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Demenz bewegt: „Weicheier“ liefen „nur“ 23 Kilometer

nh; 11. Jul 2013, 15:55 Uhr
Bilder: Nils Hühn --- Auch nach 36 Kilometern hatten die 'Demenz-Läufer' nicht genug und spurteten die Treppenstufen zur Aussichtsplattform hinauf.
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Demenz bewegt: „Weicheier“ liefen „nur“ 23 Kilometer

nh; 11. Jul 2013, 15:55 Uhr
Oberberg - Zum vierten Mal fand der Demenzlauf in Oberberg statt, bei dem auf die Krankheit aufmerksam gemacht werden soll - Zwei Läufer legten 84 Kilometer an zwei Tagen zurück.
Von Nils Hühn

Eine knapp 30 Läufer starke Gruppe bahnte sich gestern Nachmittag den Weg hinauf zum Bergischen Energie- und Kompetenzzentrum „:metabolon“. Im Ziel warteten bereits die beiden Landräte Hagen Jobi (Oberbergischer Kreis) und Dr. Hermann-Josef Tebroke (Rheinisch-Bergischer Kreis), die die Schirmherrschaft der Initiative „Demenz bewegt“ vom Demenz-Servicezentrum inne hatten. Doch statt nun zu den gekühlten Getränken zu eilen, lief die Gruppe, angeführt von Arnd Bader und Heiko Mann, auch noch die Stufen zur Aussichtsplattform hinauf. „Das ist doch das absolute Highlight“, meinte Bader, der für das Demenz-Servicezentrum arbeitet. Er und Polizeioberkommissar Mann liefen bereits einen Tag zuvor im Rheinisch-Bergischen über 48 Kilometer und nun noch einmal 36 Kilometer durch Oberberg.

Landrat Hagen Jobi (Bild) zollte der großen Leistung der zahlreichen Läufer seinen Respekt und hatte schon nach einigen Stufen genug: „Ich muss heute noch Blutspenden“, erklärte er und hatte damit eine sehr gute Ausrede, warum er nicht auch auf die Spitze des Berges eilte. Bereits zum vierten Mal fand der Demenzlauf statt, der das Ziel hat, auf die Krankheit Demenz aufmerksam zu machen und das Thema aus der „Tabu-Ecke“ holen soll. „Mittlerweile kennt man uns“, meinte Demenz-Servicezentrum-Leiterin Monika Wilhelmi, was auch auf den Lauf zurückzuführen sei.

Gestern beteiligten sich knapp 70 Läufer an dem Lauf, der vom Sana Krankenhaus in Radevormwald über das Wohnwerk Hückeswagen, Franziskus-Heim Wipperfürth, Seniorenzentrum Haus Sonnengarten Lindlar zum Bergischen Energie- und Kompetenzzentrum führte. Dabei konnte jeder selbst entscheiden, welche Strecke er mitläuft. „Wir gehörten mit 23 Kilometern zu den Weicheiern“, meinte Stefan Weber von der Kriminalpolizei Gummersbach scherzhaft. Von der Polizei nahmen insgesamt acht Beamte an dem Lauf teil, aber auch viele Mitarbeiter der verschiedenen Einrichtungen, vom Kreis oder von Krankenkassen beteiligten sich an der Aktion „Demenz bewegt“.


Bei den verschiedenen Stationen wurden die Läufer von den Bewohnern der Einrichtungen begrüßt. Auch sie hatten sich in den vergangenen Wochen an der Aktion beteiligt. „Statt Kuchen gab es Bewegung“, erklärte Bader. Für jede Aktivität, die sie machten, gab es eine Perle. Diese werden nun zu einer Kette zusammengefügt - ein Symbol der Verbindung. Auch dies ist ein Ziel der Aktion: „Man will in Verbindung bleiben“. Im Herbst findet eine große Abschlussveranstaltung statt, ehe im kommenden Jahr der nächste Demenz-Lauf ansteht.
  
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