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Wiehler Kombibad: Salzig und Fünf gewinnt

nh; 5. Nov 2013, 11:15 Uhr
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Wiehler Kombibad: Salzig und Fünf gewinnt

nh; 5. Nov 2013, 11:15 Uhr
Wiehl - Der Sportausschuss beschloss gestern mit großer Mehrheit, dass an der Stelle des Wiehler Freibads für knapp elf Millionen Euro ein Kombibad mit Solebecken im Außenbereich und ein Fünf-Bahnen-Schwimmerbecken entstehen soll.
Von Nils Hühn

Ob es zukünftig ein Kombibad in Wiehl gibt oder nicht, darüber wurde gestern in der Sitzung des Sportausschusses nicht mehr gesprochen. Denn das auf dem Gelände des Wiehler Freibads in Zukunft ein Kombibad entstehen soll, darüber herrschte offensichtlich Einigkeit bei fast allen Ausschussvertretern. Auch, dass es auf die Variante „Modul 4“ herauslaufen würde, zeichnete sich im Vorfeld ab. Gestern ging es jedoch noch um zwei entscheidende Fragen: „Süßes oder Salziges?“, wie es der Ausschussvorsitzende Udo Kolpe passend formulierte und, ob es vier oder fünf Schwimmbahnen geben sollte. Dabei betonte Kolpe, dass der Arbeitskreis Bäder immer für fünf Bahnen war.


Bis auf Hans-Peter Stinner (UWG) votierten die Vertreter von CDU, SPD, FDP und Grünen für ein 25-Meter-Becken im Innenbereich mit fünf Bahnen. Laut Berechnungen der Firma Krieger Architekten wird das Bad dadurch um rund 55.000 € teurer. Durch eine Veränderung des Kinderplanschbeckens gibt es aber dennoch genug Liegeflächen für die Badbesucher. Und dank der fünf Bahnen soll ein öffentlicher und entspannter Badebetrieb möglich sein, auch wenn Schul- und Schwimmsport in dem Becken stattfindet.

Das Solebecken im Außenbereich trägt mit 400.000 € zu der Gesamtsumme von über 10,9 Millionen Euro bei. Dies wollten die Ausschussmitglieder vor ihrer Entscheidung wissen. Mit großer Mehrheit durch die Vertreter von CDU, SPD und FDP entschied sich der Ausschuss für diese Lösung, mit der ein zusätzliches Angebot für den Freizeitbereich geschaffen werden sollte. Die Grünen und die UWG waren gegen den Vorschlag. Ein Antrag von Jürgen Körber (Grüne), statt des Solebeckens ein Naturfreibad aus dem bestehenden 50-Meter-Becken zu machen, fand keine Mehrheit.

Karl-Ludwig Riegert sprach als Stadtsportverbandsvorsitzender von einem „sehr bemerkenswerten Angebot für die Zukunft“ und lobte den Arbeitskreis Bäder für die geleistete Vorarbeit. Bürgermeister Werner Becker-Blonigen nutzte sein Schlusswort vor der Abstimmung, um daran zu erinnern, dass an die Zukunft der Stadt und die Attraktivität des Ortes gedacht werden müsse. „Am Ende werden sich alle freuen“, glaubt der Rathauschef, dass auch die Kritiker spätestens bei der Eröffnung des Kombibades überzeugt sein werden.

Maik Adomeit, 2. Beigeordneter der Stadt, machte noch einmal deutlich, dass nicht aus heiterem Himmel der Neubau des Kombibades und die daraus resultierende Schließung des Hallenbads Bielstein geplant würde. Durch einen Sanierungsstau wären bald ohnehin zwischen fünf und sechs Milionen Euro fällig. Würde man überhaupt nichts machen, dann müssten in ein paar Jahren beide Standorte geschlossen werden. In der heutigen Ratssitzung wird endgültig abgestimmt, damit die nächsten Schritte realisiert werden können.

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