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Kartoffeln unter Stroh, Möhren im Mandala

Red; 5. Jun 2014, 14:21 Uhr
Bild: privat --- (v. li.) Klimaschutzmanager Dr. Thomas Nonte, Permakultur-Fachmann Christoffer Schäle, Bürgermeister Dr. Gero Karthaus, Kitaleiterin Eva Burger, Erzieherin Heike Baumunk.
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Kartoffeln unter Stroh, Möhren im Mandala

Red; 5. Jun 2014, 14:21 Uhr
Engelskirchen – Gemeinsam mit der Gemeinde Engelskirchen legte die Johanniter-Kindertagesstätte Schnellenbach ein Permakultur-Beet an.
„Unter dem Stroh liegen Kartoffeln, und wenn die wachsen, kommen die Blätter oben wieder heraus“, erklärte Joline und zeigt auf das Beet auf dem Außengelände der Johanniter-Kita Schnellenbach. Zusammen mit der Gemeinde Engelskirchen haben die Kitakinder heute dieses Permakultur-Beet angelegt. „Als Klimaschutzgemeinde ist uns das nachhaltige Wirtschaften ein Anliegen“, sagte Engelskirchens Bürgermeister Dr. Gero Karthaus bei der Bepflanzung. Die Johanniter-Kita Schnellenbach ist die erste Einrichtung in Engelskirchen, in der die Gemeinde das Anlegen solch eines Beetes initiierte. Weitere Bepflanzungen folgen nun in anderen Kitas, in Grund- und weiterführenden Schulen.


Mit der Permakultur wird ein Ökosystem geschaffen, bei dem sich die Pflanzen gegenseitig erhalten und unterstützen. Der Kreislauf der Natur reguliert sich dabei selbst und kommt ohne chemische Hilfsmittel wie Dünger und Schädlingsbekämpfer aus. „Erbsen sammeln zum Beispiel Stickstoff und geben ihn wieder ab“, erklärte Christoffer Schäle. Der selbstständige Permakultur-Designer aus Overath steht der Kita und der Gemeinde bei dem Naturprojekt mit Rat und Tat zur Seite. „Möhren wiederum wurzeln tief und lockern die Erde auf“, sagte er. Erbse und Möhre wurden darum in Form eines Mandalas nebeneinander ins Beet gepflanzt. Auch die Schädlinge halten sich die Pflanzen gegenseitig fern: So wehren die in Schnellenbach wachsenden Ringelblumen die Fadenwürmer ab, die mitunter bei Erbse und Möhren für Schäden in den Wurzeln sorgen. Und das Stroh für die Kartoffeln wurde direkt auf die Grasnarbe aufgebracht – das verschafft nämlich den Erdäpfeln reichlich Wärme und Kompost.

„Mit dem Beet erfahren die Kinder, dass das Gemüse nicht im Garten wächst“, meinte schmunzelnd Dr. Thomas Nonte, Klimaschutzmanager der Gemeinde Engelskirchen, bei der Bepflanzung. Denn tatsächlich gebe es kaum noch private Nutzgärten rund um Eigenheime und Mietwohnungen. „Uns ist es wichtig, den Kindern das Wissen um und die Achtung vor der Natur nahezubringen“, sagte Kitaleiterin Eva Burger. Und das bereitet den Kindern bisher bereits viel Spaß: Sie mochten es, sich im Stroh zu wälzen und haben nun beschlossen, dass sie im Herbst eine Kartoffelsuppe kochen werden.
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