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Oberberg hat einen Gründungslotsen - Jens Birkholz betreut die Existenzgründer

sl; 16. Oct 2001, 11:37 Uhr
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Oberberg hat einen Gründungslotsen - Jens Birkholz betreut die Existenzgründer

sl; 16. Oct 2001, 11:37 Uhr
(sl/15.10.2001-18:15) Von Simone Liebelt
Oberberg - Seit Anfang September ist Jens Birkholz der Gründerlotse des Projektes "Go MIT- Das Gründungsnetzwerk Oberberg" und unterstützt Gründer auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

[Bilder: Oliver Mengedoht --- Heute morgen wurde das neue Projekt für Neugründer von (v. links) Harald Schmitz, Ute Ackerschott, Rainer Lessenich, Uwe Töpfer, Jens Birkholz und Stefan Heeke vorgestellt.]



Dabei tritt Birkholz nicht als Berater auf, sondern leitet die Kunden an die entsprechenden Personen in den Institutionen weiter. "Dadurch soll verhindert werden, dass die Leute immer von einem zum anderen und wieder zurück laufen, ohne richtig Hilfe bekommen zu haben", erklärte Rainer Lessenich, Leiter der IHK-Zweigstelle Oberberg. Bei seiner Arbeit steht der 29-jährige Diplom-Geograph auch schon bestehenden Unternehmen zur Seite. "In den ersten acht Jahren ist es wichtig, eine Hilfe zu haben", so Stefan Heeke, Geschäftsführer des Gummersbacher Gründer- und Technologiezentrums (GTC). "Wenn eine Firma Pleite geht, passiert das meistens in den ersten acht Jahren."



Anfang des Jahres haben sich insgesamt neun Institutionen zum Gründungs-Netzwerk zusammengeschlossen. Dazu gehören das Arbeitsamt Bergisch Gladbach, Geschäftsstelle Gummersbach, die FH, das GTC, die Handwerkskammer zu Köln, die IHK- Zweigstelle Oberberg, die Regionalstelle "Frau und Beruf" des Oberbergischen Kreises, die Wirtschaftsförderung und die Wirtschaftsjunioren Oberberg sowie alle 13 Städte und Gemeinden des Oberbergischen Kreises.



"Das Projekt ist erst einmal auf zwei Jahre begrenzt", erklärte Heeke. Im ersten Jahr wird das Vorbild-Projekt zu jeweils 50 Prozent vom Land NRW und vom Europäischen Sozialfonds finanziert. Im zweiten Jahr trägt das Arbeitsamt die Kosten. Vielleicht trägt auch der Oberbergische Kreis ein bisschen zur Finanzierung bei. "In den beiden Jahren soll ein Leitfaden erstellt werden", so Heeke. Auch die Professionalität soll durch das Netzwerk verbessert werden.



Auch die neun Institution profitieren von "Go MIT". "Wir können das Know-How untereinander austauschen und verarbeiten", so Lessenich über den gemeinschaftlichen Nutzen.

[Ute Ackerschott präsentierte zusammen mit dem Gründerlotsen Jens Birkholz den "Flyer", der über "GO MIT" informiert, vor.]



Als Ziele haben sich die Beteiligten folgendes gesetzt: Die Sicherheit und Kontinuität von jungen Unternehmen soll durch intensive Unterstützungsarbeit gefördert werden. Die Beratungsangebote der Partner stehen dem jungen Unternehmer in gebündelter und strukutierter Form zur Verfügung. Ein weiteres Ziel ist, dass Oberberg als interessanter Wirtschaftsstandort auch über die Kreisgrenzen hinaus bekannt wird. Die bereits bestehenden Ansätze sollen dabei weitergeführt und weiterentwickelt werden. "GO MIT" möchte auch einen Wissens- und Technologietransfer ermöglichen, da für die Betriebe fachlich kompetente Mitarbeiter sehr wichtig sind. Deshalb müssen auch neue Berufsbilder vermittelt und angeboten werden.



Im Rahmen einer Pressekonferenz am heutigen Morgen wurde Jens Birkholz vorgestellt. Das Gummersbacher "Urgestein" ist 29 Jahre alt und studierte Geographie an der Uni in Münster. Seine Schwerpunkte lagen dabei auf der Wirtschafts- und Regionalentwicklung. Sein Studium hat Birkholz mit einem Diplom abgeschlossen. "Er hat, um sein Studium zu finazieren, in vielen oberbergischen Firmen gearbeitet. Birkholz kennt die hiesige Wirtschaftsstruktur also ziemlich gut", stellte Heeke den "Neuen" vor.



Birkholz wird als Lotse die Navigation der Ratsuchenden durch die Vielzahl der verschiedenen Beratungsangebote im Oberbergischen gewährleisten. Auch wird der die Kunden an die entsprechenden Mitarbeiter in den einzelnen Institutionen weiterleiten und soll die jungen Unternehmen über öffentliche Fördermöglichkeiten und Finanzierungsangebote informieren. In sein Aufgabenfeld fällt auch die Vorbereitung und Durchführung von Seminaren, die die Gründer informieren und "fit machen" sollen.



Da die meisten Kommunen zu klein sind, um sich selbst um die Wirtschaftsförderung zu kümmern, geht "GO MIT" auch in die Kommunen. "Hier ist interkommunales Handeln gefragt", berichtet Uwe Töpfer, Bürgermeister der Gemeinde Marienheide, der die 13 Städte und Gemeinden des Oberbergischen Kreises im Gründungs-Netzwerk vertritt. Die Arbeit in diesem Bereich sehr wichtig. "Es gibt zwar wenige Unternehmen, die kaputt gehen, aber dennoch liegt die Quote unter dem Durchschnitt."



Neben den "GO MIT"-Mitgliedern gibt es noch einen Ring von Kooperationspartner. Dazu gehören unter anderem die Banken. "Wir geben kein Geld, das kommt letztentlich von den Banken", erklärte Lessenich. Ohne die Kreditinstitue wäre eine Unternehmensgründung gar nicht möglich. Lessenich: "Die jungen Unternehmer werden von uns auch auf die Gespräche vorbereitet. Bei den Banken kommt es nämlich immer besser an, wenn jemand vorbereitet ist und weiss, worum es geht."



Das "GO MIT"-Beratungscenter ist im GTC. Junge Unternehmer oder die, die es werden wollen, können sich bei Jens Birkholz, Tel.: 02261/814-509 oder per e-mail: birkholz@go-mit.de, melden.

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