Bilder: Martin Hütt.
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Schwarze Linien aller Arten im Kunstkabinett
Reichshof Die 80-jährige Ingrid Obendiek stellt aktuell in Hespert ihre Werke aus, die insbesondere durch ihre Strukturen auffallen.
Bürgermeister Rüdiger Gennies dankte in seiner Festrede zur Vernissage dem Direktor des Kunstkabinetts in Hespert, Franz Bodo Gerono und dem ersten Vorsitzenden des Fördervereins Helmut Riebeling für ihr Engagement. Die finanziellen Mittel sind knapp und ohne Sponsoren geht es überhaupt nicht, betonte der Bürgermeister. Im Dialog mit Ingrid Obendiek führte Riebeling die Gäste ein in das Leben und Schaffen der Düsseldorfer Künstlerin. Obendiek wurde 1933 in Hindenburg, Oberschlesien, geboren und wollte schon als Kind Künstlerin werden.
Sie studierte Theologie, Geschichte und Germanistik, um als Lehrerin an einer Hauptschule zu unterrichten. Erst später absolvierte sie ein Kunststudium. Im Alter von 50 Jahren quittierte sie den Schuldienst und arbeitete ausschließlich als Freischaffende Künstlerin. Die Malerin folgt einer geistigen Entwicklung. Ihr erster Bildband trägt den Titel: Wenn ich male, laufe ich dem Bild hinterher. Sie will mit der Farbe eine Struktur geben, spürt körperlich, wenn das Bild fertig ist. Während sie malt, meditiert und philosophiert Ingrid Obendiek. Sie bedankte sich dafür, dass sie in Reichshof ihre Kunst öffentlich machen kann. Die Vernissage ist gleichzeitig eine Hommage zum 80. Geburtstag der Künstlerin. Momentan ist die Farbe Schwarz Thema ihrer Arbeiten, wie auch in den ausgestellten Arbeiten deutlich erkennbar ist.
Künftig wird, wie auch bei den ausgestellten Bildern teilweise schon zu erkennen ist, die Linie im Vordergrund ihrer Bilder stehen. Die Linie, stark, fein, kräftig, mit Punkten. Obendiek wird durch den Düsseldorfer Galeristen Peter Lewerentz vertreten, der auch Kontakt zu Bodo Gerono hat und die Ausstellung in Hespert ermöglichte. Musikalisch begleitet wurde die Vernissage durch Larissa Laé, die Auszüge aus Ihrem Soloprogramm PoeLyriCanti sang. Die eindringlich und feinfühlig vorgetragenen Lieder klangen ungewöhnlich fremd, da die Sprache nicht eindeutig einzuordnen war. Es war jedoch keine skandinavische Sprache und auch nicht Hebräisch, sondern eine künstliche, konstruierte Sprache.
