Bilder: Michael Kleinjung --- Die Schauspieler brachten ein temporeiches Verwirrspiel auf die Bühne.
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Wer hat hier eigentlich was mit wem?
Bergneustadt - Am vergangenen Samstag fand die gelungene Premiere der Komödie Die bessere Hälfte von Alain Ayckborn im Losemund Theater Bergneustadt statt.
Drei Ehepaare, zwei Betrogene und zwei Ahnungslose. Das ist der Stoff, aus dem Alan Ayckborns Komödie Die bessere Hälfte gemacht ist. Diese feierte am vergangenen Samstag im Losemund Theater Bergneustadt Premiere. Das temporeiche Verwirrspiel, auf die Bühne gebracht von sechs Schauspielern, sorgte für einen Mordsspaß beim Publikum.
[Rita Winter und Torsten Bode.]
Die Ehepaare Foster, Philipp und Featherstone sind drei Paare, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Frank Foster (Torsten Bode), Chef der beiden anderen Herren, ist im Beruf durchaus erfolgreich, ansonsten eher der Typ, der durch das Leben geführt werden muss. Und das schafft seine überaus pragmatische Ehefrau Fiona (Rita Winter). Ohne sie würde er nicht mal seine Zahnbürste finden. Geschickt lenkt sie das Leben ihres Mannes in die richtige Bahn, nicht ohne eine gewisse Frustration. Bob Philipp (Oliver Gelhausen) ist kein Kostverächter, was Trunk und Weib angeht. Es fällt ihm nicht schwer, auf seine Kosten zu kommen. Was man von seiner Ehefrau Teresa (Antje Brensing) nicht behaupten kann, die frustriert mit Baby Benjamin zuhause sitzt. Ihr Haushalt ist ein einziges Chaos. Die Featherstones sind ein Ehepaar mit der Aura einer Büroklammer. William (Manfred Gronenwald), ein Buchhalter wie aus dem Lehrbuch und Mary (Andrea Luitjens), das kleine verhuschte Frauchen, das sich gerne von ihrem dominanten Gatten durchs Leben schippern lässt.
Wo ist die Affäre? Fiona die Praktische und Bob der Lebenslustige natürlich. Frank ahnt nichts, Teresa schon. Sie ist wachsam. Also bringt Bob die Featherstones als Ablenkungsmanöver ins Spiel, dichtet dem Schäfchen Mary ein Verhältnis an und wundert sich dann, warum die Sache schief geht. Weil die gehörnten Ehepartner Teresa und Frank nicht aufhören, unangenehme Fragen zu stellen, werden diese kurzerhand an zwei aufeinander folgenden Abenden bei je einem der Paare zum Essen eingeladen.
[v. li.: Andrea Luitjens, Manfred Gronenwald und Antje Brensing.]
Das ganze war auf der Losemund Bühne allerdings nicht in wohlgeordneten Bühnenverhältnissen zu sehen. Denn genau hier treibt der britische Autor Alan Ayckbourn Dramatik und Komik der Situation auf die Spitze: Nicht nur, dass die beiden Wohnzimmer der Gastgeber durcheinander auf der Bühne stehen - die verschiedenen Abendessen werden auch noch gleichzeitig gespielt. Eine große Herausforderung für die sechs Schauspieler, die sie jedoch bravourös meisterten und so beim Publikum immer wieder große und kleine Lachsalven hervorlockten.
