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Fußball-Stichtag: Derschlag und Sinspert waren die prägenden Stationen
Oberberg - Frank Winkler gratuliert Karl-Wilhelm Koßin, der heute seinen 75. Geburtstag feiert, mit einem Porträt.
Karl-Wilhelm Koßin wurde am 12. Mai 1939 in Baldenberg geboren. Seine Eltern waren kurz zuvor aus dem Ruhrgebiet ins Oberbergische gezogen und hatten auf dem Baldenberg, das zu dieser Zeit noch zur Gemeinde Denklingen gehört, einen Dachdeckerbetrieb eröffnet. Der junge "KaWe" hatte mit dem Vereinsfußball zunächst nicht viel am Hut. Er kickte zwar leidenschaftlich, ohne sich jedoch einem Verein anzuschließen. Nach der Schule siedelte Koßin wieder nach Oberhausen um, wo er auf Vermittlung eines Pfarrers bei der Zeche Gute Hoffnungshütte eine Lehre als Elektriker anfing. Zu dieser Zeit wohnte er bei seiner Großmutter. Kurz nach Beginn seiner Lehre schloss er sich Rot-Weiß Oberhausen an. Dort spielte er in der Jugendmannschaft gemeinsam mit den späteren Fußball-Größen Karl-Heinz Feldkamp und Jürgen Sundermann.Doch bald kehrte er ins Oberbergische zurück und heuerte beim TuS Derschlag an. In den 1950er Jahren war Derschlag die Top-Adresse im lokalen Fußball, man spielte in der Landesliga und Freundschaftsspiele gegen Spitzenvereine wie Vienna Wien, den 1. FC Schweinfurt oder den FC St. Pauli vor tausenden Zuschauern waren fast Standard. Doch auch die Spieler dieser genialen Mannschaft kamen in die Jahre, oder hatten den Verein wieder verlassen. Ende der fünfziger Jahre konnte man dieses Niveau auch eine Klasse tiefer nicht mehr halten und stieg in die Kreisklasse Oberberg ab.
In der höchsten oberbergischen Spielklasse versuchte der TuS zwar einen Neubeginn, doch erwies sich die Mannschaft als zu schwach, so dass sie den Gang in die 2. Kreisklasse antreten musste. Zwei weitere Jahre hielt Koßin dem TuS die Treue, die Rückkehr in die A-Klasse sollte nicht gelungen. Beide Male wurde Derschlag Zweiter. Nach diesen Enttäuschungen suchte Koßin eine neue Herausforderung. Gemeinsam mit seinem Mitspieler Robert Braun nahm er das Angebot seines ehemaligen Trainers Edwin Holland an und wechselte zum damaligen Bezirksligisten SV Sinspert-Wehnrath.
1971 ging es trotz des Gewinns des Kreispokals in die Kreisklasse runter, doch dem Team gelang der direkte Wiederaufstieg. Ein Jahr spielte Koßin noch in der 1. Mannschaft des SV, wobei er häufiger in der Reserve aushalf, wenn dort Not am Mann war. Im Anschluss wechselte Koßin in den Alte-Herren-Bereich und geriet in einen Gewissenskonflikt. Freizeitfußball ohne das eine oder andere Bier nach Trainingsschluss ist nicht vorstellbar. Da Koßin mittlerweile Polizeibeamter war und sich nicht strafbar machen wollte, wechselte er zurück nach Derschlag, wo er vom Training zu Fuß nach Hause gehen konnte. Später gab er noch ein kurzes Stelldichein bei den Alte Herren-Kickern des VfL Gummersbach.
Seine ehemaligen Derschlager Mitspieler Ludwig Münch, Robert Scharnowski und vor allem Hansi Huland hätten ihn am meisten beeindruckt, so Koßin rückblickend. Nicht nur, weil sie begnadete Fußballer und Persönlichkeiten gewesen seien, sondern dem Verein auch in schweren Zeiten beistanden. Als Trainer sei ihm besonders der damalige TuS-Trainer Radoslav Momirski in positiver Erinnerung geblieben, doch die sportliche schönste Zeit habe er in Sinspert verbracht.
Wer mit Frank Winkler in Kontakt treten möchte, findet alle Informationen unter www.oberberg-fussball.de.