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Warum sich der Vorhang zum letzten Mal hebt

fj; 16. May 2014, 12:25 Uhr
Archivbilder: Michael Gauger --- Applaus von und für die jungen Artisten in der Manege bei der Galavorstellung 2012.
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Warum sich der Vorhang zum letzten Mal hebt

fj; 16. May 2014, 12:25 Uhr
Oberberg – In den kommenden Sommerferien findet das Internationale Zirkusbegegnungscamp zum letzten Mal statt – Beate Reichau-Leschnik von der Stadt Gummersbach: „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.“
In diesem Jahr feiert das Internationale Zirkusbegegnungscamp der städtischen Jugendämter Gummersbach, Wipperfürth und Radevormwald nicht nur sein 15. Jubiläum, sondern auch seinen Abschied. Zum letzten Mal können Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren Zirkusluft schnuppern und das, was sie im Camp gelernt haben, im Rahmen einer großen Gala vor rund 600 Zuschauern in einer richtigen Zirkusmanege präsentieren. Denn bereits im vergangenen Jahr hob sich der Vorhang zum letzten Mal für Jochen Kersting, Stadtjugendpfleger im Fachbereich Jugend und Bildung der Stadt Radevormwald, der nun in Rente geht. Obwohl Radevormwald erst 2006 in das Projekt einstieg, ist auch die Rader Stadtverwaltung ein wichtiger Teil in der Organisation – und allen voran Kersting.


[Zirkusdirektor Ortmann vom Zirkus Rondel führte all die Jahre gekonnt durch die Vorstellungen.] 

„Wir sind in den 15 Jahren alle nicht jünger geworden“, sagt Beate Reichau-Leschnik, Leiterin des Resorts Kita und Jugendpflege bei der Stadt Gummersbach. „Den Ruhestand von Herrn Kersting nehmen wir nun zum Anlass, uns vom Zirkuscamp zu verabschieden – denn mal eben so in andere Hände legen, möchte man so etwas Großes auch nicht. Da hören wir lieber auf, wenn es am schönsten ist.“ Und aus der Idee, den Zauber der Zirkusmanege mit dem europäischen Gedanken zu verbinden, ist tatsächlich etwas Großes geworden. Über die Jahre haben über 2.000 Kinder das Camp besucht, 600 davon stammten aus den Partnerstädten der beteiligten oberbergischen Kommunen. 241 Betreuer aus dem Oberbergischen und dem Ausland waren in dieser Zeit im Einsatz. „Viele der damals noch jugendlichen Betreuer hat die Arbeit im Camp nachhaltig beeinflusst und sie haben eine Ausbildung zum Erzieher gemacht oder soziale Arbeit studiert“, weiß Reichau-Leschnik.


Ein Wiedersehen aller Ehemaligen, auch mit den Trainern des Zirkus Rondel, ist daher als einer der Höhepunkte für das diesjährige Camp geplant. Im Rahmen eines offenen Trainings können sich die aktuellen und ehemaligen Artisten begegnen, bevor es vom Grillfest zur Zirkusdisco geht. Und noch mehr Überraschungen hält das Jubiläumscamp für die Teilnehmer bereit – aber die werden natürlich noch nicht verraten.

Wenn sich der Vorhang dann nach der Abschlussgala am 12. Juni schließt, ist es an der Zeit, sich vom Zirkuscamp zu verabschieden. „Das tun wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, so Reichau-Leschnik. Denn sie weiß, dass der Zirkus dank des Camps aus dem Oberbergischen nicht mehr wegzudenken ist. „Als wir 2000 angefangen haben, gab es gar keine Zirkuslandschaft. Mittlerweile haben viele oberbergische Schulen einen eigenen Schulzirkus.“ Dass das Fehlen des Zirkuscamps trotzdem eine Lücke im Sommerferien-Angebot hinterlassen wird, weiß man auch bei den beteiligten Städten. „Und darum arbeiten wir auch schon an interessanten Nachfolgeprojekten. Es wird auch in den kommenden Jahren spannende Angebote in den Sommerferien geben“, verrät Reichau-Leschnik.

Weitere Informationen zum diesjährigen Internationalen Zirkusbegegnungscamp vom 7. bis zum 12. Juli gibt es hier.

  
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