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Vier Musikvereine gingen einmalige Verbindung ein

Red; 28. Sep 2014, 21:33 Uhr
Bilder: Martin Hütt, Thorsten Wolter (Galerie 36-38) --- Großes Finale der Klangräume Lindlar.
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Vier Musikvereine gingen einmalige Verbindung ein

Red; 28. Sep 2014, 21:33 Uhr
Lindlar – Als großes Finale der Klangräume betraten gestern Abend alle vier Musikvereine aus der Gemeinde die Bühne des Kulturzentrums.
Zum großen Finale der Klangräume Lindlar haben am Samstagabend alle vier großen Musikvereine aus Lindlar, der Musikverein Süng, Musikverein Lindlar, Musikverein Linde und Musikverein Frielingsdorf, gemeinsam auf der großen Bühne aufgespielt und auch noch das Publikum zum Mitsingen angeregt, so dass das Schlusslied „Bergisches Heimatlied“ wirklich in allen Facetten erklang.

[Werner Sülzer zeigte sich vom Verlauf der Klangräume begeistert.]

Das Erlebnis, einmal mit den Tuba-Spielern oder Posaunisten aus den anderen Musikvereinen gemeinsam zu musizieren, zeigte sich als gelungen: Gemeinsam feierten die Musiker nach dem Konzert im Dorf in ihren farblich unterschiedlichen Uniformen weiter und wurden so zu „Botschaftern für Musik in Lindlar“. „Dieser Event unterstützt die veränderte Wahrnehmung unserer Gemeinde Lindlar von außen“, beschrieb Werner Sülzer, Vorsitzender des Fördervereins für Musik in Lindlar. Denn neben Grauwacke, Bessemsbenger und einem tollen Industriegebiet habe der Ort  auch Unterhaltung und Kultur zu bieten. Es mache Jung und Alt Freude in Lindlar zu wohnen.

Diese Worte griff Harald Ammermann, der gekonnt durch das Programm führte, auf: „Aufgrund der Tatsache, dass in Lindlar faktisch jeder 20. Einwohner musiziert, müsste auf dem Ortsschild ‚Musikgemeinde Lindlar’ stehen.“ Der Musikverein Süng, unter der Leitung von Klaus Müller, startete nach einem kleinen Hymnus den Konzertabend mit dem pompösen und wuchtigen, aber auch festlichen „Einzug der Gäste auf der Wartburg“ von Richard Wagner. Im nachfolgenden „Queen-Medley“ zeigte sich die Unsterblichkeit Freddy Mercuries und auch die Qualität der „queenschen“ Musik, die selbst bei einem Blasorchester noch lyrisch-anmutend bis fetzig-rockig klingt – auch ohne Rockgitarre.


Starke Unisoni unterstrichen den Power beispielsweise bei „We will rock you“, wohingegen die lyrisch-sanft anmutenden Klänge der Bohamian Rapsody den Kontrast bildeten, bevor es in den komplexen Part überging, der den Musikern einiges abverlangte. Freddy Mercury hätte seine Freude gehabt – das Publikum  belohnte dies  mit großem Applaus.

Der Musikverein Lindlar unter der Leitung von Holger Havemann präsentierte zwei Musical Medleys vorab aus seinem Programm für das nächste Jahr. Denn in 2015 wird der Musikverein Lindlar gemeinsam mit dem Jungen Chor „Cambiata“ aus Lindlar eine Musical-Nacht präsentieren. Und so wurden die Zuhörer in die Welt des „Phantoms der Oper“ und Jesus Christ Superstar, beides Musicals aus der Feder von Andrew Lloyd Webber, mitgenommen. Die innere Bewegtheit von Liebe, Blasphemie und Macht wurde von den Musikern, unter anderem mit Annika Braun an der Soloklarinette, gekonnt präsentiert.



Unter der Leitung von Gerhard Klein entführte der Musikverein Linde das Publikum nach dem sehr schönen „Concerto  d´amore“ in ein kleines niederländisches  Dorf mit unter anderem prächtigen Kirchen. Das sehr abwechslungsreiche und konzertante Werk „The new Village” von Kees Vlak ist einst als Auftragskomposition einer niederländischen Provinz entstanden und beschreibt in seiner Musik das Dorf. Der größte Hit von John Miles „music, die heimliche Hymne aller Musiker, war 1976 als zu pompös und zu kräftig beschrieben worden. Der Musikverein Linde zeigte damit die heutige Vielfalt und den Power den ein Blasorchester bieten kann.

Der mächtige „Flight of Piasa“ von Robert Sheldon ertönte durch die Musikanten aus Frielingsdorf unter der Leitung von Walter Spicher. Er wurde geschrieben, um die Tapferkeit des Stammes der Illini, die über die Schreckensherrschaft des legendären Piasa, einem riesigen, geflügelten drachenähnlichen Wesen, triumphiert hatten, darzustellen. Mit einem Medley aus dem Musical „Lord of the Dance" (Irland), sowie „Spanish fever (Spanien) und “When the Saints go marching in” (USA) erklangen zum Abschluss Melodien und Rhythmen aus der Welt im Kulturzentrum Lindlar.