummer zu groß für den Spitzenreiter der Landesliga. Der Tabellenführer der Regionalliga zeigte von Beginn an, dass man nicht gewillt war, sich in Nümbrecht eine Blöße zu geben. Nach 14 Minuten stand es bereits 1:11 und es deutete sich ein Debakel für den SSV an.
Ein ums andere Mal scheiterte das Team von Trainer Erwin Kroner an der ausgezeichneten Torhüterin der Gäste und fing sich im Gegenstoß ein Kontertor ein. Eine schwache Leistung der Schiedsrichter, die die Regeln mehrfach völlig unterschiedlich auslegten, tat ihr übriges.
[Jens Grüttner im Sturzflug.]
Erst nach dem Wechsel hatte der SSV seine anfängliche Nervosität abgelegt und kam - auch begünstigt durch einen Torwartwechsel der Gäste zu schönen Toren. Insbesondere Goalgetterin Jutta Harscheid erwies sich nunmehr als treffsicher und hatte nach Spielende 13 Treffer zu Buche stehen.
Unter den SSV-Toren in der zweiten Halbzeit waren auch einige, die durchaus den dankbaren Applaus der über 100 Zuschauer nach sich zogen. Doch auch der Beyeröhder TV, der mit Riesenschritten der 2. Bundesliga zustrebt, zeigte seine handballerische Klasse.
Ein gelungener Kempa-Trick der Gäste kurz vor dem Ende der Partie rundete einen Handball-Nachmittag ab, an dem sich die SSV-Damen achtbar geschlagen hatten, ohne jedoch eine Siegchance zu besitzen.
Torschützen SSV Homburg-Nümbrecht:Jutta Harscheid (13/6), Claudia Kollakowski (2), Simone Naaf (2), Silke Berzbach (1).