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Blütenträume in Wiehl

js; 30. Aug 2013, 09:46 Uhr
Bilder: Jessica Schöler --- Elke Bisoke, Christine Bergerhoff und Tristan Schneider mit den Dahlien-Kreationen.
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Blütenträume in Wiehl

js; 30. Aug 2013, 09:46 Uhr
Wiehl - Im Gartencenter Bergerhoff wurde die traditionelle Dahlientaufe durchgeführt, bei der Christine Bergerhoff ein Versprechen ihres verstorbenen Mannes einlöste - Elke Bisoke und Tristan Schneider sind die Namenspaten.
Von Jessica Schöler

Seit Mitte August können Besucher des Gartencenter Bergerhoff in Wiehl nicht nur Einkaufen, sondern auch die traditionelle Dahlienschau besuchen. Auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern können Blumenliebhaber fast 4.500 Pflanzen bestaunen. Von den 150 Sorten stammen 60 aus eigener Züchtung. Auch am heutigen Nachmittag stand die Eigenzucht im Vordergrund. Christine Bergerhoff führte die Dahlientaufe für ihren im Jahre 2009 verstorbenen Mann Wilfried Bergerhoff durch. Der Gärtnermeister und Dahlienzüchter hatte seinem Enkelsohn Tristan Schneider versprochen, eine selbst gezüchtete Dahlie nach ihm zu benennen. Auch Elke Bisoke vom Landesbetrieb Straßenbau NRW, Leiterin der Niederlassung Rhein-Berg, hatte er eine eigene Kreation versprochen.



Sichtlich bewegt begrüßte Christine Bergerhoff die zahlreich erschienen Gäste und erinnerte an das Werk ihres Mannes. Der frühere Wiehler Bürgermeister und SPD-Landtagsabgeordnete hatte bereits viele Dahlien auf die Namen von Freunden, Familienmitgliedern und bekannten Persönlichkeiten getauft. Auch unter den diesjährigen Gästen waren einige Namensgeber, die es sich nicht nehmen ließen, bei der Taufe von „Tristan“ und „Elke Bisoke“ dabei zu sein. Christine Bergerhoff betonte, wie wichtig ihr die Weiterführung der Taufe auch nach dem Tod ihres Mannes ist. Wilfried Bast, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Wiehl, ließ es sich nicht nehmen, einige Worte über die Arbeit des verstorbenen Dahlienzüchters zu sagen. Dieser hatte viel Liebe und Mühe in seine Zuchterfolge investiert und wurde mehrfach für seine Leistungen ausgezeichnet. Auch die heutigen Täuflinge wurden bereits prämiert.



Die weiße Dahlie „Elke Bisoke“ wurde von der Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolengesellschaft (DDFGG) gut bewertet. Die etwa 90 Zentimeter große Dahlie erhielt außerdem 2011 eine Silbermedaille auf der Bundesgartenschau. Bioske, die seit 1993 im Oberbergischen lebt, erklärte, wie sie zur Namensgeberin wurde. Wilfried Bergerhoff hatte ihr versprochen, eine Dahlie nach ihr zu benennen und so hatte sie im vergangenen Jahr einfach dessen Frau angesprochen, die daraufhin anbot, das Versprechen einzulösen. „Ich war an diesem Tag richtig glücklich“, so Bisoke.

Auch Tristan Schneider, der bei seinem Großvater eine Ausbildung zum Gärtner gemacht hat, freute sich über die Taufe. Seine persönliche Dahlie wurde von der DDFGG geprüft und gut bewertet. Im Jahr 2009 wurde die Blume mit purpurfarbenen Streifen und Sprenkeln mit einer Bronzemedaille auf der Bundesgartenschau prämiert. Der begeisterte Fußballer referierte über die Geschichte der Dahlienzucht und erheiterte mit einer kleinen Anekdote. Sein Opa hatte ihm einmal aufgetragen, so genannte Stechlinge herzustellen. „Nach sechs Stunden Arbeit war ich schon leicht genervt. Dann kam Opa, hat mir auf die Schulter geklopft und mich gefragt, ob das nicht eine schöne Arbeit wäre. Er meinte das ernst und hat es wirklich gerne gemacht“, so der stolze Enkel.

Wer sich ebenfalls für Dahlien begeistern kann, hat noch bis Mitte Oktober die Möglichkeit dazu. Der Dahliengarten kann kostenlos besucht werden und ist zu folgenden Zeiten geöffnet: montags bis freitags (9 bis 19 Uhr), samstags (9 bis 16 Uhr) und sonntags (11 bis 17 Uhr).

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